Halloween ist rum, aber eine Hexe ist noch da.
Unruhe macht sich in Roanoke breit, es geht das Gerücht herum, dass einer der Dorfbewohner mit der Hexe im Bunde ist, doch wer ist es? Zum Glück ist ein Hexenjäger ins Dorf gekommen, um sich der Sache anzunehmen.
Willkommen in Roanoke, einer kleinen Kolonie in der neuen Welt und der Ort, an dem „Pagan – Schicksal von Roanoke“ angesiedelt ist. In diesem Zwei-Spieler-Spiel schlüpft einer der Spieler in die Rolle der Hexe, die versucht ein Ritual zu vollenden, der andere in die des Hexenjägers, der genau das verhindern möchte.
Spielaufbau und Ablauf:
Zuerst wird das aus vier Teilen bestehen Spielfeld aufgebaut. Es stellt das Dorf und die nahegelegene Insel dar. Im Dorf werden anschließend die die neun Dorfbewohnerkarten platziert. Einer dieser Dorfbewohner ist der Verbündete der Hexe, die anderen sind redliche Bürger – auch wenn jeder so aussieht, als hätte er ein düsteres Geheimnis. Die Hexe zieht zu Beginn des Spiels eine Karte vom Verdächtigenstapel, diese Person ist der Verbündete, die anderen Karten kommen neben das Spielfeld.
Die Basis des Hexenjägers ist das Quartier, die der Hexe der Unterschlupf, von diesen senden sie ihre drei Schergen ins Dorf, um Aufträge zu erfüllen. Dazu aber gleich mehr.
Beide Spieler verfügen über ein Kartendeck, dass ihnen Ressourcen zur Verfügung stellt. Bei der Hexe gibt es zum Beispiel Verzauberungen (diese werden auf den freien Felder auf der Insel am Spielfeldrand platziert) und Tränke, beim Hexenjäger spezielle Orte oder Verbündete die eine Vorteil verschaffen. Die Karten können jedoch nur gespielt werden, indem man Einfluss ausgibt (dieser wird mit dem kleinen Rad getrackt).
Aber wie kommt man nun an Einfluss oder Karten und wie spielt man sie aus?
Ganz einfach – indem man mit Dorfbewohnern interagiert. Jeder von ihnen hat eine Fähigkeit, die genutzt werden kann wenn einer der Schergen ihm einen Besuch abstattet. So darf man bei der Fremden Sue zwei Karten ziehen, bei der Witwe Atkins bekommt man einen Einfluss und bei Prediger Wulfric darf man eine Karte spielen.
Aber die Besuche bringen noch weit mehr als eine schnöde Karte oder ein bisschen Einfluss. Sie bringen „Indizien“ oder „Hinweise“ für den Hexenjäger und „Geheimnisse“ und „Gefälligkeiten“ für die Hexe. Diese roten und lila Marker sind der eigentliche Weg zum Sieg. So braucht der Hexenjäger „Hinweise“ (drei „Indizien“ generieren einen „Hinweis“) zum Entlasten der Verdächtigen. Bei drei „Hinweisen“, darf er eine der übrig gebliebenen Karten vom Verdächtigenstapel ziehen und grenzt so den Kreis der Verdächtigen ein. Kann er die Hexe enttarnen hat er gewonnen. Die Hexe braucht „Gefälligkeiten“ (drei „Geheimnisse“ ergeben ein „Gefälligkeit“), denn erst wenn sie drei davon auf ihrem verbündeten Dorfbewohner platziert hat, kann sie das Ritual starten und sich so den Sieg sichern. Wo und wieviel „Indizien“ oder „Geheimnisse“ platziert werden dürfen, geben die Symbole in der linken unteren Ecke der Kartenillustration an. Die Hexe muss sich also nicht ständig bei ihrem Verbündeten herumtreiben und seine Enttarnung riskieren, denn der Hexenjäger kann unter bestimmten Bedingungen auch einfach einen Dorfbewohner auf gut Glück exekutieren.
Fazit:
Zum Fazit habe ich meine Frau eingeladen, schließlich ist sie es, die bei unseren Zwei-Spieler-Spielen meinen Gegenpart darstellt – außerdem ist sie jedes Mal die Hexe.
