Unboxing: Fireteam Zero (Grundspiel)

Moin moin und willkommen zurück!

In Episode 108 unseres Podcasts haben wir uns bereits über das Spiel “Fireteam Zero” und unseren Ersteindruck unterhalten und das Horrorspiel von Ulisses Spiele als sehr gut befunden. Da Ulisses das Grundspiel momentan (während der Crowdfunding-Kampagne zu den Erweiterungen) zu einem stark reduzierten Preis verkaufen, habe ich zugeschlagen und dachte es wäre eine gute Gelegenheit mit euch einen Blick in den riesigen Karton zu werfen.

Die Box des Spiels ist größer als die von „Mansions of Madness“ und misst ganze 16 cm(!) in der Höhe. Nach dem Öffnen schaut man direkt auf den nächsten schwarzen Karton mit dem Wappen des „Fireteam Zero“ darauf. In diesem Karton befinden sich die Miniaturen des Spiels, also legen wir ihn erst einmal beiseite und heben sie uns für das große Finale auf.

Unter der Miniaturenbox liegen die Regeln, Szenarien und Bodenpläne.  Dass Regelbücher immer in diesen unhandlichen, großen, quadratischen Formaten kommen müssen, nervt mich übrigens tierisch. Sie nehmen Platz weg, man kann sie nicht mitnehmen und unterwegs lesen und erst recht nicht griffbereit mit auf den Spieltisch legen. Da kann man sich noch so oft damit brüsten, dass es gerade einmal 16 Seiten Regeln sind. Gut zugegeben, niemand brüstet sich mit der Seitenzahl, aber mich regt es halt auf.

Unter den Spielplänen finden wir dann auch die DVD, alle Spielkarten und Platz für Spielmarken.  Übrigens ist im Karton genug Platz um noch weitere Karten unterzubringen. Man muss also nicht umsortieren wenn man noch ein oder zwei Erweiterungen besitzt.  Zum „Auspöppeln“ ist in der Box nicht viel enthalten. Im Podcast haben wir ja bereits auf den weitestgehenden Verzicht von Markern verwiesen, so liegt der Box also nur ein Bogen mit diesen bei. Ein schönes Detail ist der Glückspenny aus Metall, hier hätte auch ein Pappmarker gereicht, aber eine „echte“ Münze hat doch irgendwie mehr Stil.

Die Spielpläne sind aus dicker, stabiler Pappe und beidseitig bedruckt. Die Felder auf den Spielfeldern sind farbig markiert und verweisen so auf den „Feldtyp“, also ob es sich beispielsweise um schwieriges Gelände handelt oder nicht. Der Druck ist sauber und das Design perfekt. Nur durch die Motive und die Farbwahl entsteht ein sehr stimmiges Schlachtfeld in den Szenarien.  Welche Pläne wie angeordnet werden ist natürlich vom jeweiligen Szenario abhängig.

Die Pläne lassen sich nahtlos aneinander legen und Übergänge werden durch gestrichelte Linien deutlich. Die Pappen sind dabei so schwer und dick, dass sie nicht einfach verrutschen oder sich überdecken.  Leider haben sich die Bodenpläne beim ersten Spielen etwas nach oben verbogen und lagen nicht mehr flach auf. Das Regelbuch ist sehr übersichtlich gehalten und besitzt sogar einen Glossar am Ende. Die Regeln sind oft durch Anmerkungen und Klarstellungen ergänzt. Gewohnt gute Qualität, weniger habe ich von dem Regelbuch nicht erwartet. Die Illustration und das Layout tragen für mich sehr zur Atmosphäre am Spieltisch bei.

Im Spiel ist eine Vielzahl von Spielkarten enthalten. Die kleineren „Fokuskarten“ stellen die Fähigkeiten der einzelnen Soldaten im Spiel dar. Im Laufe der Kampagne sammelt man neue Fokuskarten und erhält damit besondere Fähigkeiten, die den Soldaten stärker und flexibler im Spiel werden lassen. Die großen Karten stellen neben Lebenspunkten auch Aktionskarten und Angriffsmöglichkeiten der Spielfiguren dar. Wenn ein Spieler in seinem Zug viele seiner Spielkarten einsetzt kann er zwar viele Gegner ausschalten oder aufhalten, sorgt aber gleichzeitig dafür, dass sein Soldat erschöpft und leichter von den Monstern überwältigt werden kann. Für alle Monster sind Übersichtskarten mit ihren Werten enthalten. Zu jedem der drei Bosse gibt es jeweils 2 Handlanger-Monster im Grundspiel. Zusätzlich sind für jedes Szenario auch Aufklärungs- und Zielkarten enthalten, die aus der Sicht der Soldaten geschrieben sind. Die Zielkarten decke ich mal aus Spoilergründen nicht auf.

