Worte der Woche: Von Hobbykrisen und den Fünf Säulen

Die persönliche Hobbykrise – viele hatten sie schon, einige haben sie gerade, manche werden sie wahrscheinlich noch erleben. Aus aktuellem Anlass möchte ich meine Gedanken zu den Symptomen und Auswegen aus der Krise mit euch teilen. Dabei werde ich mich mit den Aspekten der „Fünf Säulen des Hobbys“ beschäftigen, ihre persönliche Bedeutung für mich erläutern und dann einige Wege aus der Krise vorschlagen.
Dabei erwartet euch nicht nur viel Gejammer und meine übliche Besserwisserei und Nabelschau, sondern auch die Beschäftigung mit der Frage ob Magabotato Ursache, Symptom oder eventuell sogar eine Lösung meiner Krise ist und war.

Aufhänger

Die Welt ist im Wandel, ich spüre es im Wasser, ich spüre es in der Erde, ich rieche es in der Luft…..
..aber der informierte Tabletoper erfährt dies vermutlich eher über Podcast und Youtube.

Am Freitag den 15.06.18 hat der TWS-Dennis und ehemaliger Atelieronkel seinen Ausstieg bei TWS für eine kreative Pause bekanntgegeben. Informierte Zuhörer kennen unsere Mitteilungen über unsere Umstellung bei der Newsarbeit und unsere Nabelschau im 100sten Podcast, in dem wir über die Arbeitsbelastung durch Magabotato und Toms Pause sprachen. Und auch im DORP-Cast beschäftigten sich Thomas und Michael mit der RPG-Seite der persönlichen Hobbykrise.

Grund genug sich für mich  diesen Artikel zu aktualisieren und endlich zu veröffentlichen, in dem ich mich mit meiner persönlichen Hobbykrise beschäftige. Diese plagt mich ziemlich genau seit dem Ende des Malathons 2017. Ende Juni 2018, zu Beginn des Malathons 2018 dachte ich, ich hätte meine Krise überwunden und stürzte mich mit Enthusiasmus auf diesen Artikel, meine Saga-Krieger und Bolt Action Kanadier. Dummerweise liegt aber der Juli-Malathon traditionell in der Vorbereitungszeit einer Großveranstaltung meines anderen Hobbys, so dass sich dieser Enthusiasmus schnell als Strohfeuer entpuppte und ich den RestJuli und August mit anderen Dingen beschäftigt war, und tatsächlich wenig Lust auf Tabletop hatte.

Aber ich denke ich habe meinen Tiefpunkt überwunden und arbeite mich gerade stetig aus ihr heraus. Das merkt man auch daran, dass ich endlich diesen Artikel fertig stelle. Um aber meine Probleme, Symptome und Lösungen genauer betrachten zu können benötige ich das Konzept der Fünf Säulen des Hobbys. Dieses ist ein Versuch, die wichtigsten Aspekte des vielfältigen Tabletophobbys zu beschreiben

Die Fünf Säulen des Hobbys

  • Sammeln
  • Basteln
  • Malen
  • Spielen
  • Drüber reden / über Games Workshop lästern

Gerade bei der letzten Säule, ist es sogar Games Workshop, die diese Formulierung benutzt. Ich denke es verleiht GW etwas zu viel Gewicht, ausschließlich über sie zu lästern oder sie als so zentral zu betrachten. Aber der kommunikative Austausch über Neuigkeiten, Vorteile und Missgeschicke verschiedener Hersteller, Spielsysteme und Spieler ist für viele schon ein wesentlicher Punkt. Und für uns auch der Punkt Magabotato zu betreiben.