Wenn wir gemeinsam längere Spiele spielen, dann darf eine passende Playlist für das Ambiente nicht fehlen. So ist das witchy setting gleich gesetzt und die Stimmung passt. Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass wir schon viel Spaß beim Spielen haben. Dadurch, dass man durch die unterschiedlichen Rollen nicht gleich agiert ist einem nie ganz klar, was der andere Spieler plant, wer der Verbündete ist oder aber auch, wer bereits entlastet wurde. So hält sich die Spannung während des gesamten Spiels, was uns beiden richtig gut gefällt.
In unserer letzten Spielrunde wurde jedoch die kleine Glückskomponente im Bezug auf die Karten deutlich. Während meine Frau zwar gute Karten aus ihrem Stapel zog, die zu einem späteren Zeitpunkt sehr stark gewesen wären, habe ich eine absolute Power-Kombo gezogen und konnte dadurch relativ schnell die Verdächtigen nach und nach entlasten. Die Karte, die sie benötigte um meine Kombo zu zerstören, denn auch das ist durch Verzauberungen oderTränke durchaus möglich, war eine der letzten in ihrem Deck. Diese Runde war aber wirklich eine Ausnahme, denn ansonsten sind die Spiele weitaus balancierter und auch die Hexe hat gute Chancen darauf, ihr Ritual durchzuführen.
Durch Erweiterungspacks lassen sich die Decks außerdem anpassen und erweitern, sodass sowohl Hexe, als auch Hexenjäger die Möglichkeit haben ihren Spielstil in das Deck mit einfließen zu lassen. Diese liegen hier auch schon bereit und warten darauf eingesetzt zu werden.
Von unserer Seite ist das Spiel definitiv eine Empfehlung.
Viel Spaß beim Spielen.
Jacky und Hannes
















Hallo Hannes, ein sehr schöner Beitrag. Es freut mich auch sehr, dass es „Pagan“ hier hineingeschafft hat. Mir gefällt das Spiel vom Design und auch vom Spielprinzip sehr gut. Habe es inzwischen auch mehrmals gespielt (so um die 6 Mal, auch in verschiedenen Konstellationen) aber immer hat die Hexe gewonnen und zwar meist haushoch. Daher kam mir persönlich das Spiel bisher etwas schlecht ausbalanciert vor. Hast du schon mal mit den Zusatzkarten gearbeitet? Vielleicht kann man ja damit etwas ausgleichen.
Faszinierend, bei uns gewinnt fast immer der Hexenjäger. Welche Taktik führt die Hexe denn zum Sieg? Mit den Zusatzkarten haben wir einmal gespielt. Die sind mMn aber stärker für die Hexe.
An einer bestimmten Taktik kann ich das nicht festmachen. Ich denke dass die Hexe den Jäger schon sehr früh unter Druck setzten kann mit Verzauberungen, die dann für den Hexenjäger immer wiede Aktionen kosten. Immer wenn ich als Jäger gespielt habe hatte ich das Gefühl nur „hinterherzurennen“und hier und dort Brände zu löschen als selbst aktiv werden zu können. Das gleiche Gefühl hatten auch meine Mitspieler wenn sie den Jäger gespielt haben.
Also bei uns ist es oftmals andersrum, aber ich glaube das hat wirklich viel mit dem Glück oder eben Pech beim Kartenziehen zu tun. Ich spiele meist die Hexe und warte leider oft sehr lange auf die passenden Karten, da hat der Hexenjäger bisher mehr Glück gehabt. Einige Karten passen aber auch nicht zu meinem Spielstil, es wird also Zeit sich mal intensiv mit denen aus der Erweiterung auseinander zu setzen und das Deck dementsprechend anzugleichen.
Liebe Grüße,
Die Frau von Hannes 😉
Hannes, ehrlich gesagt, finde ich es lustig, dass ihr bei euch immer der Hexenjäger gewinnt. Wahrscheinlich hat die Hexe bei euch einfach nicht genug Verzauberungen platziert – die sind doch der Knaller, wenn man auf dem Spielfeldrand loslegt! Oder ihr spielt nur gegen eine zu gut informierte Frau? Ich bin gespannt, ob die Zusatzkarten euch den Balanceakt zwischen Hexe und Hexenjäger gelingen lassen. Und Simon, wenn die Hexe bei euch immer haushoch gewinnt, dann habt ihr wahrscheinlich einfach die besten Verbündeten ausgewählt. Oder die Schlechtesten für den Hexenjäger, was auch sein könnte!