Moin Moin!
Aufmerksame Leserinnen und Leser werden sich vielleicht wundern, warum in diesem Blog Gegenstände für ein Turnier aus dem vergangenen Jahr gefertigt werden.
Der Grund dafür liegt in meinem diesjährigen Sommerurlaub: Beim Durchstöbern alter Entwürfe stieß ich auf diesen im Archiv schlummernden Blogbeitrag. Die Erinnerungen daran wurden wieder lebendig und ich wollte die Gelegenheit nutzen, ihn – mit nur einem Jahr Verzögerung – endlich mit euch zu teilen.
Die Themen sind nach wie vor aktuell, und die Erfahrung, das Hobby unter eher widrigen Umständen im Urlaub weiterzuführen, war überraschend bereichernd. Es zeigt einmal mehr, wie flexibel und inspirierend unser gemeinsames Hobby sein kann – selbst fernab vom heimischen Maltisch.
Hier der original Text aus 2024:
Es begab sich, dass Micha mit Radio-Longfall-Florian Urlaubszeit in Dänemark verbrachte. Natürlich sollte diese Zeit für die Familien und die Entspannung genutzt werden, jedoch stand im direkten Anschluss an dieses freudige Ereignis das offizielle Freebooter‘s Fate Turnier auf der Niederrheincon an und Florian als Mitorganisator musste noch Szenariogegenstände vorbereiten. „Kein Problem“, wurde gesagt „das schaffen wir und zu zweit geht es eh schneller!“ So druckte Micha im Vorfeld vor dem Urlaub, die fehlenden Gegenstände (76 Schaufeln, 86 Grabsteine, sowie 15 Pilze) und packte sie ein.
Da Platz im Gepäck mit zwei kleinen Kindern Mangelware ist, musste genau überlegt werden, welche Hobbyutensilien mitgenommen werden können. Michas Wahl fiel auf ein altes Army Painter Starter-Set aus seiner Jazza Collection, das dringend mal ausprobiert werden wollte, eine Zange um die Supports zu entfernen, etwas Schleifpapier, alte Pinsel (im Set waren neue), Modpodge und einen schwarzen Wash von Vallejo. Florian brachte eine Unterlage, ein Hobbymesser, Bases, Basestreu, sowie den Sekundenkleber mit.
Gewerkelt wurde dann schön draußen auf der Terrasse in der Morgensonne. Omas alte Bonbondose diente als Farb-/Leim-Palette und ein alter Plastikbecher hält Wasser für die Pinsel an Ort und Stelle.
Los geht es mit den Grabsteinen von Epic Basing. Die Supports wurden mehr oder weniger vorsichtig entfernt, dann bekam jeder Stein eine Kavallerie Base (25 × 50 mm) auf der er mit Sekundenkleber fixiert wurde.
Der Brush-On Primer von The Army Painter sorgte dann in einem Schritt für Grundierung und die richtige Grundfarbe in Grau.
Nach dem Trocknen gab es einen Wash in Vallejo Black und Army Painter Strongtone. Eine Spinne sorgte für das richtige Gruselgefühl bei den Grabsteinen.
Obwohl wir leider ein paar Bases vergessen hatten macht die Menge schon etwas her. Als letzten Schritt gab es dann noch Streu und die Grabsteine waren fertig. Mit mehr Zeit oder weniger Steinen hätte man noch die Kerzen anmalen und einen OSL-Effekt schaffen können, doch für ein Turnier ist das Ergebnis ausreichend schön geworden.
Während Micha sich um die Grabsteine kümmerte, beflockte Florian fleißig Bases für die Schaufeln. Zur Verfügung standen Bergwiese von einem Modelleisenbahnhersteller (eingekauft vor vielen Jahren von Florian und ohne erkennbares Etikett) und die neue Mischung von Krautcover: Booty Beach. Diese mit Freebooter’s Miniatures zusammen entwickelte Mischung enthält alles, was man für schöne Strandbases benötigt. Sand, Krabben, Muscheln, Treibgut und Flaschen.
Die Schaufeln zu Grundieren war den Recken dieser Geschichte zu aufwändig (außerdem war die Grundierung nach nur einem Tag klumpig geworden, Sonne und Wärme sind bedauerlicherweise nicht gut für Farben) und so gab es ein schnelles Washbad, um die grau gedruckten Spaten wenigstens etwas einzufärben.
Nachdem sie dann grau und unscheinbar auf die Bases geklebt waren, entschied sich Micha doch dazu, zumindest die Stiele braun und die Schaufeln metallisch zu bemalen, sehr zügig und nur von oben spricht das Ergebnis allerdings für sich und ist nicht vergleichbar mit den schmutzig grauen Erstprodukt.
Der aufmerksame Leser mag sich entsinnen, dass nun noch Pilze auf der Agenda dieses Projektes stehen. Aufgrund des bereits vorhandenen Grundstocks mussten deutlich weniger Pilze als die anderen Gegenstände bemalt werden. Das nahm Micha zum Anlass, um die Army Painter Farben zu nutzen. Die Pilze wurden zu ansprechenden Grüppchen auf Bases geklebt, mit der in der Sonne leider klumpig gewordenen Grundierung grundiert und dann bunt angemalt.
Die Stiele wurden mit dem Hautton des Sets bemalt, alles gewasht und Florian hat dann die Punkte weiß gemalt, sowie das Flock auf die Bases aufgetragen. Damit war dieses Projekt dann abgeschlossen.
Das Bild der fertigen Pilze fehlt leider.
Was bleibt zu sagen? Auch mit vergleichsweise wenig Hobbymaterial lässt sich schöne Zeit verbringen und ordentliche Ergebnisse produzieren. Wir haben zwei schöne Vormittage und Abende mit diesem Projekt verbracht und sind glücklich mit dem Endergebnis. Tatsächlich war es auch mal sehr befreiend, nicht zwischen 20 verschiedenen Brauntönen für das Holz wählen zu müssen, sondern es gab einen und damit basta.
Malen und Basteln entspannt mich und passt damit auch gut in einen Urlaub und zu wissen, dass es ein „Massenprodukt“ und nicht für mich ist, lässt kleine Ungenauigkeiten zu, die mich daheim länger aufgehalten hätten und die ich vielleicht zuhause jetzt auch mal zulassen werde.
Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr auch schon Püppchen im Hotelzimmer bemalt oder Bases am Strand gebaut? Schreibt uns in die Kommentare, was eure Erfahrungen mit Hobby im Urlaub waren.
Euer Michi
























ein schöner Artikel und zeitlos an sich.
Das ist eine Sache in unserem Hobby die ich so schön finde. Man kann jederzeit mit wenig Material doch etwas Hobby machen und sich die Zeit vertreiben.
Als ich letztes Jahr zur Tactica bin, habe ich meine Krydrufi Box mit ein paar Farben und 3 Minis mitgenommen, da konnt ich abends noch gemütlich ein paar Farben auftragen.