Wichtig ist, dass für jeden von uns, die jeweiligen Säulen eine unterschiedliche Bedeutung haben. Manche ignorieren eine ganz, manche werden massiv von anderen eingefordert, obwohl man sie selbst als nicht bedeutsam betrachtet. Aber selbst wenn man eine Säule sträflich vernachlässig, ist man sich im Klaren, dass diese für andere ein wichtiger Punkt darstellen. Man braucht keine komplette Sammlung aller GamesDay-Miniaturen der 90er, um Freunde am Erwerb und Besitz seiner Modelle zu haben; man muss keine Dioramenplatten bauen, um Spaß beim Zusammenbau eines Modells zu empfinden; man muss keine CrystalBrush-Auszeichung anstreben, um festzustellen, das bunte Modelle besser aussehen als unbemalte; und auch wenn man keine Turniere spielt und nur Dioramen baut, weiß man, dass es Leute gibt, die sehr viel Spaß dabei haben diese Miniaturen über eine Spielplatte zu schieben und wegzuwürfeln. Und wie bei allen Hobbys, tauscht man sich aus und kommt zum Schluss, dass Modell/System Z vom Hersteller XY der letzte Mist ist, und jeder der das Gegenteil behauptet, offensichtlich blind/taub/dämlich ist. Ebenfalls muss man noch beachten, dass man die ersten drei Säulen auf alleine ausüben kann, während man bei den letzten beiden auf Mitmenschen angewiesen ist.

Krise oder Pause?

Das Problem mit Hobbys ist, dass sie Zeit kosten. Zeit, die wir gerne mit ihnen verbringen, aber Zeit, die wir nicht immer haben. Das kann nerven. Aber gerade keine Zeit für das Hobby zu haben, bedeutet nicht gleich in eine Hobbykrise zu steuern, obwohl das Eine zum Anderen führen kann. In unserer Lebenswirklichkeit gibt es immer wieder Dinge wie Beruf, Schul/Studienabschluss, Hausbau oder Familiengründung, die so viel Freizeit kosten können, dass temporär keine Zeit oder gar Geld  fürs Hobby bleibt. Der wichtige Punkt ist aber, dass in all diesen Fällen der Wunsch das Hobby auszuüben besteht, aber zurückgestellt wird.

Von der Krise spreche ich, wenn die Ausübung des Hobbys keinen Spaß mehr macht und ausschließlich für negativen Stress und Frust sorgt. Wenn der Gedanke an der Hobby eher zu schlechtem Gewissen oder Anspannung führt. Dann spreche ich von der Hobbykrise. Ist die Selbstwahrnehmung ausreichend ausgeprägt, kann dies zu Lösungsstrategien führen. Manchmal hat man sich aber auch dem Hobby so weit entfernt, dass man es lieber aufgibt. Jedes Ding hat seine Zeit. Nimmt man die Krise aber nicht wahr, kann dies zu immer mehr negativen Erlebnissen und Emotionen führen, welche man mit dem Hobby verbindet. Und diese ruinieren am Ende teilweise nicht nur das eigene, sondern auch das Hobby von anderen. Denn auch wenn man die ersten drei Säulen für sich alleine betreiben kann, sind die zwei letzten sozialer Natur. Ständige abgesagte Spiele oder angekündigte und dann verschobene Besuche bei Hobbyclubs ruinieren den eigenen Ruf und vergällen Mitspielern das Spiel. Ständige Flamewars, spitze Kommentare und Aufregung warum System XYZ gerade so viel Support erhält und beliebt ist, das selbst bevorzugte System GHJ aber nicht, können jede Diskussion abwürgen und anderen ihre geliebten Systeme madig machen.

Ich und meine Fünf Säulen

Wer Blog, Podcast und uralte Kommentare verfolgt, hat vielleicht einen Eindruck wie ich mein Hobby betreibe, aber hier meine Sichtweise, welchen Stellenwert die Fünf Säulen für mich haben.

Ich halte mich nicht für einen Sammler und pflege auch meine Sammlung nicht, in dem ich sie präsentiere oder strikt durchsortiere. Aber wenn ich ehrlich bin: es ist schon toll, einfach Miniaturen zu haben. Und im Bereich Freebooter‘s Fate ist durch vorhandene seltene und limitierte Stücke auch meine Ambition gewachsen – der Trend zur Siebtfraktion ist kein Witz, auch wenn diese mit der Ehefrau geteilt werden. Allerdings frustriet mich zunehmend mein „Haben-wollen“ –Reflex – sowohl an Freibeuterminis als auch an flexiblen Hartplastik-Gussrahmen. Natürlich wäre es toll, diese JETZT zu haben, aber a) spielt man das andere/neue System doch sowie so kaum, b) sind noch so viel ungebaute und unbemalte Miniaturen da und c) kosten die Miniaturen Geld, das gerade für andere Dinge (Auto/Nebenkosten/Familie&Kinder) besser angelegt ist. Sammeln kann frustrierend sein, wenn es zum Selbstzweck wird

