Hobbytagebuch Micha – Blue Stuff

Hobbytagebuch Bluestuff

Ahoi!

Ich muss es zugeben: GW hat mich fest in seinem Griff! Durch Kill Team – einem, soweit ich bisher sagen kann, netten Skirmisher im 40K Universum – neige ich dazu, neue Armeen auszuprobieren. So auch ein Team der Grey Knights, welches aus nur fünf Modellen besteht und komplett aus einer Box gebaut werden kann.
Das große ABER ist jedoch, dass so viele extra Teile darin enthalten sind, dass man locker sechs (Schulterpanzer), sieben (Köpfe), acht (Stormbolter), zehn (Rückenmodule) oder 12 (Sturmbolter + große Waffen) Figuren bauen könnte. Wäre da nicht das Problem, dass nur fünf Beinpaare und Brustpanzer enthalten sind. Ja, was soll’s, könnte man sagen. Für Kill Team braucht man doch auch nur fünf Figuren. Ja schon, aber der Gunner hat mich noch nicht zu 100 % überzeugt und ihn einfach austauschen zu können, kann doch nicht so schwer sein!

Hier kommt mein Versuch, eine sechste Figur aus der Grey Knights Box heraus zu bekommen. Mein Mitverschwörer ist Blue Stuff von Greenstuffworld. Blue Stuff ist ein hitzereaktives Thermoplastik, das zum Formenbau genutzt werden kann. Ich habe nur auf einen Vorwand gewartet es endlich mal zu nutzen. Hier halte ich meine Erfahrung mit diesem Material fest und teile sie mit euch.

In meiner Packung befinden sich vier Riegel Blue Stuff und ich plane, ein Beinpaar, einen Brustpanzer, einen Kopf (Ich mag behelmte Köpfe lieber) und ein Bolter-Magazin zu kopieren. Das Magazin ist eigentlich unnötig da der Gunner kein Magazin benötigt und somit genügend vorhanden sind. Das Thermoplastik muss für drei Minuten in heißes Wasser gelegt werden. Dadurch wird es schön weich und formbar. Ein Riegel reicht, um alle Teile von einer Seite abzubilden.

Einen zweiten Riegel habe ich dann von oben drauf gedrückt um auch die Rückseiten abbilden zu können. Nach ein paar Minuten konnte ich die Originalteile dann entfernen und hatte meine Form.
Mein erster Gedanke war, die Teile mit Resin abzugießen. Ich habe aber gesehen, dass man auch Modelliermassen zum abformen nehmen kann. Daher erhält Milliput den Vortritt. Schon alleine um weniger Dreck zu produzieren.

Für meinen ersten Versuch verdünnte ich das Milliput mit Isopropanol um es mit einem Pinsel in die Details streichen zu können. Ich erhoffte mir dadurch super scharfe Kanten zu bekommen.
Nachdem ich das verflüssigte Milliput aufgetragen hatte, habe ich den Rest der Masse in die Form gedrückt und beide Hälften kräftig aufeinander gepresst.

Einige Stunden später öffnete ich die Formen. Auf den ersten Blick sah alles ganz gut aus. Gerade von der Vorderseite war ich sehr begeistert. Der Detailgrad war super. Leider gab es auf der Rückseiten ein paar Probleme, welche ich auf den ausgeübten Druck zurückführte.

Bei meinem zweiten Versuch habe ich die Form mit ein paar Wäscheklammern stabilisiert. Das Milliput habe ich dieses Mal direkt in die Form gedrückt und mit einem alten Pinsel verdichtet. Da die Masse sehr weich war, hoffte ich, die Details trotzdem abbilden zu können. Das Bein aus dem ersten Versuch habe ich mit den Resten des zweiten Versuchs repariert. Ich denke, dass es so gut genutzt werden kann. Das Ergebnis des zweiten Durchlaufs sah schon besser aus.

Leider war der Druck der Wäscheklammern zu groß, sodass sich die Teile gegeneinander verschoben haben… Das Ergebnis waren sehr wobbelige Beine. Im Vergleich zum bereits verbauten Originalteil sind diese Beine leider nicht wirklich nutzbar, als Basegestaltungselement werden sie aber noch Verwendung finden können. Auch der Kopf war deutlich schmaler als er eigentlich sein sollte.

Nach Versuch drei fing die Form an, sich aufzulösen. Ich bin mir aber sicher, wenn ich dieses Teilstück nicht separat eingefügt hätte, wäre die Form auch länger nutzbar geblieben. Das Milliput ist tatsächlich ein wenig “schwächer” als ich gedacht hätte und so hatte ich einen Riss im Beinpaar. Ich konnte ihn aber mit Sekundenkleber reparieren.

