Hobby 1×1: Vergleich Stewalin gegen Plastalin

Hallo und willkommen im Blog-Atelier.

Heute haben wir für euch wieder mal einen Beitrag aus der Kategorie Hobby 1×1, in der unsere Redakteure furchtlos all ihre Fehler dokumentieren, damit ihr sie nicht wiederholen müsst.

Dieses Mal vergleicht Christian zwei keramische Gussmaterialien.

Gussmaterialien

Wie ihr vielleicht wisst, gieße ich recht gerne mit Resin und keramischen Gussmassen Gedöns für meine Spieltische. Als ich nun letztens bemerkte, dass mein Vorrat an Formsilikon wieder zur Neige ging, wollte ich bei meinem bevorzugten Gussmaterialhändler nachbestellen – und stellte dabei fest, dass ich kein Stewalin mehr fand. Stattdessen bot er die Reliefgießmasse Plastalin Super brilliantweiss an.

Plastalin Super brilliantweiss zeichnet sich durch eine hohe Abformgenauigkeit, eine schnelle Aushärtung,
mühelose Entformbarkeit und eine hohe Bruchfestigkeit aus.
Ausgehärtete Gegenstände weisen eine porzellanähnliche, glatte Oberfläche auf und lassen sich kinderleicht bemalen.

Plastalin Super brilliantweiss überzeugt außerdem durch den konkurrenzlos günstigen Preis!
Von der Qualität vergleichbar mit Stewalin, Keramin-S, etc.

Der vergleichsweise geringe Preis und der Vergleich mit Keramin-S machten mich skeptisch, aber der Text wies doch einige Parallelen zu Stewalin auf.
Da zum Beispiel die Unterschiede zwischen Stewalin und Keramin subtil, aber wichtig sind, entschloss ich mich zu einem Test – und dachte da ganz selbstlos auch an euch. 😉

Die Fakten

Stewalin von Glorex

  • aus meinem lokalen Künstlerbedarf
  • 1 kg für ~ 6 – 7 €
  • viele gute Erfahrungen

Plastalin Super brilliantweiss

  • Anbieter Trollfactory
  • 5 kg für 17,90 € – entspricht 3,58 €/kg
  • wird auch mit Keramin-S verglichen, welches ich nicht schätze
  • wird aber auch mit Stewalin verglichen…

Der Fairness halber muss ich sagen, dass Trollfactory inzwischen wieder 1 kg-Boxen Stewalin für 9,90 € führt, im 25 kg Sack wird auch ein Preis von 3,58 € erreicht.
5 kg klingen und sind auch viel, auf der anderen Seite hatte ich sowieso ein paar größere Projekte im Kopf. Würde das Plastalin meinen Anforderungen gerecht, würde ich diese Menge schon verbrauchen können.

Mischen und Guss

Aufgrund meiner Erfahrungen und den vielen Tipps von Michael Martin von TWS mischte ich beide Massen (nacheinander) nicht im empfohlenen Verhältnis 4:1 sondern eher im Verhältnis 3,5:1 an. Es fließt einfach besser und ist einfacher zu “entlüften” – naja, man bekommt mit Klopfen die Lufteinschlüsse besser heraus.

Als Gussform benutzte ich die Giebelform für meine 10 cm Hütten und meine alte Feldmauern-Form.
Gleich beim ersten Versuch, als ich die leicht feuchten Plastalinteile auslösen wollte, war ich zu ungeduldig. Die noch nicht ausgehärteten Teile zerbrachen. Mit etwas mehr Zeit wurde der zweite Anlauf besser. Zu meiner Verteidigung kann ich nur vorbringen, dass ich nun gut sieben Monate keine Teile mehr in diesen Größen gegossen hatte und sonst immer nebenher und mit mehr Zeit gieße.

Stewalin verhielt sich ähnlich, hier zerbrach mir zwar auch eine Mauer, aber das ließ sich mit Holzleim leicht kleben.

Da reinweisse Gussteile doof zu fotografieren sind und ich noch die Bemaleigenschaften testen wollte, bemalte ich die Holzbalken dunkelbraun, tuschte die Teile mit einer Mischung aus sehr dünner Farbe, Tusche und Pigmenten und bürstete sie danach mit einem Ocker-Knochenton.

Beide Versionen verhielten sich dabei praktisch identisch.

Fazit

Das Plastalin ist in Sachen Guss und Bemalbarkeit genauso gut wie Stewalin, dabei aber normalerweise deutlich günstiger. Ich kann es uneingeschränkt empfehlen. Und wenn ich mal in die Versuchung komme, einen 25 kg Sack zu benötigen, hängt es nur davon ab, was dieser in Plastalin oder Stewalin kostet.

Was haltet ihr von dem Vergleich? Wolltet ihr noch andere Aspekte getestet sehen? Und habt ihr schon Erfahrung mit dem Material?

Dann freuen wir uns auf eure Kommentare!

