4. Offizielle Freebooter’s Fate Turnier – Christians Turniervorbereitung

Endlich! Es ist soweit – heute um 10:30 Uhr beginnt das 4. Offizielle Freebooter’s Fate Turnier im Rahmen Niederrhein-Con in Wesel. Dies ist für mich endlich mal die Gelegenheit, auf einem der offiziellen Turniere mitzuspielen und einen Eindruck aus erster Hand zu erhalten. Zudem treffe ich dort etliche Bekannte und habe die Gelegenheit, fünf Partien an zwei Tagen zu spielen. Als Bonus plane ich zu zelten und mir noch die Niederrhein-Con anzuschauen.
Da ein Turnierbericht über fünf Partien, ein evt Conbericht und noch das Turnier im Allgemeinen sehr umfangreich werden könnten, splitte ich hier schon mal die Vorberichterstattung ab. Die Bilder stammen weitgehend von älteren Turnierberichten.

Bedeutung des Turniers

Dies wird meine erste Gelegenheit, auf einem offiziellen Freebooters-Turnier mitzuspielen. Die ersten beiden fanden zu einem Zeitpunkt statt, als ich noch nicht im Turnierumfeld involviert war, das dritte Turnier war ein Ironball-Turnier, das für mich weniger Reiz besaß und auch noch in eine kleine Hobby-Depression fiel.

Insgesamt ist das offizielle Turnier ein Szenetreffen, da man mit den Machern und Spielern aus ganz Deutschland zusammen kommt. Meistens wurde hinterher gegrillt und es gab ein Meet&Greet mit dem Team.
Andererseits ist es das wichtigste, weil größte Turnier in Deutschland. Selbst wenn es dieses Mal “nur” 20 Mitspieler (Stand 15.08.19) werden, ist dies das größte Turnier seit dem letzten offiziellen Turnier 2018 und überhaupt waren bisher nur die anderen offiziellen Turniere größer. Auch wird dieses das erste zweitägige Freebooters-Turnier sein.
Somit erhält das Turnier ein großes Gewicht in NTR, ist allerdings nicht so absurd groß, dass es andere Turnierwertungen bedeutungslos werden lässt. Außerdem haben hier die Spieler die Gelegenheit, mal völlig andere Metas kennenzulernen.

Der Eindruck im Vorfeld

Das Turnier wurde von einer ungünstigen Entwicklung im Vorfeld behindert: Der Insolvenz des Uhrwerksverlages. Durch die relative räumliche Nähe von Freebooter Miniatures zur Eulen-Con bot sich diese als Veranstaltungsort an. Mit der Niederrhein-Con wurde aber schnell ein Ersatz am gleichen Ort geschaffen. Aber man sieht, wie eng doch die Nerd-Szene in Deutschland verflochten ist.

Als Organisator tritt neben Freebooter Miniatures auch Florian “Nirnaeth” Väth, der Organisator und Regelgnom der “Meuterei am Main”-Turniere vom Asgard Aschaffenburg e.V. auf. Ein Fakt, der besonders für mich sehr vorteilhaft ist, wie ich später noch darlegen werde.

Turnierorga Florian.

Die Organisation im Vorfeld war sehr gut, bezahlt wurde wohl pünktlich, alleine die Abgabe der Mannschaftslisten veranlasste Florian zu einigen netten Erinnerungen an die Teilnehmer. Als Schiedsrichter und Springer unterstützt ihn noch unser nördlichstes Magabotato-Mitglied Michael.