Nach drei Versuchen hatte ich genug brauchbare Teile, um den sechsten Marine fertig zu bauen. Ein paar kleine Stellen musste ich noch mit Greenstuff ausbessern, aber im Großen und Ganzen sieht er sehr gut aus. Bevor ich den Grey Knight grundiert habe, habe ich alle Stellen, die mir nicht gefallen haben, mit Bits aus dem Grey Knight Gussrahmen kaschiert. Wenn man weiß, dass die Teile nicht original sind, kann man es erkennen. Bemalt und auf dem Spieltisch wird das aber niemand mehr sehen.

Das ist also das Ergebnis meines ersten Blue Stuff-Versuches. Ich denke, das Ergebnis ist sehr gut geworden und um einzelne Teile zu kopieren, ohne gleich Silikon und Resin rausholen zu müssen, ist dieses Produkt sehr gut geeignet. Das Beste daran ist, dass man das Blue Stuff immer wieder erhitzen kann, um es dann für eine neue Form einzusetzen.

Wie gefällt euch das Ergebnis? Habt ihr selbst schon mal Blue Stuff benutzt und könnt mir sagen, was ich nächstes Mal anders machen soll? Schreibt es mir in die Kommentare und teilt uns eure Meinung.

Bis zum nächsten Mal,

Euer Micha

25 Comments on “Hobbytagebuch Micha – Blue Stuff”

  1. Ihr bringt ernsthaft eine ausführliche Anleitung, die zeigt, wie man das Design und somit geistige Eigentum anderer Firmen kopieren kann? Mit der Begründung, dass in den GW-Boxen teils so viele Bits enthalten sind, dass man damit ja noch mehr Figuren basteln könnte, wenn man nur mehr Beine-Bauteile hätte? Viel Spaß mit der Rechtsabteilung von Games Workshop …

    Oder macht die Anleitung doch mal mit Kleinteilen von Freebooters und zeigt dann Werner den Artikel – der “freut” sich als Modellierer und Figuren-Verkäufer bestimmt … Oder mögt und respektiert Ihr dafür seine Arbeit zu sehr?

    1. Wo wird die Grenze gezogen? Ist es okay, wenn Michi die Beine komplett selber knetet? Oder wenn er sie druckt? Oder wenn er Bitz bei einem Drittanbieter kauft? Sind diese Sachen legal? Oder kommt dann auch die Rechtsabteilung?

      1. Ich glaube wir können uns darauf einigen, dass das Kopieren erhältlicher Miniaturen schon sehr dunkelgrau ist. Rein rechtlich gesehen. Moralisch entscheidet das jeder selber. Und welche Miniatur benutzt wird, um die technische Seite des “So könnt ihr euer Zeug vervielfältigen” benutzt wird ist prinzipiell egal.

        Ich persönlich hätte eine Figur eines Herstellers genommen die nicht mehr in Produktion ist oder wo ein Teil so gebrochen ist, dass flicken nicht möglich ist (weil es zu schnell wieder bricht) und eine “heile Kopie” des reparierten Originals zweckdienlicher ist.
        Kriminell wird es ja auch erst “wirklich” wenn man sich mit den Kopien bereichert. Und dazu taugt die Methode Blue Stuff gar nicht.

        Mal ein anderes Beispiel: ich kaufe eine Box mit Kriegern mit Schild und Schwertern. Jeder Gussrahmen ist zwei mal in der Box aber einer der Rahmen hat einen Produktionsfehler und zwei Schilde sind unbrauchbar. Handel ich jetzt rechtswidrig, wenn ich die vorhanden Schilde für mich vervielfältige? Vermutlich ja. Handele ich unmoralisch? Nein, denn ich bügel ja einen Fehler des Herstellers aus.

        Es ist nicht schwarz weiß aber für einen Blog Beitrag hätte ich vermutlich auch einen anderen Hersteller genommen oder weniger aktuelle Modelle und auf den “ich mache noch eine Mini für mich aus dem Set” Satz verzichtet. Einfach nur die Technik demonstrieren. Dann klappt es auch mit dem Nachbarn 😉