Ich bastele gerne! Geländebau war der erste Aspekt des Hobbys, der mich wirklich packte und bis heute baue ich gerne Figuren zusammen, besonders, wenn man sie variantenreich kombinieren kann. Meine ausgeprägte Umbauphase habe ich mit meinen WH40K-Orks hinter mir gelassen, dafür habe ich mehr Erfahrung mit Hartschaum, Resin&Stewalin-Guss und Geländekonzeption gesammelt.
Und dennoch: Geländebau kann so unbefriedigend sein. Ich mag mein Gelände funktional und effektiv- also bekomme ich nicht die Anerkennung, die Dioramenbauer oder Modelbauer erhalten. Gelände erfährt generell weniger Aufmerksamkeit als bemalte Miniaturen, gerade wenn man im Laden spielt. Denn oft ist dort schon Gelände vorhanden und es ist aufwändig und unnötig nochmal eine Kiste selbst gebautes Gelände mitzuschleppen. Dann bin ich noch überfordert mit der Menge an Ideen und Machbarkeitsstudien, die ich habe. Da will man nur kurz eine Idee testen, wie man einen interessanten Fässerstapel umsetzen kann und ist plötzlich zwei Abende beschäftigt Fässer zu bemalen, obwohl man eigentlich mit dem angefangenen Kistenstapel weiter machen wollte. Und schließlich ist Geländebau auf Reisen unpraktisch. Wo es relativ simpel ist ein paar Figuren und Farben mitzuschleppen, und man als routiniertere Maler dann noch Nasspalette, Lampe und Küchen&Butterbrotapier dazu quetscht, muss man als Geländebauer ganze Kisten für Messer, Säge, Leim, Holz, Hartschaum, Tapete, Farbe und Kleinteile mitschleppen. Und gerade das Fehlen eines Werkzeugs oder einer Teilkomponenten kann einem eine gesamte Bastelaktion versauen.

Malen ist für mich nicht mein Kernaspekt des Hobbys, allerdings ist es keinesfalls nur ein notwendiges Übel. Malen kann Spaß machen, seit Jahren spiele ich nicht mehr unbemalt und je nach System, Zeit und Lust geschieht die Bemalung aufwändig oder pseudo-effektiv (Effektiv würde ja heißen, dass ich systematisch vorgehe und einen guten Durchsatz habe 😉 ). Und seit ich im Berufsleben bin, habe ich auf Dienstreisen oder wenn ich länger nicht daheim bin meistens ein paar Miniaturen zum Malen dabei. Allerdings können einen diese Minis sehr böse Anstarren, wenn man nach einem Arbeitstag noch etwas am Rechner daddelt oder sich einfach mit etwas zu lesen aufs Bett oder die Couch wirft, und eben nicht malt. Auch ist Malen Handwerk und Kunst, das bedeutet, man muss es üben und nur durch Anwenden hält man seinen Standard. Umso ärgerlicher ist es dann, wenn die aktuell begonnene Mannschaft einen höheren Malstandard als die letzte hatte, man aber für die nächsten Modelle keine Zeit findet, die Fähigkeiten sinken und dann auch noch der Zeitdruck wächst. Das kann schnell allen Spaß an der Bemalung enden lassen. Dies ging teilweise soweit, dass ein mir bekannter Spieler jegliche Turnierteilnahmen einstellte, bis er endlich seine neue Mannschaft auf höhere Malstandart abgeschlossen hätte – und nun aktuell gar nicht mehr malt oder spielt.

Spielen soll (allen) Spaß machen – zumindest ist dies der Zweck eines Spiels, neben dem Ziel zu gewinnen. Und ich spiele gerne, auch auf unterschiedlichem Ambitionsgrad. Aber, spielen benötigt Zeit und verlässliche Gegenüber. Wenn aber Mitspieler weggebrochen sind und erst neue gefunden oder aufgebaut werden müssen, kaum Zeit für Spiele oder den Besuch in einem Hobbyclub bleibt und keine interessanten Turniere in erreichbarer Entfernung sind, wird dies schnell frustrierend. Besonders trifft dies zu, wenn man ein System etwas ambitionierter spielt und auf Turniere gehen will, einem aber gleichwertige oder überhaupt vorhandene Übungsgegner fehlen. Oder umgekehrt, in dem man ein System eher entspannt getreibt, die erreichbaren Mitspieler aber überwiegend turnier-kompetetiv spielen wollen. Tatsächlich kann das Nicht-Spielen-Können-aber-Spielen-Wollen zu einer großen Frustquelle werden.