Szenarien und Regeln im Detail

Reglement und Szenarien waren rechtzeitig und früh genug bekannt und orientieren sich an den “Meutereien”. Das empfinde ich als sehr günstig für mich, da ich von diesem Meta geprägt wurde.
Limitierte Modelle sind dieses Mal nicht zugelassen, ebenso herrscht eine Bemalpflicht von 90 %.
Ansonsten gelten die Regeln der 2. Edition, die ja noch überwiegend klar formuliert sind. Besonderes Augenmerk gilt natürlich der “Sei kein Arsch”-Regel, auf die noch mal explizit hingewiesen wurde. Freebooters ist halt kein hartes Turniersystem, in dem es um 1 mm geht, sondern das Turnier ist dazu da, fünf Partien an einem Tag zu spielen. Turniersiege und weinende Mitspieler sind da höchstens ein Bonus. 😉

Die Szenarien sind mir alle schon bekannt und zum Glück habe ich sie alle schon unter Turnierbedingungen gespielt. Wieder kann man über ausgeschaltete gegnerische Mannschaftsmitglieder 500, über das Szenario aber 700 Ru(h)mpunkte erhalten. Die Nebenmissionen werden über die Nebenmissionskarten bestimmt, was die einzige Abweichung vom Aschaffenburger Meta ist. Denn auch die Turnierpunktematrix kommt wieder zum Einsatz und belohnt so knappe Unentschieden mehr als sehr blutige Partien.

Szenario 1 – Sichert das Schwarzpulver
…und schon brennt das Fass der Amazonen.

Ein Aktivierungsszenario. Das eigene Fass will man halten, die neutralen und das des Gegners plündern und in die Luft sprengen. Fremde Fässer bringen mehr Punkte und das Sprengen kann unverhofft große Wirkungsradien bekommen. Ich habe in diesem Szenario schon harte Lektionen gelernt und große Siege eingefahren und freue mich darauf. Generell ist es gut, hier aggressiv vorzurücken, dies aber beim Gegner zu unterbinden. Ein Szenario, für das man die Dynamik der Partie abschätzen muss.

Szenario 2 – Schatzsuche
Die Piraten sind angriffsbereit.

Nicht das Szenario aus dem Regelbuch, sondern ein etwas weniger zufälliges “Erobern und Halten”-Szenario. Es geht darum, die eigene Ausgrabungszone vor der eigenen Aufstellungszone zu halten und die des Gegners einzunehmen. Dabei geht es um die Anzahl der Modelle in der Zone. Da das Einnehmen der Gegnerzone mehr bringt als das Halten der eigenen kann man sich auch auf das Verweigern der eigenen Zone konzentrieren. Mit 15 cm Radius sind sie übrigens recht groß.
Ein Szenario, das Offensive und Defensive fordert und in dem früher Materialverlust sehr ungünstig wird.

Szenario 3 – Schatzbergung
Vorrücken auf die letzte Kiste mit dem Schatz.

Eher das Szenario, welches man aus dem Regelwerk kennt. Unter vier Schatzkisten gilt es, den Schatz zu finden und dann in die gegnerische Aufstellungszone zu bringen. Ein Szenario, was ich bisher nur vom Arenakrieg – Tropical Edition kenne. Ru(h)mpunkte gibt es für das Finden von Fallen und den Besitz und das Sichern der Schatzkiste. Puh – das könnte heikel werden, am besten bedroht man alle Kisten, fügt dem Gegner aber erstmal Schaden zu. Da dies die letzte Partie des ersten Tages ist, rechne ich mit ein paar Konditionsschwächen bei den Spielern.

Szenario 4 – Die Heilpflanze
Momma und Krätze stellen den Cazadore-Gardisten.

Der berüchtigte Ausputzer, den man mal gespielt haben sollte. Ein Szenario, welches von einem alten Alchemy-Szenario inspiriert wurde, und den ich auf den Meutereien fürchten und schätzen gelernt habe. Zonenkontrolle mit einer überraschenden Punkte-Dynamik. Das einzige Szenario in dem es wichtig ist, Heuerkosten auf einen Punkt zu konzentrieren und taktisch Zonen zu besetzen und später auch zu halten.

Szenario 5 – Dodojagd
Vorrücken gegen die Dodos.