    2. Hallo, schön dass du dir die Zeit genommen hast einen Kommentar zu schreiben. Zeige ich, wie man sich eine Form bauen kann, um kleinteile vervielfältigen zu können? Ja das tue ich, für den Eigenbedarf. Ich hätte mir auch die Beine selbst kneten können, dazu fehlt mir aber Zeit, Übung und Talent. Ich hätte die Beine auch auf Ebay für ein paar Cent kaufen können, wollte ich aber nicht um die Personen die Gussrahmen auseinanderreißen um sich an anderen Hobbyisten zu bereichern nicht zu unterstützen. Ich hätte mir auch ein Beinpaar drucken (lassen) können, wollte ich aber auch nicht, weil ich selbst keinen Drucker habe und mir noch nicht ganz sicher bin, wie ich diese Vervielfältigungsmethode bewerte. Ich hätte auch die Beine aus einem anderen SM-Set verwenden können, die besitze ich aber nicht und kaufe mir nicht nur dafür eine weitere Box. Also habe ich mich an den Formenbau gesetzt, weil es mir Spaß macht. Zu überlegen, wie man die Teile orientiert, welches Material man verwendet die Wartezeit auf ein unsicheres Ergebnis und dieses Ergebnis dann in der Hand zu halten, all das ist für mich ein Teil des Hobbies, der mir Spaß macht. Kommt dabei noch eine Figur heraus die zu 77% aus Originalteilen besteht, für die ich bezahlt habe und mit der ich am Maltisch und auf dem Spieltisch spaß haben kann, dann lohnt sich das für mich. Und diesen Spaß möchte ich mit der Community Teilen. Werde ich die Teile Verkaufen, um den Reibach meines Lebens damit zu machen? Nein, die Qualität ist scheiße im Vergleich zum Original. Werde ich mir jetzt eine Ganze Armee damit abformen? Nein, denn die Qualität ist scheiße, der Aufwand enorm und teurer ist es auch. Habe ich Angst vor der Rechtsabteilung von GW? Nein. Im Internet gibt es hunderte Videos die genau das gleiche Zeigen oder noch mehr, wenn GW mich bzw. uns verklagen will, wegen einem Cent Betrag, den ich für den Eigenbedarf hergestellt habe kann ich nur lachen. Dass ich für die Anleitung, wie man eine Gussform herstellt GW Teile genommen habe, kann man als nachteilig betrachten, aber so ist es nun mal.

      Kopiere ich auch Teile von Freebooter Miniatures? Nein aber das liegt ganz einfach daran, dass ich da eine komplette Figur bekomme, mit allen Teilen die ich benötige. Wenn Werner mir auch 20 Arme, 10 Köpfe aber nur 5 Beinpaare in eine Box legen würde, dann würde ich die Beine dort auch Kopieren. Muss ich aber nicht.

  2. Für so privat finde ich das jetzt nicht so als Problem. GW bietet ja auch leider keine einzelnen Bits zum Kaufen an usw. Da finde ich es jetzt nicht so schlimm. GW verliert dadurch auch sicher kein Geld, da man wegen den wenigen Teilen das sicher wenn überhaupt nur durch Privatverkäufe kauft.

  3. Um mal mit allen Halbwahrheiten aufzuräumen…kopieren ist immer illegal, auch wenn´s für den Eigenbedarf ist. Auch wenn eine Figur nicht mehr erhältlich ist, liegen die Rechte noch immer beim Hersteller. Insofern ist der Artikel hart an der Grenze…warum das ganze nicht an einer Kiste oder etwas “Unverfänglichen” demonstrieren. Über die Moral kann man streiten, auch ich sehe gerade die Blue Stuff Methode, weil sie ja keine dauerhaften Formen produziert als nicht so “amoralisch” an…wenn´s mal ein Kleinteil ist oder nur 1-2 Stücke. Hab das vor kurzem bei einem Modell für BA gemacht, weil mir ein Lüfter verloren ging.

    Kurioserweise würde ich nur deswegen keine kompletten Figuren oder Teile davon mit der Methode gießen, weil sich Blue Stuff (ich hab es noch als White Stuff, gabs mal beim Battlefield) nicht für zweiteilige Formen eignet…schon mehrfach probiert. Benutze es nur noch für einteilige Sachen. Zum Abgießen benutze ich ein UV-raktives Einkomponentenharz….macht die Form schneller kaputt, aber ich brauch eh meistens nur 2 oder 3 Güße. Da Blue Stuff eine wirklich hervorragende Abformqualität hat, wollte ich ein System, das eine hervorragende Gußqualität hat und trotzdem nicht die Sauerei von Zweikomponenten-Resin….und das habe ich mit dem UV-Harz gefunden.

