#427 – Sebbos Geschichtsstunde: Seppel sitzt nach …. Angelsachsen

Christian hat sich vor 10 Jahren mal ein paar Saga-Banden aufgebaut und wollte schon immer über das Jahr 1066 in der englischen Geschichte sprechen.
Gut das Seppel nachsitzen muss und und schon immer lernen musste, wann denn das Frühmittelalter endet.

Lernt etwas über den „Sachsensturm“ und seine Bedeutung für die Artus-Sage, alle sieben Reiche der Heptachien, das große (Wikinger)Heer und den Danelag

Als Aufhänger nutzen wir diese Box

GBP02 Plastic Saxon Thegns

Gripping Beast Saxon Thegns

Kurze Klarstellungen und Berichtigungen:

  • Wir haben diesen Podcast aufgenommen, bevor Gripping Beast ihren Abverkauf wegen Geschäftsschließung begann
  • Der Thain der Hobbits im Auenland ist natürlich kein  Brandybock, sondern ein Tuk. Christian erzählt da mal wieder Müll
  • Die Sachen trieben sich vor allem in Niedersachsen rum, aber wie Obersachsen und die Grafschaft Meißen DAS Sachsen wurde, ist eine Geschichte aus dem deutschen Hochmittelalter

Viel Spaß beim Hören.

Über Christian

Christian begann als Gastautor und bissiger Kommentator, wurde dann Redakteur im Blog und gehört inzwischen zu den "Großen Alten" Trotzdem ist es immer noch für sein zu schnelles Reden bekannt. Obwohl er kein Historischer Wargamer ist, ist er einer der "HistoSpacken" der Redaktion. Sein Fokus im Hobby liegt auf Freebooter's Fate, Summoners, Geländebau (aktuell gerade 1:1 Maßstab) und Hobbyphilosophischem. Ganz allgemein spielt er lieber Skirmischer als Rank&File-Massensysteme

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3 Comments on “#427 – Sebbos Geschichtsstunde: Seppel sitzt nach …. Angelsachsen”

  1. Erst einmal ein großes Lob dafür, dass ihr die Gripping-Beast-Saxons besprecht! Gefühlt brüllen heute ja jeder und seine Großmutter sofort „Victrix!“, sobald es um diese Epoche geht. Dabei sind die GB-Boxen wirklich clever und vielseitig gestaltet.

    Bei der historischen Einordnung bin ich allerdings an einigen Stellen gestolpert. Mir werden da sozialer Rang, Gefolgschaftszugehörigkeit, Heeresorganisation, taktische Funktion und Ausrüstung etwas zu sehr miteinander vermischt. Ein Thegn ist zunächst einmal ein sozialer Rang und keine Truppengattung. Ein Huscarl dagegen definiert sich über seine Zugehörigkeit zum Haushalt bzw. Gefolge eines Herrn. Das sind auch keine sich gegenseitig ausschließenden Kategorien: Ein Thegn kann durchaus zugleich Huscarl sein. Die Fyrd wiederum bezeichnet das Heeresaufgebot bzw. den Heeresdienst und ebenfalls keine bestimmte taktische Truppengattung.
    Das ist für mich auch das Problem bei der Bezeichnung der Fyrd als „leichte Infanterie“. Ob Infanterie leicht oder schwer ist, definiert sich nicht einfach über das Vorhandensein eines Kettenhemdes. Ein Bauer mit Speer und Schild, ein Thegn und ein Huscarl können im selben Schildwall alle dieselbe taktische Funktion als schwere Infanterie erfüllen, obwohl sie einen völlig unterschiedlichen sozialen Status haben und unterschiedlich gut ausgerüstet sein mögen. Umgekehrt bleibt ein Thegn ein Thegn, wenn er in einem anderen Zusammenhang beritten kämpft. Sein sozialer Rang legt seine taktische Funktion nicht fest.

    Ähnlich sehe ich es bei der Dänenaxt. Die große zweihändige Axt ist sicherlich eine charakteristische und ikonische Waffe im anglo-skandinavischen Umfeld und gerade auch mit Huscarls verbunden. Sie definiert aber keinen Huscarl. Nicht jeder Huscarl muss eine getragen haben, und ein Mann wird durch eine Dänenaxt nicht zum Huscarl. Schon taktisch wäre eine geschlossene Formation etwas erklärungsbedürftig, in der wirklich jeder Mann eine große zweihändige Axt führt und dafür keinen Schild benutzen kann. Speere, Schilde, Schwerter und Äxte können innerhalb derselben Gefolgschaft problemlos nebeneinander vorkommen. Auch beim Speer würde ich mit der Vorstellung einer „schlecht bewaffneten“ Fyrd vorsichtig sein. Ein Speer ist keine bäuerliche Notbewaffnung, sondern eine völlig reguläre und äußerst zweckmäßige Kriegswaffe. Die Fyrd war durchaus schlagkräftig. 1066 ist dafür auch eher ein Beleg als ein Widerspruch.

    Und bei „ohne Steigbügel keine Kavallerie“ muss ich deutlich widersprechen. Dafür gibt es schlicht zu viele Jahrhunderte erfolgreicher antiker Kavallerie ohne Steigbügel – von Persern und Makedonen über Parther bis zu Römern. Über die Bedeutung des Steigbügels für bestimmte Formen mittelalterlicher Reiterei kann man diskutieren; Voraussetzung für Kavallerie war er offensichtlich nicht. Die Annahme geht ja auf die Geschichtsforschung der 60er zurück, ist aber stark von einem technologischen Determinismus geprägt. Der Steigbügel hat bestimmte Kampfweisen sicher erleichtert, sie aber ermöglicht zu haben, macht den Stegreif doch etwas zu groß.

    So, freue mich auf die nächste Geschichtsstunde. Ich mag die Idee, Geschichte an Miniaturen und Gussrahmen aufzuziehen, und gerade die GB-Box ist dafür ein schönes Beispiel. Mir wäre an diesen Stellen nur etwas weniger Armeelistenlogik und etwas mehr Unschärfe lieber. Die historischen Menschen passen meistens nicht so ordentlich in unsere Unit-Slots.

  2. Danke für die Konstruktive Kritik und das Lob.
    Falls ich das mit den Thengs nicht klar genug gemacht habe: Ja, genau darüber bin ich ja auch gestolpert, weil das für mich eher soziale Gruppe und eben nicht Einheitentyp war.

    Zum Speer: ich sage es ja oft genug und werde es noch oft genug sagen: Der spitze Stock ist nicht nur die zweiälteste Waffe, sondern auch die beste Waffe für große und dichte Gruppen

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