Eine Meinung hat jeder, manche möchten sie auch teilen – besonders ausgeprägt wird dieses Bedürfnis aber wenn man eine Webseite mit Podcast, Blog und Neuerscheinungsvorstellungen betreibt. Wir Magabotatos haben hier ein deutlich erhöhtes Bedürfnis, sonst würden wir nicht Geld und Freizeit investieren um die „weltbeste Tabletopseite der Welt“ zu betreiben. Viele unserer Kanäle der Meinungsmitteilung sind aber mit Mühe verbunden – und ich spreche hier nicht nur von technischen Aspekten, wie dem Schnitt eines Drei-Stunden-Podcasts mit vier Tonspuren, dem Pflegen einer Webseite oder dem online stellen von Bildern und Texten. Mit der Reichweite kommt auch der Druck informiert zu sein, denn die Netzgemeinde (ja, damit seid ihr gemeint) ist unerbittlich unsere Fehler zu finden und unsere Meinung kritisch zu hinterfragen. Mit dem Qualitätsanspruch wächst auch der Rechercheaufwand. Nun gibt es aber so viele Neuheiten, Systeme, Bastelblogs, Messen, Conventions und Tipps&Tricks, dass es schlicht unmöglich ist, einen weiten Überblick zu behalten. Auch sollte man den kreativen Aufwand für einen Bastelblog, eine Systemvorstellung oder einer sehr inhaltlichen Plauderrunde nicht unterschätzen, denn dieser Aufwand muss noch auf jeden der anderen vier Säulen aufgerechnet werden. Wenn einem Sammeln, Basteln, Malen und Spielen gerade wenig Freude bereiten, fällt es schwer Inhalte zu diesen Themen zu produzieren.

Wege aus der Krise

Nun habe ich aber diesen Artikel fertig gestellt und ihr habt bisher die ganzen 1839 Wörter durchgehalten. Zeit also zu Lösungen und Tipps zu kommen.

Aufhören zu jammern!
Es ist ein Hobby und es gibt nun mal wichtigeres im Leben. Es nicht so, dass eine Hobbykrise oder –Pause ein Trauerfall ist, der längere Trauerarbeit erfordert. Die Zeit, die man mit Jammern beschäftigt ist, kann man besser mit dem eigentlichen Hobby verbringen.

Selbstbeobachtung – Achtsamkeit
„Erkenne was du willst“
Welche Verhaltensweise legt man an den Tag, was bereitet einem Freude und was einem Frust. Dieser Punkt ist sicherlich der schwerste, aber bei ernsten Krisen der wichtigste. Was empfinde ich wann, was motiviert mich und wie kann ich diese Motivation erhalten. Male ich immer nur Grundfarben auf ein Modell, wenn es aber an die Highlights beginne ich tendenziell lieber Computer zu spielen?

Das Hobby ist vielfältig
Auch wenn für euch eine der Säulen besonders wichtig ist – die anderen Säulen können euch auch helfen euer Hobby zu tragen. Wenn ich keine Lust auf Skirmisher-Minis habe, baue ich eben Gelände. Oder, wenn die Säule eben bei euch brüchig ist: stellt nichts darauf. Wenn ihr keinen Bock habt eine Einzelminiatur aufwändig zu malen, dann spielt sie eben lieber unbemalt oder „Oh-Schitt“-Fertig als gar nicht zu spielen. Oder baut ein kleines Geländestück und plötzlich könntet ihr eher wieder Lust auf Detailarbeit mit dem Pinsel bekommen, als mit dem Malerpinsel 60cm Hartschaumblöcke trockenzubürsten. Oder schreibt einen Countrysong oder Blogartikel über eure Malblockade 😀

Einschränkung ist befreiend!
Oder auch: Finde deinen Fokus und setzte Prioritäten. Wenn du nicht dazu kommst fünf Systeme ambitioniert zu spielen, dann konzentriere dich auf die, welche du am liebsten spielst. Verkaufe Miniaturen, die du nie nutzt oder die dich regelmäßig frustrieren. Hänge eine Vitrine für deine tollsten Malprojekte auf und lagere den Rest ein, anstatt alles in den Glasschrank zu quetschen. Klappt es nicht mit dem Bemalstandard? Dann übe, oder wenn dich der Zeitdruck plagt, male mal ein Trupp einfache Figuren eines anderen Systems runter und erkenne, dass du vorwärts kommst.
Wenn du nicht mehr alles machen kannst, dann finde das, was du noch machen kannst und auch willst. Weniger ist oft mehr, und räumt vor allem euren Arbeitstisch mal wieder frei! Auch wegwerfen kann befreiend sein und beim Aufräumen finde ich oft wieder Dinge, über die ich mich freue.