Kommen wir last but not least zu dem Inhalt des schwarzen Kartons: den Miniaturen! Im Spiel enthalten sind die 5 Helden, 2 Spezialisten, 3 Bosse und 36 Lakaienmonster. Die Miniaturen sind alle einteilig und aus dem typischen grauen Brettspiel-PVC. Der Guss könnte stellenweise etwas schärfer sein, aber für ein Brettspiel ist er vollkommen ausreichend. Hier noch einmal der Tipp: Wenn ihr die Bilder anklickt bekommt ihr eine größere Version zu sehen. Im Spiel sind auch noch einmal 12 Würfel enthalten die sehr solide designt sind. Hier und da weisen meine Würfel jedoch leichte Unterschiede in der Dicke der Motive auf.

Die Bossmonster  sind alle samt deutlich größer als die Soldaten und Lakaien im Spiel. Zu ihrem Hintergrund und den Regeln kann ich hier noch nichts sagen, ich wollte mich selbst nicht spoilern. Die Details wie die Flammen oder Knochen an den Modellen sind alle scharf und deutlich zu erkennen. Insgesamt halte ich die Bosse für die besten Miniaturen des Spiels. Geht es nur mir so oder erinnert eines der Modelle an den Gravelord Nito aus Dark Souls?

Die meisten Figuren des Spiels haben kaum Grat, was sehr gut ist wenn man die Figuren plant zu bemalen. Gerade bei dem weicheren PVC ist es oft sehr nervig den Grat mit dem Bastelmesser oder Entgrater zu entfernen. Wer sich an den zusehenden Nähten nicht stört kann natürlich direkt das Grundierungsspray rausholen. Ich überlege sowieso die Figuren einfach zu grundieren und zu nebeln, nur um die Details besser herauszuarbeiten. Was meint ihr? Bemalen, Grundieren oder so lassen? Schreibt es mir in die Kommentare!

Die Helden- und Spezialistenminis haben alle sehr konventionelle Posen, was ich aber sehr begrüße, da ich noch nie ein Fan von dynamischem über eine Mauer springen oder Gewehr im Handstand abfeuern war. Von den Details finde ich die Helden am unschärfsten und gerade einmal zweckmäßig für ein Brettspiel. Aber! Und das ist ganz wichtig: keine der Figuren ist verbogen, schief oder krumm!

Insgesamt empfinde ich das Miniaturen- und Monsterdesign als herrlich abgefahren. Die Brutalität des Krieges und die Besessenheit der Monster spiegeln sich super wieder. Gerade die Monster denen Menschen und Tiere als Wirt dienen sind sehr eklig in der Pose und schreien regelrecht „Los! Bemal mich!“

Wie gefallen euch die Designs?

Alles in allem ist „Fireteam Zero“ ein vollgepacktes und rundes Gesamtpaket. Die Regeln sind simpel und schnell erlernt. Die taktische Tiefe ist hoch und der Karton ist bis obenhin mit tollem Spielmaterial gefüllt. Abzüge bekommt das Spiel bei mir nur wegen des Formats vom Regelbuch und für die stellenweise etwas unscharfen Miniaturen. Den Listenpreis von rund 100€ ist dieses Liebhaberspiel wert, den tatsächlichen Marktpreis erst recht und von dem reduzierten Aktionspreis brauch ich gar nicht erst anfangen. Wenn ihr auf kooperative Spiele mit Horrorsetting steht, macht ihr hier nichts verkehrt!

Vielen Dank fürs Lesen und bis zum nächsten Mal,

Tom

Über Tom

Tom ist seit 2014 bei Magabotato. Er hatte die Idee für den Podcast und ist seitdem der offizielle Podcast-Heini. Nebenher bloggt er bei Magabotato und wenn Not am Mann ist schreibt er auch mal News. Tom spielt vieles und hauptsächlich Fantasy. Sein derzeitiges Hauptsystem ist Freebooters Fate.

