Moin Moin und herzlich willkommen zum nächsten kleinen System Review meinerseits!
Wie alles begann:
Dank Faris von Modern Miniatures und dem Kiepencon Podcast, wurde ich erst so richtig auf die KiepeCon aufmerksam. Also einen Kumpel geschnappt und nach Münster gefahren und einen schönen Con-Tag verbracht. Vor Ort dann auch noch unseren Redaktions-Christian getroffen und anschließend diesen Podcast zu aufgenommen.
Vorher, einfach mal geschaut, welche Systeme, Hersteller und/oder Händler vor Ort sind. Dabei stieß ich auf „bloody kisses“ von Phantasmos. Vampire vs. Menschen vs. Werwölfe in einem erzählerischen Mittelalter-Skirmish-Setting. Alles was das kleine Seppelherz begehrt. Nach einer schönen kleinen Demo, (welche ich natürlich verloren habe) griff ich trotzdem beherzt zu und habe das Regelbuch mitgenommen. Deshalb starten wir jetzt die Vorstellung von:
BLOODY KISSES
Harte Fakten
Buch: DIN A4 Hardcover
Autor: Andre Franz mit Unterstützung von Manuel Hovestadt
Seitenzahl: 110
Preis: 40€
Benötigte Materialien:
- W10
- W6
- Messwerkzeug in CM
- 4-8 Miniaturen je nach Fraktion und Aufstellung pro Spieler
- Spielfeld mit 60cmx60cm Kantenlänge und passendes Gelände und Scatter
Die Aufmachung:
Die Seiten wirken alle, als wären sie aus Pergament, zumindest optisch. Der Schriftsatz ist übersichtlich gestaltet und die Schrift ist trotz Bilder im Hintergrund gut lesbar.
Nahezu alle Bilder, die sich im Buch finden, sind entweder von selbstbemalten Minis oder selbstgestalteten Gelände. (Viele Minis finden sich übrigens in der Reaper-Range)
Ein detailliertes Inhaltsverzeichnis eröffnet die Abschnitte Prolog und Einleitung, Regeln,Profile,Sonderregeln, Szenarien und Ausrüstung. Die üblichen Schnellreferenzen schließen das Buch ab. Ein Highlight, welches ich erst später entdeckt habe, ist das Lesebändchen.
Die Regeln
Nach einer kurzen Beschreibung erhält jeder Charakter ein eigenes Profil. Dieses umfasst:
- K = Kampfkraft
- R = Rüstungswert
- A = Attacken (Anzahl W6 die im Kampf gewürfelt werden)
- W = Willenskraft (mysthische Fähigkeiten nutzen/widerstehen)
- B = Bewegungsreichweite (in cm)
- L = Lebenspunkte
- P = Punktekosten
Hinzu kommen noch Ausrüstung, wie besondere Wafen oder Schilde etc. und eventuelle Sonderregeln und/oder mysthische Kräfte.
Die Aktivierung erfolgt im “I go you go Prinzip“. Erst alle Bewegen, dann Magie-/Fernkampfphase und dann Nahkampf. Kein Hexenwerk, das meine ich aber im positiven Sinne. (Gibt in dem Spiel eh keine…) Und dann ist der Mitspieler am Zug.
Die magischen Effekte, werden über einen W6 plus Willenskraftwert bestimmt. Bei den Vampiren zum Beispiel wären das Aktionen wie Blutsaugen, Schattensprung (quasi eine zusätzliche Bewegung durch Gelände) oder Paralysieren (damit erstarrt der Gegner und ist für die Runde raus) und einige mehr.
Kämpfe werden mit dem W10 ausgetragen und je nach gewürfelter Zahl gibt es 1 oder 2 Punkte Schaden. Rüstungswerte des Angegriffenen vermindern den Schaden. Der aufgebrachte Mob aus Bauern, hat natürlich keine Rüstung und mit einem Lebenspunkt auch nur geringe Chancen lange zu überleben. Dafür aber Sonderregeln, die ihnen andere positive Eigenschaften/Fähigkeiten verleihen.
Alte Vampire haben noch die Fähigkeit Runen mit besonders starken Effekten einzusetzen, dass aber nur einmal im Spiel.
