Review: Gestaltungsmaterial von Juweela

Modellbau und Tabletop gehören ja irgendwie schon zusammen. Nicht nur, dass man die Modelle hübsch anmalen möchte und die Bases entsprechend gestalten will, sondern man möchte sein Spiel auch auf einer schönen Platte spielen.

Hierfür gibt es natürlich unzählige Möglichkeiten und Techniken, um dies zu bewerkstelligen. Viele Hersteller bieten passendes Gelände an. Aber so richtig zum Leben erweckt werden die Projekte erst durch die vielen Details. Auch hierfür gibt es Hersteller, die eben solchen Kleinkram für Bases und Platten anbieten.

Die deutsche Firma Juweela ist bereits in diesem Bereich unter Modellbauern und Modelleisenbahnfreunden sehr bekannt und beliebt. Seit ca. einem Jahr widmen sie sich nun auch dem 28 mm Maßstab und haben bereits einige Produkte veröffentlicht.

Wir möchten euch hier einmal zeigen, was es so alles gibt und wie man es einsetzen kann. Dafür haben Juweela uns einige ihrer Sets zur Verfügung gestellt:

Sandsäcke
Ziegelsteintrümmer
Bases
Stahlbetonplatten mit Metallgitter

Sandsäcke

Die Sandsäcke fühlen sich an wie gefüllte Teebeutel. Vermutlich ist der Stoff auch etwas Ähnliches. Dadurch sind diese sehr flexibel.

Gefüllt sind sie mit Korkstreu, wie man sie zur Basegestaltung verwendet.

Nun nimmt man sich etwas Bastelleim und verdünnt ihn mit Wasser. Darin werden die Sandsäcke eingetaucht und im Anschluss in Position gebracht. Wenn der Kleber nun trocknet, härten die Sandsäcke schön aus und können nun grundiert und bemalt werden.

Die uns vorliegenden Sandsäcke sind im Maßstab 1:35. Dies ist aber nicht weiter schlimm, da diese von der Größe dennoch gut passen, wie der Vergleich mit dem US Soldaten von Warlord Games zeigt.

Es gibt sie aber auch in anderen Größen, wodurch man sie nicht nur als Barrikade oder Geländedeko nutzen kann, sondern zum Beispiel auch als improvisierte Panzerung, wie es die Amerikaner im 2. Weltkrieg auf ihren Sherman-Panzern angebracht haben.

Ziegeltrümmer

In Ruinen und Kampfgebieten findet man jede Menge Schutt und Geröll. Um dies darzustellen, kann man sich natürlich einfach Steinchen in der freien Natur suchen. Möchte man aber zum Beispiel eine zerstörte Backsteinmauer darstellen, wirkt dies manchmal etwas unrealistisch.

Hierfür gibt es von Juweela aber auch das richtige Produkt. Die Ziegelsteintrümmer gibt es wahlweise mit Mörtelresten oder blank. Ungleichmäßig an Abbruchstellen in Ruinen angebracht, wirken diese sehr realistisch. Lediglich beim Maßstab sollte man die richtige Größe wählen, da es die Steine auch in verschiedenen Ausführungen gibt.

Hier habe ich sie einfach mal an Abbruchstellen bei den Ruinen von Warlord Games drapiert.

Bases

Ihr habt keine Lust euch selbst Bases zu gestalten? Komplette Bases findet ihr ebenso im Sortiment. Ich habe hier das Set Bricks’n’Plates in der 32 mm Größe.

Das Set enthält fünf unterschiedliche Bases. Möchte man aber eine ganze Truppe mit den Bases versehen, hat man etwas wenig Variabilität. Doch auch daran wurde gedacht, denn man bekommt je ein Tütchen mit Ziegelsteinen, Gehwegplatten und zwei rostige Metallfässer, um sie ein wenig zu individualisieren oder sich aus den Einzelteilen selbst welche zusammenzustellen.