    1. Tatsächlich habe ich BlueStuff schon zweiteilige Formen gemacht – allerdings nicht zum Guss, sondern stabil um Pressen von Knet-Epoxiden. Ist halt nicht für Serienfertigung

      Ich versuche nur zu mindenst selbst modifizierte Teile für Gussformen zu verwenden, aber manchmal kann ich den Spaß am Resin-Guss aber nicht bremsen

        1. Das ging dann teilweise so weit, dass ich das Gegenstück mit dem Urmodel tiefkühlte, bevor ich das neue heiße BlueStuff aufbrachte.

          Guss gibt bessere Abbildungsgenauigkeit, ich habe da aber noch zu wenig Erfahrung gesammelt, außer bei 1,5 teiligen Formen (Aufgeschnittene einteilige Form oder halber Handschuh-Form), die sich selbst bei Resin überraschend gut schließen lassen.

  4. Was mich an den Antworten seitens der Magabotatos sehr überrascht, ist das scheinbar komplett fehlende Unrechtsbewusstsein:

    Die “Argumente” lauten:

    – “Ist es okay, wenn Michi die Beine komplett selber knetet? Oder wenn er sie druckt? Oder wenn er Bitz bei einem Drittanbieter kauft?”
    Diese Möglichkeiten sollen den Vorgang des Abformens bzw. die Schwere der Verletzung am geistigen Eigentum von GW relativieren. Nur sind dies ganz andere Fragestellungen, die nichts mit dem Ausgangs-Artikel oder meinem ersten Posting zu tun haben.

    – “Ich hätte mir auch die Beine selbst kneten können, dazu fehlt mir aber Zeit, Übung und Talent. Ich hätte die Beine auch auf Ebay für ein paar Cent kaufen können, wollte ich aber nicht um die Personen die Gussrahmen auseinanderreißen um sich an anderen Hobbyisten zu bereichern nicht zu unterstützen. Ich hätte mir auch ein Beinpaar drucken (lassen) können, wollte ich aber auch nicht, weil ich selbst keinen Drucker habe und mir noch nicht ganz sicher bin, wie ich diese Vervielfältigungsmethode bewerte. Ich hätte auch die Beine aus einem anderen SM-Set verwenden können, die besitze ich aber nicht und kaufe mir nicht nur dafür eine weitere Box. ”
    Auch hier geht’s wieder nur um neue Alternativen, die nichts mit dem Ausgangsposting zu tun haben und die Schwere der Verletzung am geistigen Eigentum von GW relativieren bzw. legitimieren sollen.

    – “Kommt dabei noch eine Figur heraus die zu 77% aus Originalteilen besteht, für die ich bezahlt habe und mit der ich am Maltisch und auf dem Spieltisch spaß haben kann, dann lohnt sich das für mich. Und diesen Spaß möchte ich mit der Community Teilen.”

    – “Also habe ich mich an den Formenbau gesetzt, weil es mir Spaß macht.”
    Überspitzt gesagt: Scheiß auf die Rechte am geistigen Eigentum einer Firma, mir macht Formenbau Spaß, also kopiere ich! Und nicht für mich “im stillen Kämmerlein”, sondern ich verfasse einen öffentlichen Blog-Artikel, für den der Betreiber der Website rechtlichen Ärger bekommen könnte.

    Denn was jemand für sich privat und wirklich nur für sich macht, ist primär seine Sache. Sobald er es aber erzählt, kann es von anderen entsprechend bewertet und z.B. als moralisch fragwürdig oder auch rechtlich falsch eingestuft werden. Wenn man es dann sogar als Schritt-für Schritt-Anleitung präsentiert und andere zum Nachahmen animiert, hat das nichts mehr mit “Hab ich nur für mich gemacht” zu tun. Die Sache ist dann komplett öffentlich, auch, wenn Fotos vom privaten Basteltisch zu sehen sind.

    Da hilft es auch nicht, wenn für ein späteres Projekt noch Original-Teile des Herstellers verwendet werden. Zumal es Bauteile sind, die für die auf der Verpackung angegebene Anzahl an Figuren zusätzliche Design-Optionen darstellen. (sind diese in einer Box nicht vorhanden, wird ja auch gerne mal gemeckert – aber das nur am Rande)

    – “Kopiere ich auch Teile von Freebooter Miniatures? Nein aber das liegt ganz einfach daran, dass ich da eine komplette Figur bekomme, mit allen Teilen die ich benötige. Wenn Werner mir auch 20 Arme, 10 Köpfe aber nur 5 Beinpaare in eine Box legen würde, dann würde ich die Beine dort auch Kopieren. Muss ich aber nicht.”