Der Klassiker und mein persönliches Lieblingsszenario zum Abschluss. Auch wenn das Szenario die leichte Abänderung durch die Dodomutter besitzt, wird es wohl in Zufall und Chaos enden. Ich habe hier Niederlagen und Kantersiege eingefahren und werden schauen, wo mich dieses Szenario am Ende hinspült.

Meine Heuerlisten

So mal ganz allgemein gesprochen: Ja, man kann seine Heuerliste sehr auf Szenarien anpassen und in der Vergangenheit hatte ich auch dazu eine Neigung. Aber letzten Endes gilt das Infinity-Motto “It is you – never your list”. Man sollte einfach die Liste spielen, mit der man sich wohlfühlt und gut umgehen kann. Der Umkehrschluss gilt aber nicht, da nicht jede Liste, die man toll findet, sich auch im Spiel gut schlägt. Hier war es für mich eine große Hilfe, noch mal alle meine Turnierberichte durchzugehen. Ich wollte nochmal Goblins spielen. Daher hier meine beiden Mannschaften.

Goblin-Schützenfest

Gront
3 x Matrose (Krätze, Sancho, Cicco)
2 x Velereo (Carlo, Zarre)
Momma Cebada
Huerso Narg
Yogo Yogo + Fetisch
Loas: Tamore, L’Amidon, Charisar
Schwalbe

Das Konzept ist einfach: Goblin-Feuerkraft! Zum ersten Mal habe ich diese Liste auf der Hochlandpiraterie von Tom gespielt – mit gemischtem Erfolg, was aber jeweils nicht an der Liste, sondern den geübten Gegenspielern Tom und Michael lag. Also habe ich nur Feineinstellungen vorgenommen.
Die Veleros machen die Laufarbeit. Gront und die ganzen Matrosen sorgen für Beschuss, Schwalbe deckt sogar die Mittelreichweite ab. Momma Cebada heilt die wichtigen Modelle und steht gemeinsam mit Huerso Narg für Gegenangriffe bereit. Yogo Yogo ist für böse Überraschungen gut und wird mit Charisar Schwalbe zur Scharfschützin machen. Leider konnte ich keine Harten Jungs oder den Loa Courant mehr einbauen.
Diese Liste plane ich gegen eher unerfahrene Spieler und immer, wenn ich Zonen halten muss, wie in den Szenarien 2 und 4. Oder wenn ich einen Gegner habe, dem ich lieber im Fernkampf begegne. Mit zehn Aktivierungen bin ich nun nicht sehr eindrucksvoll für Goblins, habe aber dafür auch Qualität.

Gobbolutións-Trupp

Chulo Bolu + Poncebys Taktikmanual
2x Matrosen (Krätze, Sancho)
Velero  (Carlo)
2x Harte Jungen (Tromo, Boobb)
Momma Galina
Pierre & Paolo
Cucaracha
Capitana Roja

Das Grundthema der Liste habe ich schon häufiger gespielt, aber gerade auf der Meuterei 10 hat mich diese Mannschaft beeindruckt. Damals hatte die Liste noch mehr Beschuss, sich aber beim aggressiven Vorrücken bewährt. Durch Roja habe ich eine Nummer zwei mit Biss, Momma Galina kann sich auch gut durchsetzen und den Trick mit dem Initiative-Bonus für Chulo habe ich nun schon oft genug erklärt.
Ein bisschen schade fand ich, dass ich nicht den Hasardeur Dante noch einbauen konnte, das hätte aber zu viele Änderungen beim Gefolge nötig gemacht.
Die Liste plane ich, wenn ich aggressiver spielen muss, besonders in Szenario 1 und 3. Oder wenn der Gegner routinierter ist und sich nicht von Loas erschrecken lässt.