Die Bases bestehen aus Gips, wodurch sie ein sehr angenehmes Eigengewicht haben. Der Guss ist ausgesprochen gut, so dass man nichts nacharbeiten muss.

Lediglich an den Rändern solle man ein wenig abschleifen.

Aus den Einzelteilen habe ich mir dann auch noch einen ähnlichen Sockel gebastelt, welcher sich sehr gut in das Design einfügt.

Die Metallfässer finde ich auch sehr gut gelungen. Sie wirken schön verwittert und passen auch sehr gut in den 28 mm Maßstab. Diese kann man auch in eigenen Sets bestellen.

Stahlbetonplatten mit Metallgitter

Die Stahlbetonplatten gibt es in sehr vielen Varianten und Maßstäben. Wir haben kleine Platten in 1:72 sowie größere im Maßstab 1:35. Letztere gibt es auch in verschiedenen Ausführungen. So haben wir ganze, halbe und Platten in L-Form zur Verfügung. Je nach Art variiert die Anzahl in den einzelnen Verpackungen.

Auf den ersten Blick sehen sie aus wie ganz normale Platten aus Gips. Nun kann man diese aber mit einer Zange aber knicken oder Ecken herausbrechen. So kommt das Metallgewebe im Inneren zum Vorschein. Der Abbruch erfolgt sehr zufällig, wodurch ein äußerst realistisches Ergebnis erzielt wird.

Mit einem kleinen Bohrer kann man auch in die Mitte ein Loch schaffen, wo man das Drahtgeflecht immer noch sehen kann.

Das abgebrochene und übrig gebliebene Material lässt sich noch hervorragend als Schutt und Füllmaterial verwenden.

Die Einsatzmöglichkeiten mit den Platten sind sehr vielfältig. Man kann sie zur Gestaltung von Bases nutzen, Barrikaden oder sogar kleinere Gebäude basteln.
Ich habe sie genutzt, um meine Bases für Hydrophilia zu gestalten. Ein genaues Tutorial wird demnächst veröffentlicht.

Eine kleine Stellprobe für einen Bunker musste auch noch folgen. Wenn man diesen noch schön verwittern lässt und ihm Einschusslöcher verpasst, könnte der echt schick werden. Da ich aber noch mehr Bases für mein Hydrophilia-Projekt brauche, werden die dafür verwendet.

Aber auch die anderen Redaktionsmitglieder haben ein wenig gebastelt. Ihre Ergebnisse und Meinungen seht ihr hier:

Hannes hat sich zum Redaktionswochenende ein paar der Bases vorgenommen und bemalt.

Danke für die nette Anmoderation. Wie bei Daniel hatte ich fünf Bases in meinem Päckchen sowie die Einzelteile zur weiteren Gestaltung. Diese Säckchen haben mich positiv überrascht, mit ihnen kann man eine ganze Menge machen.

Die Bases selbst sind qualitativ hochwertig und scharf gegossen. Den einzigen wirklichen Kritikpunkt, den ich habe, ist der Preis – man muss sich klar sein, dass man mit den Juweela-Bases keine gesamte Armee basen kann oder sollte. Sonst ist man arm. 😉 Für eine kleine Einheit oder eine Skirmishtruppe sind die Bases aber auf jeden Fall zu empfehlen.

Hier gibt es übrigens den lustigen Chaoszwerg zu finden: CP-Models

Jonas

Ich habe die Stahlbetonplatten und Ziegel passend für den Maßstab 15 mm hier liegen.

Die Ziegel habe ich ähnlich wie Daniel in meinem MDF Gelände drapiert, hier die zerstörte Kirche von Sarissa Precission im Maßstab 15 mm. Die Ziegel füllen in meinen Augen sehr schön den unstrukturierten Untergrund und lassen die Zerstörung an den Wänden realistischer erscheinen. In Kombination mit ein paar Bänken und heruntergestürzten Dachbalken könnte sich hier ein sehr schönes Gesamtbild ergeben. Auch ist auf dem letzten Bild gut zu erkennen, dass die Ziegel nur minimal die Wandstärke des MDF Bausatzes überragen, wodurch die Ziegel sehr passend für diesen Maßstab erscheinen. Dazu kommt, dass die Packung mit den Ziegelsteinen sehr ergiebig ist, in den oben gezeigten Bildern habe ich gerade einmal einen kleinen Bruchteil verwendet.