    Ist halt ein anderes Konzept, um seine Figuren zu verkaufen. Mein Punkt war aber: “Oder macht die Anleitung doch mal mit Kleinteilen von Freebooters und zeigt dann Werner den Artikel – der “freut” sich als Modellierer und Figuren-Verkäufer bestimmt …”
    Fragt doch Werner oder einen anderen Modellierer einfach mal nach seiner Meinung, was das Kopieren von von ihnen designten Miniaturen oder Teilen dieser angeht! Spielt doch keine Rolle, wie oft ein Bein-Paar in deren Packung ist und man damit die “Notwendigkeit” des Abformens als einzige Option legitimiert.

    Anderes Beispiel: Ich geh in einen Supermarkt und klaue ein Brötchen, weil ich Hunger habe  – ist ein Diebstahl am phyischen Eigentum eines anderen und kann als Straftrat verfolgt werden (die Schwere spielt hierbei erstmal keine Rolle). Da hilft es erstmal nichts zu sagen, dass ich selbst keine eigenen Brötchen backen oder nicht auf der Straße nach einer Spende für ein Brötchen fragen wollte. Und ob ich im Supermarkt vielleicht für 7€ Waren eingekauft habe und nur das 1€ Brötchen geklaut habe. (Stichwort: “77% Originalbauteile”). Oder ob ich sage, das in der Wurstpackung einfach zu viele Scheiben drin waren und ich deswegen noch ein Brötchen brauchte …

    Ja, der Vergleich hinkt etwas, aber ich übertrage nur mal die Argumentationen auf einen anderen Bereich, bei dem man wohl kaum über die Rechtslage diskutieren muss (sicherlich über die Schwere des Vergehens, aber nicht über die Rechtlage).

    Nochmals: Ich bin sehr überrascht, wie massiv von den Magabotatos vom eigentlichen Thema abgelenkt und versucht wird, die öffentliche Anleitung zum Kopieren von Miniaturen-Bauteilen zu legitimieren. Und wie dabei überhaupt nicht auf die Rechtslage und auf das Recht am geistigen Eigentum eingegangen wird.

    “Kommt dabei noch eine Figur heraus (…) mit der ich auf dem Spieltisch spaß haben kann, dann lohnt sich das für mich. Und diesen Spaß möchte ich mit der Community Teilen.”

    Ich hätte von Euch, die Ihr sicherlich fest im Hobby verankert seid, Kontakte zu Herstellern pflegt und auch den Niedergang einiger (Kleinst-)Hersteller wie z.B. Thomarillion mitbekommen habt, wirklich eine andere Reaktion erwartet! Denn z.B. Thommy litt jahrelang massiv darunter, wie oft seine Bauteile abgeformt und kopiert wurden – auch, wenn es “nur” für privat war.

    1. Das Thema ist sehr kritisch das sehe ich zwar auch so, aber dennoch hat dieser Artikel nichts damit zu tun das andere Firmen nicht mehr da sind. Ich denke auch nicht das Magabotato damit beabsichtigt, dass das jetzt alle nachmachen sollen. Wenn dir das Thema so wichtig ist, dann komm doch in den Discord von Magabotato und diskutiere das mit ihnen auf Augenhöhe 🙂 Bin mir sehr sicher, dass die Magabotatos dafür offen sind 🙂

      1. Ich glaube, wir können uns nach den bisherigen Kommentaren darauf einigen, wie gering das Unrechtsbewusstsein der Magabotatos in diesem Punkt ist, Markus. Oder?

        Und das Du Dich primär auf meine zwei allerletzte Sätze beziehst, in denen ich ein konkretes Beispiel aufzeige, und die vielen anderen Punkte mit “Das Thema ist sehr kritisch” zusammenfasst, finde ich ebenfalls schade. Zumal bei Euch im Team Christian als Hersteller seines Summoners-Spiels sitzt und das Thema quasi direkt “greifbar” ist … Wie wäre es wohl für ihn, wenn jemand z.B. die Mana-Kristalle abformt, nur weil er mehr als die 3 Stück aus der Packung braucht? (Denn 3 Mana-Kristalle sind durchaus wenig bei Summoners)

        Klar, dass es Thomarillion nicht mehr gibt, hat viele Gründe und Abgüsse sind sicherlich auch nichtDER Hauptgrund. Aber falls Du nochmal Gelegenheit hast, mit Thommy über das Abformen/Abgießen zu sprechen, wird er Dir sicherlich Geschichten berichten können, wo er Abgüsse seiner Sachen auf Spielplatten vorgefunden hat oder auf geposteten Fotos von Leuten, die er kannte und wusste, wie oft er manche Bits zuletzt an sie verkauft hatte. “Hm, ich brauche die Statue 10x? Ok, ich kauf sie einmal und forme sie dann ab”. Statt 30€ Umsatz also nur 3€ für Thommy …

        Und wenn dann eine durchaus bekannte Tabletop-Website das einfache Abformen von copyrightgeschützten Bauteilen (siehe den Hinweis auf jeder GW-Verpackung) als Anleitung vormacht und mit auf Nachfrage mit “Kommt dabei noch eine Figur heraus (…) mit der ich auf dem Spieltisch spaß haben kann, dann lohnt sich das für mich. ” antwortet – Ja, das enttäuscht mich!