Das Mitspielerfeld

Die Mitspieler lassen sich auf drei Arten strukturieren. Erstens in gute Bekannte und neue Bekannte – ich bin schon gespannt auf sie.
Zweitens sind da die gewählten Mannschaften. Ein Viertel aller Spieler kommt mit Goblins, zusammen mit den Piraten stellen sie beinahe die Hälfte aller Spieler. Alle andere Mannschaften sind vertreten, allerdings die Armada nur einmal. Das bedeutet für mich voraussichtlich wenige Überraschungen, aber mal sollte sich nicht zu früh freuen.

Drittens ist da die Erfahrung. Ich denke, diese wird eine große Rolle spielen, aber nur weil ein Spieler noch keine gewerteten Turniere hat, heißt das nicht, dass er unerfahren ist. Vermutlich ist er aber noch nicht so abgebrüht. Sieben Spieler aus der ganzen Republik fallen in diese Kategorie.

Dann ist da der Mittelbau, zu dem ich mich auch zähle. Bis auf eine Spielerin kenne ich dort niemanden. Ich weiß aber auch, dass sie sich ihre Turnierpunkte in anderen Metas verdient haben. Erfahrene Spieler, die für eine Überraschung gut sind, aber sich auch auf die Szenarien einstellen müssen.

Kommen wir zur Top12, jene Spieler die sich hoch in Turnieren platziert hatten oder gerade sehr aktiv sind. Hier sind fünf Spieler gemeldet, sechs, wenn man noch Michael als Springer zählt. Dies sind alles Spieler, die beim letzten offiziellen Turnier hochplatziert waren oder in ihren lokalen Metas Platzhirsche sind und einige Turniere gewonnen oder erfolgreich abgeschlossen haben. Manche kenne ich noch nicht, bei anderen weiß ich, dass ich sie an einem guten Tag schlagen werde. Andere schätze ich als brandgefährlich ein und sei es nur, weil es meine Turniernemesis Tom ist.

Ja, das wird interessant.

Meine Vorbereitung und Training

…haha, der war gut. Ihr glaubt doch nicht, dass ich zum Üben oder Spielen gekommen wäre. Meine letzte Partie war am 09.03.2019, eine Turnierklatsche durch Tom.

Freut euch auf Livebilder von der Niederrhein-Con. Ihr werdet wieder Zeugen meiner Niederlagen werden. Und wer übrigens alle fünf Szenariobilder dem richtigen Turnier zuordnen kann, bekommt nicht nur Ru(h)m und Ehre, sondern vielleicht einen Beutel meines Gedöns.
Schreibt an christian[ät]magabotato.de oder hier hin.

Ich freue mich auf eure Kommentare!

Über Christian

Christian hat schon sehr lange, sehr ausführlich und sehr oft Beiträge auf Magabotato kommentiert bevor er zum Team dazu gestoßen ist. Als wir aufgerufen haben uns Gastartikel einzusenden tat er dies so oft und regelmäßig, dass wir ihn direkt ins Team holen mussten. Christian kümmert sich bei Magabotato um die Veröffentlichung von Blogartikeln und hat bis zu Reboot der Seite auch den Kontakt mit unseren Gastautoren gepflegt. Er ist für seine Hilfsbereitschaft und das Schreiben der Konferenzprotokolle beliebt und für seine “Klugkoterei” gefürchtet. Zu Christians liebsten Hobbytätigkeiten zählen: Geländebau, LARP, Turniere spielen (Freebooters Fate), Brettspiel und Rollenspiel. Aktive Tabletopsysteme sind: Freebooters Fate, Saga, Bolt Action, Dropzone Commander, bald wohl auf Dead Man’s Hand und Frostgrave

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5 Comments on “4. Offizielle Freebooter’s Fate Turnier – Christians Turniervorbereitung”

  1. Bin jetzt zwar nicht der Turniergänger aber deine Überlegungen und Berichte lese ich trotzdem sehr gerne. Auch wenn ich mit den Gobbos nichts anfangen kann 😉

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