Werwölfe können zwar nicht zaubern, aber kratzen, beißen und fressen. Also eher so die Nahkampfmonster.
Fraktionen:
Wie bei den Regeln schon angerissen gibt es insgesamt 4 Fraktionen:
- Vampire
- Menschen
- Werwölfe
- Schänder
Bei den Vampiren gibt es viele Namenhafte Charaktere und nur wenig Fußvolk. Das beschränkt sich auf die „Rote Garde“ (eine Elite Einheit) und noch Zombies.
Die Menschen können von Bauern, über Priester, Nonnen, Inquisitoren, Tempelrittern, Monsterjäger etc. einiges an verschiedenen Charakteren mitnehmen.
Werwölfe haben den Urwolf, normale (Wer-)Wölfe, Hautwechsler und noch ein paar Charaktere.
Die Schänder bestehen eigentlich nur aus dem Totensammler, Skeletten und Ghoulen.
Szenarien:
Es sind einige (12) Szenarien in dem Buch beinhaltet. Bei denen steht immer dabei, welche Fraktion mit welchen Figuren an dem Szenario teilnimmt. Alternativ sind Punktewerte angegeben, mit denen man sich selbst seine Warband zusammenstellen kann. Eingeleitet werden die Szenarien immer mit einer kurzen Geschichte (dazu mehr im Fazit).
Generell reichen die Szenarien von “Finde dies und töte es“, über “Fliehe vor“ bis “Töte alles und jeden“.
Auch der Ort des Geschehens steht als Vorschlag mit dabei. Waldwege, Dorfplätze, Schlossgärten und natürlich Friedhöfe bilden hier unter anderem die passende Kulisse.
Fazit:
Kurze Form: Ich mag “Bloody Kisses“!
Lange Form: “Bloody Kisses“ ist ein netter kleiner Skirmisher, der mit viel Liebe zum Detail eine gruselige mittelalterliche Welt erschafft. Schon nach dem Testspiel auf der KiepenCon hatte ich total Lust eine kleine Transylvanienplatte zu bauen. 60cmx60cm ist eine wunderbare Größe, wobei man aufgrund der vielen abwechslungsreichen Szenarien eher von einer festen Platte absehen sollte.
Auch wenn die Aktivierungsform nicht zu meiner Präferierten gehört, fällt es bei der überschaubaren Menge an Minis nicht so ins Gewicht.
Das Buch ist mit seinen 40€ kein Schnäppchen, aber für so kleine Auflage und in der hochwertigen Aufmachung vollkommen in Ordnung. In diesem Buch sind alle Regeln und Charakterprofile aus den letzten beiden Büchern zusammengefasst. Die verschiedenen Charaktere und Figuren der Fraktionen lassen einem super viel Spielraum Miniaturen zu suchen, finden, bemalen, kitbashen whatever.
Alles schick? Leider nicht. Die in diesem Buch enthaltenen Szenarien sind die Fortsetzung einer Kampagne aus dem Vorgängerbuch (“Der Aufstieg des Dacian“). Da die Idee, mit dieser Kampagne die VORgeschichte von Dracula zu spielen, super ansprechend ist, musste ich mir leider erst noch zusätzlich das andere Buch (für nochmal ca. 16€+Versand) holen, nur um die ganze Geschichte erleben zu können. Zu dieser Kampagne gehören auch die Teile der einleitenden Geschichten vor den Szenarien. Ohne die Geschichte, lassen die Szenarien sich aber natürlich als einzelne Gefechte erleben und für sich passend (kampagnentechnsich-)adaptieren.
Aktuell planen wir die gesamte Kampagne zu dritt zu spielen. Vampire für mich, Menschen für Mitspieler 1 sowie Werwölfe und Schänder für Mitspieler 2. So kommen wir ungefähr auf die gleiche Anzahl von Spielen, wobei die Vampire schon in jedem Szenario auftreten. Bis da aber was zu kommt, dauert noch, da wir genauso wie an die Las Palmitas Kampagne gehen: Erst ALLES fertig machen, dann spielen. Ich werde berichten.
Habt ihr schon Erfahrung mit Systemen von Phantasmos? Welche Fraktion würdet ihr am Liebsten spielen? Lasst es mich in den Kommentaren wissen.
Euer Seppel