        Moralischer Anspruch? “Vorbildfunktion”? … Alles egal, denn ich hab Spaß! Das lese ich zumindest aus den Antworten der Magaboatos hier heraus. Und hier ging’s ja auch nicht primär ums Erklären, wie Bluestuff funktioniert (da hätte es eine selbstgebastelte Rührstäbchen-Holzkiste getan), sondern wie man Beinpaare von Space Marines vervielfältigen kann, weil ja noch so viele Bitz in der Packung sind.

        1. “Ich glaube, wir können uns nach den bisherigen Kommentaren darauf einigen, wie gering das Unrechtsbewusstsein der Magabotatos in diesem Punkt ist, Markus. Oder?”

          So umfangreich sind die Kommentare nicht, achte was du auf wen projizierst

          Fakten auf den Tisch:
          Zwei Antworten von Michael und Christian zu technischen Dingen
          Ein Mal Suggestiv-Fragen von Hannes
          Eine(!) umfangreiche Antwort von Michael auf dich.

          Wenn ich richtig zähle sind auf der Team-Seite aber acht Menschen aufgezählt.

          1. “So umfangreich sind die Kommentare nicht, achte was du auf wen projizierst”

            Stimmt! Streng genommen hätte ich Michael, Hannes, Christian und mittlerweile auch Sebastian namentlich erwähnen und nicht allgemein(er) von den Magabotatos sprechen dürfen. Mea culpa.

  5. erst Mal: sorry, dass ich so lange nix mehr kommentiert habe, obwohl ihr ein paar für mich affine Projekte gemacht habt.

    Zweitens: Da bin ich ganz bei SunDancer: Recasting is not ok, m’kay?
    …es wäre schon “sinnvoller” gewesen das an einem selbstgemachten oder zumindest modifizierten Teil zu demonstrieren. Dann wäre der #Aufschrei! nicht ganz so groß gewesen. Oder an Tyraniden…da ist jeder Schweinkram erlaubt

    Drittens: @NoRecastPlease
    Dein Name ist ja Programm, schade dass du deinen Nik passend dazu wählst, aber ich schätze ja auch Anonymität.
    Du scheinst ja die Jungs (was ist eigentlich aus den Mädels geworden???) gut zu kennen, so wie du sie ansprichst. Denn bisher hat sich ja vor allem der Michael gemeldet. Naja, Gruppenverantworlichkeit und so….
    Was erwartest du den von den Magabotatos? Ein Mea culpa? Dass sie den Artikel offline nehmen? Denn selbst du stimmst ja zu, dass es bei selbst gebauten Teilen nicht schlimm gewesen wäre und du dich nur wegen der kommerziel erhältlichen Modelle stört.
    Es ist ja schön und gut, sich über seine Mitmenchen zu entrüsten und zu versuchen ihr Mind-Set zu ändern. Aber am Ende sollte es für Lösungen um Taten und Aktionen gehen.
    Bei dir lese ich primär Entrüstung die ein Ventil sucht.

    1. “Was erwartest du den von den Magabotatos?”

      Das der Einwand auf geistiges Eigentum / Copyright gehört und sich damit reflektierend auseinander gesetzt wird. Stattdessen wird primär argumentiert, dass das Abformen Spaß macht, in dem Fall niemand einen wirtschaftlichen Schaden hatte und GW doch einfach mehr Beine zu den überzähligen Bits hätte in die Packung legen können. So wie bei z.B. Freebooters, wo die Minis komplett sind und es keine überzähligen Bauteile gibt.

      Solche Reaktionen von den “bisher kommentierenden Magabotatos” (um jetzt nicht die 4 einzelnen Namen aufzählen zu müssen aber trotzdem zu präzisierer zu sein) hätte ich nicht erwartet. Und das finde ich schade, denn für mich drückt das ein in Bezug auf Schutz vor geistigem Eigentum fehlendes Unrechtsbewusstsein aus.