Hobby muss Spaß machen!
Letzten Endes die Anwendung der vorherigen Punkte. Nicht mehr dem Frust nachhängen, sondern Dinge tun. Feststellen, was einem wichtig ist und alles überschüssige wegschneiden.
Wenn ihr keinen Bock auf das Malen von Highlights habt und lieber spielt – dann tut es nicht und beugt euch nicht dem Peer-pressure. Oder überlegt, ob ihr nicht mit Trockenbürsten und Tuschen besser zurechtkommt. Ihr, nicht Andere, definiert euer Hobby. Euch nervt, dass ihr für eine nur halbbemalte Armee auf dem Turnier Punktabzug bekommt? Dann malt entweder, sprecht die Orga an, warum sie diese Regelung als sinnvoll erachten oder lasst eure Armee bemalen. Ihr müsst teure Sammlerstück immer viermal kaufen und esst dafür lieber eine Woche im Monat Spagetti mit Ketchup? Fände ich nicht gesund, zumal Gemüse und Kartoffeln günstige Abwechslung schaffen – aber wenn euch das Spaß macht?
Es ist euer Hobby. Wenn nicht alles möglich ist, findet dass, was euch möglich ist und Spaß macht.

Fazit

So, ich habe viel über mich und meinen Mangel an Artikeln in den letzten Wochen geschrieben. Wie geht es euch? Hattet ihr schon mal eine Hobbykrise und wie habt ihr sie gelöst. Findet ihr meine Tipps und Strategien hilfreich oder wollt ihr andere vorschlagen? Ich freue mich auf eure Kommentare.

Auch ich bin schon richtig heiß auf mein nächstes Turnier/Bastelprojekt/Modell. Und denkt daran – es ist nur ein Hobby!

11 Comments on “Worte der Woche: Von Hobbykrisen und den Fünf Säulen”

  1. hobbykrise würde ich es bei mir jetzt nicht nennen,
    aber ich wollte auch ein neues system anfangen,
    habe mir aber das Deutsche Regelbuch gekauft,
    das war leider voller übersetzungs fehler,
    habe meins dann verlustfrei verkauft (super)
    und wollte mir dafür das Digitale Original kaufen, leider braucht man dafür eine Kreditkarte 🙁

    jetzt bleibe ich doch lieber bei den system, die ich schon habe.

  2. Jetzt wirklich von Krise bei mir zu sprechen wäre vermutlich zu viel gesagt, aber manchmal habe ich einfach keine Lust auf das Hobby und das ist auch vollkommen in Ordnung so. Genauso wie ich auch mal keine Lust auf andere Dinge habe.
    Ich habe für erkannt, dass es in solchen Zeiten das beste für mich ist aus dem Augen aus dem Sinn. Ungebastelter oder unbemalter Kram haben mich immer daran erinnert, dass da noch was zu erledigen ist, auf was ich einfach gerade keine Lust habe. In unserer ersten kleinen Butze haben wir dann irgendwann einen Vorhang vor das schmale Tabletopregal gehangen und damit war das Problem tatsächlich aus den Augen aus dem Sinn.
    Jetzt wo die Sammlungen etwas größer sind haben wir zum Glück ein Hobbyzimmer, was ich nicht mehr missen möchte. Hier wird bei Unlust einfach die Tür zu gemacht und erst dann wieder aufgemacht wenn ich mich wieder mit dem Hobby auseinander setzen möchte.

    Zugegeben durch die Newsarbeit und sonstige Aktivitäten bei Magabotato bleibt ein gewisser Kontakt nicht aus, aber damit kann ich dann auch in solchen Zeiten ganz gut um.