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11 Comments on “Unboxing: Fireteam Zero (Grundspiel)”

  1. “Die meisten Figuren des Spiels haben kaum Grat, was sehr gut ist wenn man die Figuren plant zu bemalen. ”
    Ach was, Brettspiel-Figuren werden nicht bemalt. 😀 (Wobei ich zugeben muss, auch jedesmal über Grundierung und Wash nachzudenken)

    Schönes Review, danke Hatte bei dem Kickstarter auch schon überlegt, vielleicht hole ich es mir ja noch im Laden.

  2. Danke für die übersichtliche Vorstellung des Spielmaterials, Tom!
    Zum Design: Was man auf den Bildern erkennen kann, schaut nicht schlecht aus. Bei anderen Spielen dieser Art gibt es manchmal neben der Ausgabe für Normalsterbliche eine quasi Luxusausgabe mit bereits bemalten Spielfiguren. Ist das hier auch der Fall? Da könnte man dann die einzelnen Designs wahrscheinlich besser beurteilen.
    Woraus folgt: Ja, bitte die Figuren zumindest grundieren! (Es gab da auch einmal einen TableTopWorkShop, wo Zombies einfach grau aber dennoch höchst effektreich bemalt wurden; eventuell wäre das eine Option.)
    *
    Noch eine Frage: Ich besitze das erwähnte Spiel „Mansions of Madness“ (bzw. die deutschsprachige Ausgabe davon) – wären jenes und das hier vorgestellte „Fireteam Zero“ irgendwie kompatibel?
    Gibt es darauf Antworten im Podcast (den ich noch nicht die Gelegenheit hatte, anzuhören) ?
    Danke schon im voraus & nochmals im nachhinein für Deinen Beitrag hier!

    1. ja grundieren udn Washes scheint momentan eine gute Idee zu sein. Mir ist keine Version mit vorbemalten Figuren bekannt und wenn es eine gibt, dann vermutlich zu einem enormen Aufpreis. Die Figuren sind denke ich nicht leicht am Fließband zu bemalen, weshalb ein geübter Maler vermutlich eine Weile brauchen würde.

      Mansions of Madness 1. Edition, also mit einem Spielleiter liesse sich bestimmt kombinieren, wenn man viel Eigenarbeit investieren will. Ansonsten denke ich nicht, dass das so einfach geht. Komplett unterschiedliche Spiele und Settings und so…

      1. Das mit dem erheblichen Aufpreis kann ich bestätigen – bei den Villen des Wahnsinns etwa habe ich die bereits bemalten Heldenfiguren als Extra (und nicht gerade billig, aber zumindest halbwegs in einem leistbaren Rahmen) gesehen (allerdings nicht gekauft).
        *
        Danke für Deine Einschätzung zur Kompatibiltät! Sind die Figuren und Spielfelder aber in einem ähnlichen Größenverhältnis (also, so geschätzte 28mm)? Dann könnte man ja dafür vielleicht selbst Szenarien entwerfen.
        … obwohl, da müßte man dann auch eigene Spielkarten kreieren und basteln … wahrscheinlich zu viel Aufwand.

    1. Hallo Greifenklaue! Bin nicht sicher, ob sich Dein Kommentar auf meine Frage bezog, aber ich fürchte, ich habe mich sowieso mißverständlich ausgedrückt – was ich meinte, war, daß bzw. ob man für „Mansions of Madness“ eigene Szenarien mit den Figuren und Bodenfeldern aus „Fireteam Zero“ entwerfen könnte. Aber vielleicht geht es ja auch umgekehrt, das wären dann tolle Synergieeffekte.
      Die Szenarien aus den „Villen des Wahnsinns“ sind übrigens zeitlich ungefähr in den 1920er Jahren (bis mutmaßlich in die 1950er) angesiedelt. „Fireteam Zero“ wirkt, den Abenteurerfiguren nach zu urteilen, eher zeitgenössisch. Das sollte für im Lovecraft-Universum spielende Horrorabenteuer aber durchaus kein Hindernis sein.

      1. jetzt wollte ich dich doch glatt verbessern Don, weil du den Artikel nicht richtig gelesen hast, und dann fällt mir auf, dass Tom es nicht im unboxing erwähnt hat.

        FireTeam Zero ist ein WW2-WeirdWar Szenario im befreiten Frankreich, also spielt in einem fiktiven 1944/45 (und evt folgend)
        Wird auch im Podcast erläutert.

        1. Genaugenommen geht es 1942 in Italien hinter feindlichen Linien zu und in einer der Erweiterungen geht es auch nach Afrika. Von daher würde ich eher die ganzen 40er als Handlungsort nehmen. Auf jeden Fall vor Operation Husky.

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