Über Christian

Christian hat schon sehr lange, sehr ausführlich und sehr oft Beiträge auf Magabotato kommentiert bevor er zum Team dazu gestoßen ist. Als wir aufgerufen haben uns Gastartikel einzusenden tat er dies so oft und regelmäßig, dass wir ihn direkt ins Team holen mussten. Christian kümmert sich bei Magabotato um die Veröffentlichung von Blogartikeln und hat bis zu Reboot der Seite auch den Kontakt mit unseren Gastautoren gepflegt. Er ist für seine Hilfsbereitschaft und das Schreiben der Konferenzprotokolle beliebt und für seine “Klugkoterei” gefürchtet. Zu Christians liebsten Hobbytätigkeiten zählen: Geländebau, LARP, Turniere spielen (Freebooters Fate), Brettspiel und Rollenspiel. Aktive Tabletopsysteme sind: Freebooters Fate, Saga, Bolt Action, Dropzone Commander, bald wohl auf Dead Man’s Hand und Frostgrave

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9 Comments on “Hobby 1×1: Vergleich Stewalin gegen Plastalin”

  1. Interessant wären auch die Verarbeitungszeiten und Eigenschaften während dieser Zeit: Wann bindet das Plastalin im Vergleich zum Stewalin? Ist es genauso lange flüssig, um flächigere Formen einzupinseln und zu befüllen oder wird es schnell “breiig”? Wie schnell härtet es aus? etc.

    Ich hatte mir vor einigen Monaten verschiedene Dentalgipse als 1kg-Proben bestellt und bin nach dem Testen (für meine Bedürfnisse) beim Stewalin geblieben. Denn: Manche Gipse wurden deutlich schneller hart, so dass man damit nur eine kleine Form hätte vernünftig befüllen können (z.B. einen Zahnabdruck – für sein eigentliches Einsatzgebiet ist dieser Gips also super).

    Stewalin ist letztlich auch nur ein Dentalgips mit bestimmten Eigenschaften und meiner Meinung nach daher nicht zwangsläufig “besser” als ein anderer Gips mit Plastik-Anteil. Natürlich gibt es ein paar Parameter, die ein Gips erfüllen sollte wie z.B. Härte, Abformgenauigkeit und ob die Oberfläche später porös aussieht. Aber darüber hinaus kann es sich lohnen, gezielt Gipse für die jeweilige Anwendung zu verwenden und vielleicht so außerdem ein paar Euro zu sparen.

    1. Danke für die Rückmeldungen.

      Der Bruchtest kommt noch und ich habe noch keine größeren Mengen davon verarbeitet.
      Auf den ersten Eindruck würde ich sagen, in der Verarbeitung und Topf/Härtezeit ist mir kein Unterschied aufgefallen.
      Ich setzte mich aber bei Gelegenheit mal mit der Stoppuhr hin, ich habe ja meinen Stolz als praktizierender praktischer Naturwissenschaftler.

    1. Kurz:
      – geringere Oberflächengüte
      – geringere Oberflächenhärte
      – etwas schlechteres Gussverhalten, vor allem beim “Entlüften”
      – etwas preisgünstiger, bei deutlich schlechterem Verhalten.
      Ich nutze es nur noch um den Erstling in einer neuen Form zu gießen.

      Könnte aber ziemlich gut für Porenbeton in Modernen Settings sein!

  2. Danke für den Vergleichstest! Leider bestätigst du meine Befürchtungen! Egal ob Stewalin, Plastelin oder ähnliche keramische Gießmassen… das Zeug ist einfach zu spröde und nicht für die Ewigkeit gemacht! Da nutze ich doch lieber Resin für meine Geländestücke (Wohlgemerkt nicht für Figuren !!!). Gibt es denn noch Alternativen, die nicht so furchtbar spröde sind?

    1. Bitte, ich freue mich, dass er euch so gut gefällt!

      Aber zum Thema Sprödigkeit, habe ich hier noch gar nix gesagt……Resin bricht und biegt auch wenn zu es zu früh aus der Form nimmst. Ich verzichte jetzt auf meinen Naturwissenschaftler-Rant, über Ergebnisse aus Versuchen zu lesen, die gar nicht getestet wurden und Erwartungshaltungen beim Lesen 🙂 Den habe ich heute schon auf der Arbeit gehalten 😀

      Nur kurz:
      -Den Bruchtest reiche ich noch nach, beibe gespannt.
      – Eine Serie zum Thema Gussmaterialien kommt noch. Da behandelt ich genau deinen Punkt.
      – Resin vs Stewalin: wurde hier nicht behandelt 🙂
      Ich habe Stücke, die ich nur aus Resin gieße, ich habe Formen, die ich für beide Materialien benutzen kann, aber eine klare Präferenz habe und es gibt Stücke, die ich nur aus Keramik und nicht mit Resin gießen würde – primär aus Kostengründen und den thermischen Effekten.

  3. Hallo bin hier zufällig rein geraten und habe deine Vergleiche gelesen…sehr interessant….ich stehe nämlich vor der Entscheidung wieder neues Material zu bestellen….bis jetzt hab ich den zweiten Sack Keramin-S verbraucht….damit hatte ich ursprünglich angefangen weil ich Ornamente für drinnen und draußen giessen wollte..Da sich die Sache mit draussen aber erledigt hat und das Keramik -S das Teuerste ist wollte ich auf etwas vergleichbares umsteigen. Nun meine wichtigste Frage…wie hart ist es im Vergleich bzw.wie zerbrechlich….die Ornamente die ich Giesse sind für Schrankverzierunge in 1:1….aber auch für Puppenstuben in 1:12…Das heisst auch sehr klein und filigran…kannst du das Plastalin oder das Stewalin dafür empfehlen…

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