Riftbound – Wie viel MOBA steckt im TCG?

Eigentlich bin ich eher Team DotA. Dort habe ich im Laufe meiner Gaming Karriere einige Tausend Stunden Spielzeit versenkt. Falls euch der Begriff MOBA nichts sagt: Er steht für Multiplayer Online Battle Arena. In diesem Genre dreht sich alles darum, die eigene Basis zu verteidigen, während man versucht, die des Gegners zu zerstören. Meist treten zwei Teams mit jeweils fünf Spielern gegeneinander an. Das Spielfeld ist in drei sogenannte Lanes (Wege) unterteilt, auf denen man sich an neutralen Gegnern und feindlichen Spielern vorbei kämpft, bis man schließlich die gegnerische Basis angreifen und zerstören kann.

Die wohl bekanntesten Vertreter dieses Genres sind das bereits erwähnte DotA, Heroes of the Storm und natürlich League of Legends. Letzteres wurde 2009 von Riot Games veröffentlicht und entwickelte sich rasend schnell zum unangefochtenen Platzhirsch unter den MOBAs. Zeitweise tummeln sich rund 100 Millionen Spieler gleichzeitig auf den Servern – eine Zahl, die das Spiel auch im E-Sport zu einem der wichtigsten Vertreter seiner Art machte.

Im Jahr 2020 erschien schließlich die erste Staffel der Netflix-Serie „Arcane“, die dem Franchise zu einem weiteren Popularitätsschub verhalf und selbst viele Nicht-Gamer begeisterte.

Im Oktober diesen Jahres soll ein neues Trading Card Game mit dem Namen „Riftbound“ erscheinen – ein Titel, auf den viele Spieler bereits voller Vorfreude warten. Wir hatten das Glück, schon vorab einen Blick darauf zu werfen und es selbst auszuprobieren. In diesem Bericht möchte ich euch meine Eindrücke davon schildern.

Wir haben Riftbound bislang zu zweit gespielt, doch es bietet auch die Möglichkeit, mit bis zu vier Spielern in die Schlacht zu ziehen. Das Deck jedes Spielers enthält selbstverständlich die ikonischen und namensgebenden Legenden des Spiels. Hier seht ihr nur eine kleine Auswahl der vielen Optionen, die euch zur Verfügung stehen:

Diese Legende beeinflusst den Spielstil maßgeblich, und gibt die grundlegende Ausrichtung des Decks vor. Die Legende an sich stellt allerdings „nur“ Fähigkeiten bereit. Auf dem Schlachtfeld hingegen wird sie durch ihren Champion verkörpert:

Der Champion kann jederzeit ins Spiel gerufen werden – vorausgesetzt, man kann die dafür erforderlichen Kosten bezahlen. Apropos Kosten: Riftbound zeigt sich hier eher konservativ. Pro Runde erhält jeder Spieler zwei Runen, mit denen die Kosten für Einheiten, Ausrüstungen und Zauber bezahlt werden. Insgesamt gibt es sechs verschiedene Runenarten, die – ähnlich wie die Farben bei Magic: The Gathering – jeweils unterschiedliche Aspekte und Spielmechaniken verkörpern.

Wie bereits erwähnt, gibt es in Riftbound verschiedene Kartentypen. Einheiten helfen dabei, Kämpfe zu gewinnen und Schlachtfelder zu erobern. Ausrüstungsgegenstände können Einheiten verstärken oder ihre Kosten decken, während Sprüche spontane Zauber oder Ereignisse darstellen, die das Spielgeschehen kurzfristig beeinflussen und anschließend auf den Ablagestapel wandern. Auch hier bleibt Riftbound im Rahmen klassischer Mechaniken – große Überraschungen gibt es an dieser Stelle nicht.

Wo Riftbound jedoch seine kreative Seite zeigt, sind die Battlefields. Je nach Spieleranzahl werden zu Beginn mindestens zwei Schlachtfelder ausgelegt, die es im Verlauf des Spiels zu erobern gilt. Ein besonders schönes Detail: Die Texte auf den Battlefields sind gespiegelt und damit von beiden Spielern gleichermaßen lesbar. Eine kleine Idee – aber eine, die ich so noch nie zuvor gesehen habe. Bravo!

Erobert werden die Schlachtfelder, indem man seine Einheiten dorthin zieht und die gegnerischen Truppen besiegt. Der Kampf wird dabei durch den Vergleich der Stärkewerte der Einheiten entschieden. Punkte erhält man sowohl für die Eroberung als auch für das Halten eines Schlachtfeldes. Wer als Erster 8 Punkte erreicht, gewinnt das Spiel. Auf dem nächsten Bild seht ihr, wie ich gerade beide Schlachtfelder kontrolliere – was mir ordentlich Punkte eingebracht hat:

Wie finden wir das Spiel? Riftbound macht Spaß – soviel ist sicher. Leider war es nach der ersten Runde bereits zu spät um noch eine weitere zu spielen. Lust hätten wir auf jeden Fall gehabt. Unsere erste Partie war sehr knapp, was auch immer ein Zeichen für gutes Balancing ist. Keiner fühlte sich während des Spiels überrannt oder chancenlos – das Blatt konnte sich jederzeit wenden, und zum Schluss hat sich Martin mit einem gut geplanten Zug den Sieg ergaunern sichern können.

Was uns allerdings ein wenig fehlte, war das typische MOBA-Feeling. Zu keinem Zeitpunkt hatten wir das Gefühl, eine echte MOBA-Adaption vor uns zu haben. Im Grunde hätte Riftbound auch in einem völlig anderen Fantasy-Setting stattfinden können. Hier hätten wir uns einen klareren Bezug zur Vorlage gewünscht: Creeps, Lanes, Jungle – all diese Elemente haben wir vermisst. Die Battlefields erinnern zwar vage an Lanes, doch hier wäre definitiv mehr Kreativität möglich gewesen. Trotzdem ist Riftbound ein tolles Spiel, das uns großen Spaß bereitet hat und das wir auf jeden Fall weiter im Blick behalten werden. Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr Lust das League of Legends- TCG auszuprobieren?

Beste Grüße,

Euer Christian

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