      Auch, weil ich mit verschiedenen Beispielen versucht habe, die aus meiner Sicht unpassenden Rechtfertigungen auf andere Beispiele zu übertragen. Denn bei physischem Eigentum würde kaum jemand solche “Argumente” anführen. Hierbei habe ich übrigens deutlich betont, dass diese Beispiele natürlich etwas hinken. Und keinesfalls habe ich irgendjemand als Ladendieb bezeichnet oder verglichen, sondern nur aufzeigen wollen, dass man in dem Fall auch nicht mit den Rechtfertigungen von Michael und Hannes argumentieren würde bzw. könnte.

      Ein “Stimmt, Du hast mich/uns da auf einen Punkt aufmerksam gemacht, der beim Verfassen/Veröffentlichen des Artikels anscheinend übersehen/nicht bedacht/vergessen wurde. Da wir als Magabotato ‘ alles versuchen um dem Hobby, der Community und allen, die Geld damit verdienen, etwas zu geben und zu helfen.’ (Zitat Sebastian) sollten wir uns den Artikel vielleicht nochmal anschauen und ihn ggf. ändern/anpassen.”

      So eine Reaktion hätte ich erwartet.

      Oder eine Rechtsbelehrung, dass ein Bericht bzw. eine Anleitung Kopieren von copyrightgeschützten Bauteilen auf einer öffentlichen Website erlaubt ist und ich mit meiner Aussage daneben liege.

  6. Ich finde, du schießt mit deinen Beleidigungen gegen uns, das Team von Magabotato, erheblich über das Ziel hinaus.
    Ja – Micha hat ein Bit vervielfältigt um noch ein weiteres Männchen aus der Box heraus zu bekommen. Und das war es auch schon. Er hat die Box gekauft und bezahlt und sich in Ermangelung eines weiteren Beinpaares eines selbst gemacht anstatt sich eines von mir geben zu lassen. Wem ist dadurch jetzt ein wirtschaftlicher Schaden entstanden? Niemandem. Hätte Micha kein weiteres Beinpaar gehabt, hätte er sich trotzdem keine weitere Box gekauft.
    Ich finde es nicht ok, dass uns allen hier deswegen Diebstahl (wir werden von dir mit Ladendieben verglichen!), mangelndes Unrechtsempfinden, Amoralität und Gedankenlosigkeit vorgeworfen wird. Das sind richtig miese Anschuldigungen und in meinen Augen auch vollkommen unangemessene Vorwürfe. Ich finde das mehr als bitter, besonders wenn man bedenkt, was wir sonst alles versuchen um dem Hobby, der Community und allen, die Geld damit verdienen, etwas zu geben und zu helfen. Wir machen regelmäßig und unentgeltlich “Werbung” für Firmen und Spiele, Hobbyprodukte und Veranstaltungen und werden jetzt von dir mit einer solchen Vielzahl von Vorwürfen dermaßen hart angegangen und an den Pranger gestellt.
    Du wirfst uns Piraterie vor und nennst uns in einem Atemzug mit Leuten die, z.B. 10 Statuen von Thommy abgießen. Findest du das selbst wirklich angemessen? Findest du es wirklich angemessen derart über uns alle zu urteilen und so abzuledern?
    Wir bei Magabotato haben uns immer gegen Scamming, Recasting, halbseidenen Weiterverkauf von aufgeteilten Boxen zur Bereicherung an anderen Hobbyisten, toxische Communities und und und ausgesprochen. Dass dich ein Blog über ein Abformungsmittel zur (mangelhaften und gewerbsmäßig nicht nutzbaren) Vervielfältigung zu so einem vernichtenden Urteil über uns kommen lässt, stimmt mich traurig. Allerdings will ich mich und mein Team aber auch nicht weiter von dir beleidigen lassen. (à la Keine Moral, kein Unrechtsempfinden usw.)
    Solltest du wirklich Lust auf eine Diskussion haben, können wir gerne ein Gespräch über z.b. Discord führen. Solltest du uns, und alles was wir machen, aber auch weiterhin so schlecht und niederträchtig wie irgend möglich auslegen wollen und uns mit Raubkopierern und Recastern auf eine Stufe stellen wollen, können wir die Diskussion auch sein lassen. Dann musst du uns wohl einfach weiter für die letzten Menschen halten. Für Idioten die ihr eigenes Hobby, ihre eigene Leidenschaft, aktiv zerstören wollen. Mit einem schlecht abgeformten Beinpaar eines Grey Knights aus Milliput.

