Moin.
Ich glaube, die meisten von uns kennen das. Man sieht ein Modell und muss es unbedingt haben, obwohl man eigentlich „nichts“ (Außer bauen, bemalen und anschauen) damit anfangen kann. Mich überkam Anfang letzten Jahres dieser „haben-wollen“-Reflex als Games Workshop ihre Limitierten Messe Modelle für das Jahr 2024 ankündigte: einen Kroot für Warhammer 40.000 sowie den Steel Rook für Age of Sigmar. Eben dieses Modell für eine Armee, die ich nicht ansatzweise sammle, hat es mir mit seinem limitierten Status angetan. Im Oktober war ich auf der SPIEL und da der Wunsch nicht nachgelassen hatte kam der Rook mit zu mir (ebenso der Kroot, um ihn (hoffentlich) dereinst in Kill Team nutzen zu können). Der sehr stolze Preis von 31,50€ pro Modell tut zwar weh, aber die Euphorie des erfolgreichen Jagens überspielt diesen Schmerz irgendwie.
Was macht man also mit diesem teuren Stück Plastik – außer es zu bemalen und zu bewundern? Richtig! Man zerschneidet es, um ein Modell für ein völlig anderes System zu erschaffen. In meinem Fall wird der Rook zum Skitarii Marshal meiner Adeptus Mechanikus Armee befördert.
Der erste Schritt bei so einem Projekt ist erst einmal, die Bitsbox zu plündern und passende Teile und Inspiration finden.
Ein Marshal braucht in meinen Augen eine Pistole, eine Powerwaffe, einen Rucksack, einen Servoschädel, sowie eine Technowüstenbase. Dazu natürlich den Gussrahmen des Steelrooks
Die ersten Schnitte tun am meisten weh, da es danach keinen Weg zurück gibt. Aber ich wusste, dass der linke Arm weichen muss und wollte der Rüstung eine neue Zugehörigkeit spendieren. Dafür wurde der Kopf von Arm und Nacken getrennt, um ihn freier platzieren zu können. Die Rüstung wurde vorsichtig mit Messer und Feile abgeflacht um Platz für das Mechanikus Symbol zu schaffen.
Die Kriegshacke wird zur Powerhacke – dank eines Spenderteils (Taser Goad) eines Skitarii Alphas. Einfach das Teil unter dem Kopf der Hacke entfernen, ebenso das Powermodul des Tasers und mit vorsichtig gebohrten Löchern und einer Büroklammer die Teile wieder verbinden.
Auf der Base des Rooks sitzt ein Rabe auf einem Baum. Diesen wollte ich durch einen Servoschädel ersetzen. Leider konnte ich keinen mehr in meiner Bitsbox finden, weshalb ich mir selbst einen gebaut habe. Dafür nutzte ich einen Schädel aus der Schädelbox von GW, Teile eines Manipulus-Kopfes, sowie Kabel und Kleinteile diverser Herkunft. Um den Schädel zu halbieren und meine Finger zu behalten, platzierte ich ihn mit Patafix auf einem Korken. Das hat tatsächlich sehr gut funktioniert. Die optische Einheit des Manipulus ersetzt die fehlende Schädelhälfte, die Kabel werden einfach unten angeklebt und Kleinteile passend platziert. Vogel weg, Schädel hin – Fertig
.
Um den Rucksack fest zu platzieren, habe ich den entfernten Pin der Pushfit-Rüstung in das Loch des Rucksacks geklebt und ein passendes Loch in den Rücken gebohrt. Leider musste ich die Aufbauten des Rucksacks entfernen, da diese mit den Federn kollidierten.
Der linke Arm ist eine Kombination eines Schützenarms und einer Radium Pistole aus einem rechten Arm eines Skitarii Alphas. Die rechte Hand wurde vorsichtig entfernt und dann die Waffe einfach mit Sprue Goo (Gussrahmen-Reste in Plastikkleber gelöst) an den Arm geklebt. Sprue Goo hält dann auch den Arm an der Rüstung fest.
Dank der Neuen Pose mit der Pistole musste nun auch der Kopf gedreht werden. Leider kollidieren die Federn des Helmes mit der Waffe auf der Schulter und verhindern die Drehung. Abhilfe sollte der Tausch der Federn gegen einen Zahnradkranz eines Skitarii Vanguard Helms schaffen. Dieser Tausch hat aus dem Raben ein Huhn gemacht, passt aber meiner Meinung nach sehr gut zu meiner Vision. Allerdings hat auch diese Verringerung des Helmprofils nicht gereicht um den Kopf so zu platzieren wie ich es wollte. Also habe ich die rechte Hand kurzerhand (haha) abgeschnitten und mit einem Büroklammerpin leicht gedreht wieder angeklebt. Das Loch im Hals habe ich dann mit Greenstuff gefüllt und den Kopf in der Gewünschten Richtung aufgeklebt.
Die Base wurde mit einer Metallplatte, einem Schädel, zwei Zahnrädern (Zahnpasta-Verschlüsse) und Desert Sand Terrain Paste von AK gestaltet.
Bemalt habe ich das Modell in meinem Standardschema. Grundiert mit Molotov one4all Farben durch die Airbrush. Schwarz -> Burgund -> Verkehrsrot als Zenithale Grundierung. Metall mit Duraluminium und Aluminium aus der Vallejo Metal Color Serie durch die Airbrush und Akzente mit Ragebrown Instantcolor von Scale 75. Um die Ungenauigkeiten der Airbrush auszugleichen wird das rot dann mit dem Pinsel aufgetragen. Hier habe ich dieses Mal Bold Pyrrole Red von Pro Acryl genutzt. Das kommt sehr dicht an das Primary Red von Scalecolor heran, welches ich sonst verwende. Kleinere Stoff- oder Lederteile sowie die Schädel habe ich mit Rainy Gray von Scale 75 und das Symbol Schwarz und Weiß bemalt. Anschließend habe ich alles in einem Schwarzbraunem Ölwash ertränkt. Dann diesen vorsichtig wieder entfernen, Highlights nach Belieben setzen (in diesem Fall nur etwas Orange auf den roten Teilen) und den blauen Leuchteffekt malen. Den habe ich dieses Mal mit der Airbrush und Neon Blue Fluoreszent Farbe und weißer Ink gemalt. Die Teile, die leuchten sollen, werden erst weiß bemalt. Mit dem Blau wird dann in dünnen Schichten drüber gesprüht – alles, was mehr leuchten oder reflektieren soll, anschließend wieder mit weiß aufhellen und diese Schritte solange weiderholen bis man zufrieden ist.
Mir gefällt mein Umbau sehr gut und auch mit der Bemalung bin ich zufrieden. Ich weiß zwar nicht, ob und wann der Steel Rooster Marshal das Spielfeld erblicken wird aber dadurch, dass ich weiß, dass ich ihn einsetzen KÖNNTE hat mir das ganze Projekt viel Spaß gebracht und mich mit genügend Motivation versorgt, um nach drei Hobbytagen komplett fertig zu werden.
Was haltet ihr von diesem Projekt? Cool? Furchtbar umgesetzt? Häresie, ein limitiertes Modell zu zerstören? Schreibt mir in die Kommentare, was ihr mit „haben-wollen“-Figuren macht. Zum Abschied gibt’s noch ein Gruppenbild meiner Marshals und Technoarcheologist – für den Größenvergleich.
Bis zum nächsten Mal!
Euer Micha