    Unterschreiben kann ich auf jeden Fall, dass ein gewisses Gesundschrumpfen wunder bewirken kann. Als ich mal Spielsysteme und Miniaturen aussortiert habe, die allenfalls noch für ein schlechtes Gewissen gesorgt haben, ging es mir schlagartig besser mit dem Hobby und ich hatte deutlich mehr Freude daran mich an die Sachen zu setzen, die mich wirklich interessieren.

  3. Hallo zusammen,

    Vielen Dank für deine tolle Darstellung unsers Hobby und dem Facettenreichtum der damit einhergeht. Ich persönlich sehe es wie oben beschrieben und mir waren alle Teile dieses Hobbys bewusst und lässt mich es deswegen auch so sehr lieben.

    Mein Focus lag immer auf dem bemalen von Miniaturen, und so trug es sich zu, das ich von Ergeiz getrieben, immer besser werden wollte. Das gipfelte dann in einen Bemal “Burnout” aus. Es ging garnichts mehr.

    Nach etwas hin und her Wand ich mich dann dem Geländebau zu. Es ist schön kreativ, muss aber nicht auf die Details achten wie es beim Balen einer Miniatur der Fall ist. Ich Knete ein paar Krater, stapelten Mauern, formte Bäume und gestaltete meine Platte. Das ging ein halbes Jahr lang so.

    Danach kam das Interesse am bemalen von Minis wieder und macht mir erneut Spaß. Was ich jedoch gelernt habe ist, regelmäßig eine andere Facette unseres Hobbys ausgeprägter zu betreiben damit mir sowas nicht noch einmal passiert.

    Vielen Dank nochmal an diesen Beitrag

  4. Danke für den Rundum-Blick! Im Groben sind das alles Erkenntnisse, die ich auch für mich schon vor einiger Zeit gemacht habe. Wichtig: Fokus. Und dann nicht gefrustet sein, dass einfach nicht alles geht, was man gerne machen würde. Das glaube ich, ist ein wichtiger Punkt, der in den letzten Jahren immer merh Gewicht bekommt. Die Ablenkungsmöglichkeiten sind groß und irgendwann muss man sich wohl eingestehen, dass man, vor allem, neben Beruf, Familie und Kindern (was man vielleicht vor ein paar Jährchen noch als Student gar nicht auf dem Schirm hatte :D) eben nicht alles schafft. Dass das aber nicht schlimm ist, muss man sich glaube ich erst mal eingestehen können und akzeptieren, dann geht der Rest von selbst: man kauft nicht mehr alles, will nicht bei jedem neuen System dabei sein, schrumpft seine Sammlung vielleicht sogar ein und behält eben den Fokus auf das, was einem wirklich wichtig ist und Spaß macht.

    Leider bei uns gerade auch wiede rein großes Thema, da in der Spielergemeisnchaft ein paar ohne größere Alltagsverpflichtungen (Job, Familie, Kinder) meinen, sie müssten andere als Weicheier und Lappen kritisieren, da sie nicht genug Zeit fürs Hobby aufbringen würden und daher unzuverlässig geworden sind. Traurig aber wahr. 🙁

    Anderer kurzer Punkt noch: als ich vor zwei / drei Järchen angefangen habe eure Webseite, den Podcast und den Blog zu verfolgen, bin ich immer wieder über das Titelbild mit der Riesennae gestolpert und wusste damit nix anzufangen, bis ich mal erkannt habe, dass es dabei um Kommentare geht. Vielleicht ließe sich da was im Stile der neuen Redakteur-Portraits machen, dass man schneller als erfassen kann und moderner aussieht? Das aber nur mal so am Rande. 🙂

    1. Danke fürs Feedback
      Das Bild mit der Nase ist mein persönlicher Running Gag. Damit findest du nur Meinungsartikel von mir verziert, in denen ich in den ersten paar Sätzen immer eine Bemerkung wie “riechen” oder “Nase in alles hineinstecken” unterbringe. Die anderen Worte der Woche-Artikel hatten ja andere Titelbilder. Da diese Meinungsartikel üblicherweise immer eher textlastige Essays sind, tut ich mir schwer da immer ein thematisches Titelbild zu finden – aber ich sollte langsam merken, dass nicht jeder, wie ich, eher Wort-getriggert ist.