    1. Aus meiner Sicht beleidige ich hier niemanden, Sebastian.

      Ich habe nach meinem Empfinden nach den Antworten von primär Michael und Hannes auf mein erstes Posting mit verschiedenen Beispielen versucht, die aus meiner Sicht unpassenden Rechtfertigungen auf das Abformen in Michaels Artikel auf andere Beispiele zu übertragen. Denn bei physischem Eigentum würde kaum jemand solche “Argumente” wie von Michael und Hannes genannt anführen – darum ging es mir! Hierbei habe ich übrigens deutlich betont, dass diese Beispiele natürlich etwas hinken. Und keinesfalls habe ich irgendjemand als Ladendieb bezeichnet (ich habe in dem Beispiel sogar von “ich” gesprochen) oder verglichen, sondern nur aufzeigen wollen, dass man in dem Fall auch nicht mit den Rechtfertigungen von Michael und Hannes argumentieren würde bzw. könnte.

      Aber: Ich habe natürlich durch “die Magabotatos” die einzelnen Teammitglieder, die bislang kommentiert hatten, mit dem gesamten Team in einen Topf geworfen. Das war nicht meine Absicht, tut mir leid und habe ich in den neuen Postings auch präzisiert. Denn niemandem aus dem Team, der den Artikel nicht vorab oder bislang gelesen hat, möchte ich unterstellen, dass er die Ansichten und Argumente von Michael, Hannes, Christian und Dir teilt.

      1. Aus meiner Sicht tust du das aber, anonymer Besucher.

        Du hast uns übrigens auf einen Punkt aufmerksam gemacht, der beim Verfassen des Artikels anscheinend nicht bedacht wurde. Denn nicht einer von uns aus der Redaktion befürwortet gewerbsmäßiges Recasting oder den Diebstahl von geistigem Eigentum. Das amateurhafte Abformen bzw. Testen eines Werkstoffes zum Abformen von hobbybezogenen Teilen haben wir anders beurteilt als du. Wir wollen niemandem schaden und waren uns sehr sicher, dass wir das auch nicht tun.
        Du kannst aber auch weiterhin alle Magabotatos in einen Topf werfen. Wir sind ein Team und stehen zusammen.

  7. Dickere Wände der Form lösen das Problem, das sich die zwei Hälften verschieben.
    Ich nutze zum Formenbau Legosteine: Um eine Fläche aus 4×6 Noppen wird eine Wand herumgebaut, 3-4 Steine hoch. In centimetern: etwa 3×4, und 3cm hoch.
    In diesen Kasten dann zuerst die eine Formhälfte und das abzuformende Teil. Wenn man mehr Masse benutzt und das Teil etwas tiefer eindrückt, kann man danach von der Form wieder Material so abschneiden, dass man später alle Hinterschneidungen ausfüllt und das Endstück trotzdem gut herauslösen kann.
    Dann werden noch die Ecken der Form etwas abgeschnitten.
    Bin ich mit der ersten Hälfte zufrieden, kommt es wieder zurück in den Kasten aus Lego. Die zweite Hälfte kommt nun darüber, und wird möglichst fest aufgedrückt. Am besten mit etwas Plattem, harten, das exakt in die Form passt – zb. nochmal Bauklötze.
    Lego ist hier wirklich gut, die Wände platzen nicht trotz starkem drücken, lassen sich danach aber wieder leicht öffnen. Generell braucht man so nicht mehr Werkzeug ausser einem stabilen Messer.
    Durch die abgeschnittenen Ecken der Ersten hat die zweite Form diese aufgefüllt, und es kommt später nicht zum Verrutschen.

    Das Problem, zu dicke oder zu dünne Teile zu machen, lässt sich nur vermeiden in dem man die richtige Menge Putty (Ich nehme dafür gerne “Magic Sculp”) benutzt. Bei meinen formen kann man das kontrollieren, indem man sie nach dem ersten zusammendrücken gleich wieder öffnet. Ist ein großer Gussgrat dran – den und Putty entfernen. Ist etwas nicht ausgefüllt, mehr Putty benutzen.

    1. Den Lego-Formenbau nutzt du auch bei BlueStuff?

      Für Silikon-Formen bin ich schon länger auf die Styrodur-Rahmen-Methode von TWS-Michael gewechselt. Gestern tatsächlich für runde Formteile auch mit freihändig rundem Ausschnitt direkt aus der Platte. Spart Material im Vergleich zum rechteckigen Lego-Rahmen.

      1. Gerade da. Das gute ist ja an dem Blue Stuff, dass es wiederverwendbar ist, also verschwende ich kein Material wenn die Wand etwas dicker ist.
        Lego ist auf jeden Fall schneller zusammengebaut, als Styrodur auszuschneiden und zusammenzukleben. Und die Rahmen sind danach ja auch Müll, oder nicht?
        Für Silikonformen hingegen kann ichs verstehen.

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