Liebe Freunde,
was das IONT-Festival genau ist, was Sand zwischen den Zehen mit unserem Hobby zutun hat und warum Südafrika eine wichtige rolle dabei spielt, das erfahrt ihr hier in diesem Artikel.
Also, wenn ich schonmal “die Zeit” habe, Sachverhalte etwas genauer darzustellen, kann ich auch direkt ganz vorne anfangen.
IONT steht für “International Outdoor Narrative Tabletop”. Aber halt. Das ist doch gar nicht der Anfang…
Fangen wir bei den einfachen Sachen an. Ich liebe Cons und Festivals und leide regelmäßig hart unter FOMO, denn es gibt nur ein paar wenige Termine im Jahr, an denen ich bei diesen Zusammenkünften der Community teilnehmen kann. Und damit bin ich bestimmt nicht alleine. Das ist der eine Baustein dieses “Festivals”. Ich wollte ein “organisationsarmes” Event, bei dem möglichst viele Menschen mitmachen können; ohne eine ewig lange Anreise, Übernachtungen und all diese Dinge vorbereiten zu müssen. Außerdem hat mir die Idee der “Dezentralisierung” schon immer gut gefallen.
In dem Sommerferien 2025 ist meine Familie zum ersten mal mit einer anderen Familie in den Urlaub gefahren. Und auch, wenn der andere mitreisende Vater nicht im Hobby verhaftet ist/war, hatte ich ihm im Vorfeld genug von diesem “Omen Tide” erzählt, an dem ich so fieberhaft gearbeitet habe, dass er mich aufforderte, doch mal “Sachen dafür” mitzubringen. Da der Aufwand recht überschaubar war (6 Figuren und ein Kartenspiel) und Sebbo mich daran erinnerte, dass der Strand ja ein perfekter Ort sei, um dort nicht nur Sandburgen zu bauen, sondern dort auch zu spielen, haben wir genau das gemacht. In einem kurzen Moment, als alle Bedürfnisse der Kinder gestillt waren und unsere liebevollen Frauen sich um den Rest gekümmert haben, haben wir schnell ein paar Sachen zusammen geklaubt und ein Spielfeld in den nassen Sand gezeichnet.
Wir hatten Spaß, Leute sind stehen geblieben und haben zu geguckt und wenn ich der Sprache mächtiger gewesen wäre, hätte man bestimmt noch wem unser tolles Hobby näher bringen können.
Aber was hat das mit Südafrika zu tun?!
Mich hat diese tolle Erfahrung verfolgt. Und irgendwann erinnerte ich mich, dass ich nicht zum ersten Mal “im Freien” Tabletop gespielt habe. Es war 1997, quasi Äonen her, als meine Eltern mit mir und meinen Brüdern eine Reise durch Südafrika, Namibia und Botsuana gemacht haben. Ich war ein Jahr zuvor in den Games Workshop gestolpert und hatte seid dem mein ganzes, spärliches Taschengeld darin versenkt. Meine damals neuste Errungenschaft, den “Engel des Todes”-Codex hatte ich, neben ein paar Figuren und Würfeln mit in den Urlaub genommen. Mein Bruder hatte seine Space Orks (und natürlich deren Codex) mit dabei und sobald wir irgendwo stehen bleiben und unsere Eltern die Landschaft bewunderten, haben wir die Figuren ausgepackt und in den fantastischen Landschaften gespielt. Unser Gelände zuhause bestand aus Wasserfarbe, zu viel Kleber und zu wenig Erfahrung aber hier hatten wir plötzlich die außerirdischen Welten, von denen wir immer geträumt hatten.
Seit dem Stelle ich sehr gerne meine Figuren draußen irgendwo hin und seid ich eine Smartphone habe, mache ich da auch Fotos von.
Dies alles findet seinen Wiederhall im IONT-Festival. Die ist Idee ist simple: An einem Wochenende schnappen sich alle, die Zeit und Lust haben ihre Spielmaterialien und gehen irgendwohin, Hauptsache draußen, und bauen mit Stöckchen und Steinen, Sand und Gedöns, Spielfelder auf denen gezockt wird. Und wer will, postete das auf Instagram, damit ich auch was davon habe.
Ich habe ehrlicherweise kein Ahnung, was ich erwartet habe. Meist mache ich erstmal und denke dann über meine Erwartungen nach. Zur Sicherheit habe ich aber die Communities von NECROPOLIS28, OMEN TIDE, THE WEALD und MINI GANGS eingeladen, als Multiplikator mitzumachen.
Nun… was soll ich sagen. Von Schottland bis Italien, von dem Ende der Welt (in Frankreich) bis nach Osteuropa und sogar in Übersee, sind Hobbyisten dem Aufruf gefolgt und haben am IONT-Festival teilgenommen. Mich hat das ziemlich aus den Socken gehauen und ich freue mich schon riesig auf nächstes Jahr.
Obwohl der Urlaub nicht ganz so gelaufen ist, wie geplant, konnte ich trotzdem eine Partie Omen Tide mit dem wieder mitreisenden Vater am Strand spielen, dieses Jahr streng bewacht von unserem Nachwuchs. Ziemlich sicher spielen die nächstes Jahr mit.
Bis dahin kann ich nur jedem empfehlen, IONT-Festival oder nicht, mal seinen Figuren ein wenig frische Luft zu gönnen und draußen zu spielen.









