Kurzreview: Dungeons and Lasers

Der Tabletopmarkt bietet mittlerweile jede Menge Möglichkeiten, sich einen Dungeon zu basteln. Ob aus Stewalin wie der Modular Dungeon von Michael Martin, aus MDF wie z.B. von Black Site Studio oder zum selbst drucken – die Auswahl ist schon sehr umfangreich.

Ein komplett anderes System wollen Archon Studio mit ihrem Projekt Dungeons & Lasers verfolgen, denn hier wird das Verlies aus Plastikteilen erschaffen. Doch ihr habt nicht nur die Möglichkeit, einen klassischen Fantasy-Kerker zu entwerfen, sondern ihr könnt zwischen verschiedenen Designs wählen. Somit habt ihr auch die Möglichkeit, Sci-Fi-Korridore auf einem Raumschiff oder einer Station zu durchstreifen. Die Kampagne läuft seit gestern (13.08.2019) auf Kickstarter.

Im Vorfeld haben Archon Studio einige Promo-Gussrahmen produziert, die ich euch heute einmal zeigen möchte.

Der Gussrahmen enthält Böden und Wände in den verschiedenen Varianten. Die einzelnen Kacheln enthalten einige Details, welche sehr gut ausgearbeitet und scharf gegossen sind. Sie sind auch nicht zu überladen, so dass es ein ruhiges, stimmiges Gesamtbild ergibt. Ebenso sind keinerlei Gussfehler oder Grate zu sehen.

Schon auf den ersten Blick sieht man, dass der Dungeon sehr modular gestaltet ist. Eine kleine Bodenplatte ist 2 x 2 Zoll groß, die große Bodenplatte misst 4 x 2 Zoll. Ähnlich ist es bei den Wänden; hier gibt es auch 1er und 2er Module.

Nun wird es Zeit, die einzelnen Elemente aus dem Rahmen zu befreien. Dieser Vorgang hat aber so seine Tücken. Die Angussstellen sind sehr dick und stabil, weshalb man hier nicht unbedingt den guten Feinmechaniker-Seitenschneider verwenden sollte. Wenn man nun aber eine stabilere und größere Zange verwenden möchte, reicht der Platz zum Teil gar nicht aus, um diese richtig anzusetzen, da das Bauteil und der Rahmen sehr eng aneinander liegen.

Hat man diesen Kraftakt dann erfolgreich bestritten, muss man nur noch die Kanten säubern und der Dungeon kann zusammengebaut werden. Hierzu befinden sich auf der Unterseite der Bodenplatten einige Aussparungen und Bolzen. Die Wände werden nur seitlich aufgeschoben.

Auch hier muss man ein wenig Kraft aufwenden, denn die Verbindung ist echt knackig. Dadurch halten die Teile aber sehr gut zusammen.

Stellt man an einer einzelnen Bodenplatte die Wände an, entsteht ein kleiner Spalt. Wenn man aber mehrere Elemente verbindet, sollte dieser wieder geschlossen sein.

Für die Verbindung sind im Gussrahmen kleine Brücken enthalten, die an der Unterseite befestigt werden.

Diese sind ebenfalls sehr stabil und robust, so dass man in kürzester Zeit einen kompletten Raum fertig stellen kann.

Als kleines Gimmick ist noch ein Companion enthalten. Die Kampagne wird für die unterschiedlichen Designs jeweils eigene Varianten der Begleiter enthalten. Dieser hier kommt im Fantasy-Gewand daher und besteht aus lediglich fünf Teilen, welche keine Gussgrate, allerdings große Angussstellen aufweisen. Der Zusammenbau war aber nach dem Auslösen aus dem Gussrahmen sehr problemlos.

Der Hund kommt dann auch gleich im Größenvergleich zum Einsatz. Während der Hund eine ideale Größe hat, könnte der Space Marine ein wenig Platzangst bekommen. Auch bei dem aufrecht stehenden Alien wird es mit der Kopffreiheit ein wenig eng.

Fazit

Man merkt, dass Archon Studio viel Zeit in die Entwicklung gesteckt haben, dies zeigt bereits der Promo-Gussrahmen. Das System ist durch seine Modularität sehr durchdacht. Es erinnert ein wenig an Lego mit 1er und 2er Steinchen, so dass man Räume und Dungeons beliebig zusammenstellen kann. Durch die Stapelbarkeit erhält man dann auch noch die Möglichkeit, in die nächste Ebene vorzudringen. Hierzu hält der Kickstarter auch die passenden Treppen und Leitern parat. Damit es nicht nur eine Ansammlung leerer Räume wird, gibt es auch noch jede Menge Scatter Terrain.

Dass die Verbindungen ein wenig straff sitzen, könnte allerdings beim Auf- und Abbau stören und eventuell für Farbabrieb sorgen. Man sollte also nach der Bemalung über einen guten Schutzlack nachdenken. Ebenso hoffe ich, dass die finalen Gussrahmen etwas mehr Platz lassen, um die einzelnen Teile sauber heraus zu trennen.

Die Designs gefallen mir sehr gut und ich denke darüber nach, mir ein paar Sets für mein Alien vs. Predator-Produkt zu bestellen, bin aber aufgrund der geringen Raumhöhe noch nicht 100 % überzeugt. Schließlich soll ja auch eine Königin und ihre Leibgarde hinein passen. Noch sind ja glücklicherweise ein paar Tage Zeit, mir das zu überlegen.

Was meint ihr dazu? Taugt das System was? Gefallen euch die gezeigten Designs und Möglichkeiten oder fehlt euch etwas? Schreibt es in den Kommentaren oder in einer Mail.

Links
Dungeons & Lasers auf Kickstarter
Dungeons & Lasers Homepage
Archon Studio Homepage
Archon Studio Facebook

Über Daniel "stix0r"

Seit 2000 im Hobby tätig. Angefangen habe ich mit Warhammer Fantasy und 40K. Neben Auftragsarbeiten male ich hauptsächlich für die Vitrine, aber spiele auch ganz gerne mal. aktuelle Projekte:Alien vs Predator, Death Guard, Tau, US & 8th Army für Bolt Action, Dropzone Commander UCM, US & British Army für Flames of War, Hydrophilia, Gelände und Monster für Frostgrave, Relic, diverse Großfiguren und Büsten Modelcount:  2016 - 115 / 2017 - 111 / 2018 - 211 / 2019 - 47

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5 Comments on “Kurzreview: Dungeons and Lasers”

  1. Auf den ersten Blick wirkt das System sehr schön und stimmig. Das Problem mit der Größe haben meiner Meinung nach leider mehrere Dungeon-Anbieter ( bspw. auch das von Dir angesprochene Modular Dungeon von Michael Martin).
    Was für mich noch interessant wäre: Gibt es schon irgendwo bemalte Bilder des Systems?

  2. Gibt es eigentlich diesen immensen Bedarf an Dungeons den all diese Kickstarter, Releases und Hobbyprojekte suggerieren? Ich habe beispielsweise in 30 Jahren Hobby noch nie den Bedarf an einem Dungeon im Wargaming gehabt aber anscheinend gibt es da ja eine riesen Nachfrage..

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