Review: The Russian Alternative

Ich habe bis vor einigen Jahren sehr gerne Warhammer Fantasy gespielt. Kurz vor der Umstellung auf Age of Sigmar hatte ich dann aber meinen kompletten Tabletopkram verkauft. Da mich das Hobby aber nicht wirklich losgelassen hat, habe ich mit Warhammer 40K wieder angefangen und in der Zwischenzeit sind auch einige andere Projekte hinzugekommen.

Da sich bei mir in der Gegend eine 9th Age Spielergruppe gegründet hat, wollte ich auch dort wieder mit einsteigen. Mein Fokus des Hobbies hat sich aber vom Spielen aufs Malen und Basteln verschoben, daher wollte ich dann auch nicht eine Standardarmee haben. Also ging ich vorerst die Liste der verfügbaren Fraktionen für T9A durch. Hier fielen mir sofort die Chaoszwerge auf. Immerhin ist dies eine Truppe, die man nicht ganz so häufig sieht, da die GW-Modelle nur sehr schwer oder teuer zu bekommen sind – von Forgeworld mal ganz zu schweigen. Durch meine Arbeit als Newsredakteur hatte ich einige interessante Hersteller in meiner Beobachtungsliste. Neben Norba Miniatures, MOM Miniaturas und Lost Kingdom Miniatures sind mir als günstigste Variante die Modelle von The Russian Alternative ins Auge gefallen.

Das Design ist meiner Meinung nach sehr ansprechend und orientiert sich stark an den klassischen Miniaturen von Games Workshop.

Doch was taugen die Modelle und wie ist die Gussqualität?

Um diese Frage zu beantworten habe ich mir für Testzwecke eine Einheit der Dwarves of Fire Canyon inkl. Kommandoeinheit und einen separaten Helden aus Resin bestellt.

The Dwarves of Fire Canyon Unit
Inhalt: 10 Modelle
Material: Resin
Preis: 18,- $ (ca. 14,55 €)

The Dwarves of Fire Canyon Command Group 2
Inhalt: 3 Modelle
Material: Resin
Preis: 16,25 $ (ca. 13,14 €)

The Dwarf of Fire Canyon 3
Inhalt: 1 Modell
Material: Resin
Preis: 9,- $ (ca. 7,27 €)

Die Miniaturen sind nicht nur relativ günstig, sondern werden auch kostenfrei mit Tracking-Nummer aus Russland versendet. Nach drei Wochen Lieferzeit und Abfertigung durch den Zoll erhielt ich dann die Miniaturen.

Als erstes schauen wir uns die große Einheit an. Die einzelnen Einheiten kommen in eigenen Kartons, bei denen auf der Vorderseite der bemalte Inhalt abgebildet ist.

Öffnet man diese, findet man hier die zehn Miniaturen sowie die Waffenteile und Schilde zwischen zwei Lagen Schaumstoff.

Darauf befinden sich zehn vorgestaltete Resinbases.

Der Körper der einzelnen Miniaturen ist als ein Teil gegossen, so dass man lediglich die Waffenarme anbringen kann.

Dadurch kann man die Einheit mit zwei Handwaffen oder Waffe und Schild zusammen bauen. Da es sich hierbei aber um zehn verschiedene Grundkörper handelt, ist für ausreichend Abwechslung gesorgt.

Beim Auspacken der Miniaturen fiel mir sofort der typische Geruch von Resin und Trennmittel auf. Dies merkt man auch, wenn man die Rohlinge in der Hand hält. Ein ganz leicht schmieriger Film befindet sich darauf, weswegen man die Minis vor dem Grundieren ordentlich mit Spüli säubern sollte.

Die Zwerge haben einen Steg angegossen um sie sicher auf Schlitzbases zu stellen. Dieser muss für die mitgelieferten Resinbases allerdings entfernt werden. Für die Detailaufnahmen habe ich sie erst einmal auf runden Schlitzbases positioniert.

Die Details sind scharf gegossen und man kann diese auf Anhieb auseinander halten. Lediglich beim Guss gibt es einige Kritikpunkte. So sind z.B. bei dem Kettenhemd kleinere Stege zwischen den einzelnen Panzerplatten zu erkennen. Ebenso findet man an deren Spitzen einige Luftblasen.

Diese sieht man auch auf der Unterseite der Miniatur, sowie an den Fingerknöcheln. Während die Luftbläschen nicht weiter stören, sind diese bei den Händen umso ärgerlicher, da man sie vor dem Bemalen erst einmal mit Green Stuff oder Milliput ausbessern muss.