Die Stahlbetonplatten habe ich für Sichtblocker in einem 28 mm Skirmisher, für welches wir eine Schrottplatz-Platte bauen, verwendet. Die Platten habe ich mit unterschiedlichen Werkzeugen wie Hammer, Zange, Schrauben, Agitatorkugeln und Ähnlichem bearbeitet. Der Stahlbeton platzt hier teilweise sehr zufällig ab, wodurch ein randomisierter Effekt entsteht. Es lohnt sich auf jeden Fall, die Platten vorsichtig abzuklopfen nach dem Bearbeiten, da hier immer noch schnell Teile, welche nicht mehr durch das Gefüge gehalten werden, noch abfallen können. Das passiert einem vorzugsweise vor dem Bemalen. Unschlüssig bin ich mir noch, in wie weit es sinnvoll wäre, die Bauteile zu versiegeln, um noch weiteres Abplatzen zu verhindern. Vorsicht ist meiner Meinung nach bei dem freigelegten Stahlgitter geboten. Insbesondere einzelne Drähte lassen sich sehr leicht verbiegen und sind gleichzeitig aber auch sehr spitz.

Insgesamt bin ich sehr angetan von den beiden Produkten und werde die Ziegel weiterhin für die Häuser meiner Great War/Flames of War Platte verwenden. Auch die Stahlbetonplatten wissen zu gefallen, denn gerade zum Darstellen von Zerstörungen ggf. mit Kampfschäden usw. sind sie sehr reizvoll und ein echter Hingucker auf Gelände und Bases.

Fazit von Daniel

Die Produktpalette von Juweela ist nicht nur umfangreich, sondern auch echt genial. Mein Favorit sind die Platten, da man hier absolut schnell und mit einfachen Mitteln realistische Ergebnisse erzielen kann. Aber auch die Fässer und Trümmer haben ein sehr schönen Look und ich freue mich schon diese auf meinem nächsten Dioramenprojekt zu verbauen. Was das sein wird? Lasst euch überraschen 😉

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Über Daniel "stix0r"

Seit 2000 im Hobby tätig. Angefangen habe ich mit Warhammer Fantasy und 40K. Neben Auftragsarbeiten male ich hauptsächlich für die Vitrine, aber spiele auch ganz gerne mal. aktuelle Projekte: Alien vs Predator, Death Guard, Tau, US & 8th Army für Bolt Action, Dropzone Commander UCM, US & British Army für Flames of War, Hydrophilia, Gelände und Monster für Frostgrave, Relic, diverse Großfiguren und Büsten Modelcount:  2016 - 115 / 2017 - 111 / 2018 - 211 / 2019 - 113

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5 Comments on “Review: Gestaltungsmaterial von Juweela”

  1. hui – da will man nur den Stammtisch kommentieren, und plötzlich gibt es hier einen neuen Newsartikel ganz oben.

    Hm – bringt mich auf Idee. Die Sandsäcke und den Stahlbeton könnte ich bei meinen potentiellen neuen Schwestern gut brauchen, evt base ich da auch ein paar alte Modelle um.

    cool!

  2. Schöne Produkte.
    Was mir allerdings direkt negativ auffällt ist die Verpackung.
    Ich weiß nicht ob man so einfaches Bastelmaterial so aufwendig in Plastik verpacken muss. Umwelt und so.. 😉

  3. Habe schon länger die Sandsäcke und benutze sie als “Zusatzpanzerung” für meine imperialen Panzer bei 40k. Dadurch das sie so flexibel sind lassen die sich klasse verarbeiten. Einfach in die Ecken drücken und verdünnten Weisleim drüber. Fertig.

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