      Aber da wir nun endlich weitgehend diese tollen Bilder aus benutzten, hatte ich auch schon überlegt, euch nicht zukünftig mit meiner Teetasse zu begrüßen und da noch ein Magabo-Logo unter zu bringen.

  5. Meine Hobbyzeit beschränkt sich auf die Abende, wenn der Kleine im Bett ist, und dann noch einen Abend die Woche, wo ich im Verein bin (klappt aber auch nicht immer, wenn keiner zum Spielen da ist, bleib ich daheim). Und an den Abenden hab ich meist keine Lust mehr, noch was zu Bemalen oder zu Basteln, ist eigentlich permanent Hobbykrise. 🙂 Licht blicke fürs Hobby sind die Wochenenden, wenn der Kleine mal bei seinen Großeltern ist, da hab ich dann mal Muße, was zu machen. Und da ich meine Anzahl Projekte durch Verkäufe und Einlagerung drastisch reduziert habe, sehe ich dann auch jedesmal Fortschritt, der mich für das nächste freie Wochenende motiviert. 😀

  6. Ich nehme da wirklich ungern das Wort “Krise” in den Mund! Wie Christian sagt: “Es ist nur ein Hobby!”. Bemalen, Basteln und Spielen bleibt schon mal Monate bei mir aus. Ich hatte Jahre, da stand Tabletop bei mir hinten an, aber meine tollen Armeen verkaufen, kam für mich nie in Frage! Hängen auch zu tolle Erinnerungen dran! ^^
    Und mich stört es auch nicht, dass noch ein Großteil der Figuren unbemalt ist! Wir (als Spielergruppe) machen uns nur ungern Stress Figuren so schnell wie möglich zu bemalen, damit wir sie beim Spielen einsetzen können! Klar sehen bemalte Regimenter deutlich besser aus, wenn sie in einem guten Standard mit Farbe “bekleckst” sind. Aber es steht nun mal der Spaß im Vordergrund und den muss jeder für sich selbst definieren!

    1. ganz richtig! Spaß muss sein!

      Geht mir mit dem Verkaufen genau so (außer damals bei WH40K), aber manche Sachen und Materialien kann man auch irgendwann entsorgen oder weitergeben. Meine Tochter und mein Neffe haben viel mehr Spaß mit diversen alten SpaceMarine-Modellen von Jonas oder alten nicht verkauften Orks von mir (#DieBuntäHordä)
      Bei der Bemalung ist das seit 10Jahren einfach ein Anspruch gegen mich selbst, den ich nur 1-2 mal gebrochen habe. Ich spiel auch lieber gegen bemalte Armeen – aber wenn es schnell gehen muss, wird halt mein Standard etwas abgesenkt und ich würde es auch nie beim Gegenüber einfordern.

  7. Also, besonders das Ausmisten von Zeit zu Zeit finde ich sehr hilfreich. Ich bin gerade wieder dran und verkaufe oder tausche einiges aus meinem Bestand, dass ich in diesem Leben wohl nicht mehr anfassen werde. Irgendwo da draußen ist ja oft jemand, der damit noch Spaß haben kann und wenn dann alles bei mir herumliegt, dann ist weder mir, noch dem unbekannten Suchenden geholfen.
    Da wir bald Nachwuchs bekommen, muss ich mein Arbeits-/Hobbyzimmer bald mit meiner Frau teilen. Da sollte es dann schon etwas organisierter hier zugehen. Ich werde deutlich mehr Kram im Keller einlagern und wohl auch einen meiner Vitrinenschränke rauswerfen. Die ganze Nummer bedeutet letztlich auch das Ende für einige Projekte, aber das ist okay. Ich wäre ja eh nicht dazu gekommen.

  8. Schon Artikel, gut lesbar, die Argumente sind nachvollziebar und man findet sich wieder 🙂

    Ich kenne die Hobby-krise eher von der anderen Seite: den Frust nicht genug Zeit zu haben für alles, was ich gerne machen würde. Es liegen zig Projekte auf dem Tisch, in Kartons und im Keller. Und trotz einigermaßen kontinuierlicher Arbeit an den Dingen, habe ich das Gefühl, dass es schneller voran gehen müsste.
    Außerdem würde ich gern mehr Online in den Foren, hier auf der Seite und auch insbesondere im örtlichen Laden sowie bei Spielbekannten präsent sein. Irgendwann wird’s schon zeitlich luftiger werden 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.