Auch die Hinterschneidung bei den Hörnern der Helme ist nicht ganz so sauber.

Ebenso hat man einige Gussgrate, an denen man genau sehen kann, wie die Gussformen beschaffen waren.

Widmen wir uns der nächsten Box – die Kommandoeinheit. Diese kommt auch in einem Karton mit zwei Lagen Schaumstoff zwischen denen sich die Miniaturen, Bases und Einzelteile befinden. Dieses Mal kommen sie allerdings ohne angegossenen Steg.

  

Die Gussqualität der Einheit ist um Einiges besser als beim gemeinen Fußvolk.

Ein paar Luftbläschen findet man aber dennoch, nur sind diese nicht so stark vertreten. Ebenso zieht sich ein großer Gussgrat beim Musiker quer über den Kopf. Aber auch dieser lässt sich mit einem scharfen Bastelmesser gut entfernen.

Der letzte im Bunde ist dann der Held. Wie bei den anderen beiden Boxen befindet sich die Miniatur wieder sicher verpackt zwischen zwei Lagen Schaumstoff und beinhaltet unterschiedliche Ausrüstungsoptionen wie Handwaffe, Schild, Speer und einen Arm um einen Magier darzustellen.

 

Leider sind die Details der Miniatur nicht so sauber wie bei den Rest, so dass man zum Beispiel im Gesicht eher erraten muss, ob es sich nun um Narben oder einfach nur unsaubere Gussstellen handelt.

Ebenso findet man hier wieder mehr Lufteinschlüsse und Gussgrate.

 

Die Miniaturen lassen sich aber alle sehr gut bearbeiten. Das Material ist sehr fest ohne dabei allzu brüchig sein. Man merkt hierbei schon, dass man sie vor dem Grundieren gründlich säubern sollte, denn der Geruch und ein leicht öliger Film lassen auf Rückstände des Trennmittels schließen, wodurch die Grundierung nicht haften würde.

Nachdem ich dies getan hatte, wurden die ersten drei Minis im 2-K-Verfahren grundiert, damit alle Details deutlicher sichtbar werden. Nach ein bisschen Recherche für ein Farbschema konnte ich nach ein paar Stunden Arbeit die ersten Ergebnisse vorweisen. Da ich die ersten drei Zwerge aber für mein Frostgrave-Projekt benötigt habe, wurden sie nicht auf die mitgelieferten Bases gestellt, sondern auf passende Rundbases verfrachtet.

Und hier zum Abschluss noch ein Größenvergleich mit einem klassischen Zwerg von Games Workshop und ein paar Miniaturen aus meinem Frostgrave-Projekt.

Von links nach rechts: Barbar von Red Box Games, Thain der Zwerge von GW, Chaoszwerg von Russian Alternative, Skelettkrieger von GW, Hauptmann der Norse von Mierce Miniatures

Fazit

Das Design der Miniaturen gefällt mir sehr gut. Leider ist die eher durchwachsene Qualität etwas ärgerlich. Möchte man sich aber die Zeit nehmen und die Miniaturen nachbearbeiten, bekommt man hier für relativ kleines Geld eine recht ansehnliche, schlagkräftige Truppe.

The Russian Alternative bietet die Miniaturen auch aus Metall an, welche allerdings etwas mehr kosten. Diese werde ich mir aber dennoch gönnen und euch davon berichten.

Über Daniel "stix0r"

Seit 2000 im Hobby tätig. Angefangen habe ich mit Warhammer Fantasy und 40K. Neben Auftragsarbeiten male ich hauptsächlich für die Vitrine, aber spiele auch ganz gerne mal. Aktuelle Systeme: AvP, Dropfleet Commander, Frostgrave, Warhammer 40K aktuelle Projekte: Aliens für AvP, Death Guard, Deutsche für Bolt Action, Römer für Hail Caesar, Gelände und Monster für Frostgrave, Relic, diverse Großfiguren und Büsten

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One Comment on “Review: The Russian Alternative”

  1. Schönes Review. Die Zwerge passen optisch gut zu denen von FW oder Lost Kingdom. Ist der Designer hinter Lost Kingdom nicht an ein paar der Russenzwerge beteiligt? Ich meine mal sowas gelesen zu haben.

    Die Zwerge von Lost Kingdom haben eine sehr viel bessere Gussqualität, kosten aber auch das doppelte. Von denen habe nach der RPC ein Review an Tom geschickt, ist das eigentlich angekommen?

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