Jan07

Über den Tellerand: Review des Gamerboards.

von Tom

Moin moin und willkommen im Blog,


Ihr erinnert euch bestimmt an die News "Ankündigung des Gamerboards" vor einigen Wochen. Uns wurde eine dieser vielseitig einsetzbaren Tafeln zur  Verfügung gestellt und werfen nun mit euch einen gemeinsamen Blick darauf.


Was ist ein „Gamerboard“ ?


Gamerboards sind quasi stark modifizierte Whiteboards, welche an die Anforderungen von uns Tabletop- und Rollenspielern angepasst werden. Neben der magnetischen und wiederbeschreibbaren Fläche bieten sie die Möglichkeit Bodenpläne und Rasterfolien einzuklemmen und so schnell ein Spielfeld für den Schlagabtausch im Rollenspiel und Tabletop zu erzeugen. Für Spiele mit Anforderungen an den Spieltisch von 120cm*120cm sind die Boards vermutlich nicht geeignet, aber für das Rollenspiel oder für Brettspiel / Skirmisher sind die Boards mehr als ausreichend dimensioniert.


Vor ein paar Wochen klingelte es nachmittags und der, nach Luft japsende Bote, übergab mir im dritten Stock ein großes, flaches Paket. War es wirklich so schwer wie der gute Paketzusteller tat, oder übertrieb eben jener maßlos?
 
Das von uns hier, für euch, getestete Board hat ein Gewicht von rund 5 Kilogramm und die Maße 89*64 cm. Das Board besteht aus einem stabilen Alumininumrahmen mit abgerundeten Ecken, in dem eine weiße, und mit Marker beschreibbare, magnetische Platte eingefasst ist. Die Rückseite ist mit einer MDF-Platte verklebt um die Stabilität zu erhöhen. Um ein Verkratzen des Tisches zu verhindern sind Filzstreifen angebracht.


Bis hierhin habe ich eigentlich nur die stabilen Cousins eines Whiteboards beschrieben. Der praktische Kniff des Gamerboards sind die austauschbaren Folien, die, wie die weiße Grundfläche beschreibbar sind und mit denen sehr schnell ein regelmäßige Raster für Spielfelder auf eine Zeichnung oder einen Ausdruck gelegt werden kann. Das Öffnen des Rahmens um die Folien oder Ausdrucke zu wechseln verlangt etwas Kraft, dafür schließt der Rahmen aber sehr fest ab, wodurch ein Verrutschen der Folien und Ausdrucke super verhindert wird. So spricht theoretisch auch nichts dagegen das Board an die Wand zu hängen oder auf eine Staffelei zu stellen.


Der Praxistest


ich nehme hier gleich eine Erkenntnis aus dem folgenden Fazit vorweg: Für ein klassisches Tabletop wie Warhammer, Warmachine oder auch Infinity ist das Gamerboard einfach zu klein und daher wenig geeignet. Deswegen beschränke ich mich für den Rest der Review auf Rollenspiele und Skirmisher, sowie einige Brettspiele die ein Spielbrett mit Quadraten oder Sechsecken benötigen. Zuerst möchte den Einsatz im Rollenspiel beschreiben. Wer von euch also keine P&P spielt und / oder sich dafür nicht interessiert, kann gerne den Absatz überspringen. Warnung: Der folgende Absatz sprudelt nur so geistiger Brillanz und Eloquenz. Ihr verpasst was!


 
Als Spielleiter greife ich schon seit Jahren auf verschiedene Werkzeuge zur Visualisierung von Kampfgeschehen oder Raumaufteilung in verschiedenen Spielsituationen zurück. Die Kommunikation mit den Spielern, das „wer steht wo“ und „wer kann was tun“ wird hierdurch stark vereinfacht. Hierbei habe ich sehr lange auf einfache Zettel zurückgegriffen. In meiner letzten Wohnung hatte ich das Glück direkt neben meinem Spielleiterstuhl ein Fenster zum Wintergarten gehabt zu haben. Auf der Scheibe konnte ich mit Whiteboardmarkern die nötigen Skizzen und Positionen festhalten und leicht verändern.


 
Das Gamerboard bietet letztlich genau das: Eine Leinwand für Zeichnungen des Spielleiters um Situationen zu verdeutlichen. Aber durch die austauschbaren Rasterfolien werden auch Maßstäbe und Abstände verdeutlicht. Man kann Stadtpläne oder Grundrisse ausdrucken und hinter die Folien klemmen, um sich das mühsame Malen beim Spielen zu ersparen und so in der Spielsituation zu bleiben. Ohne die Folien handelt es sich letztlich nur um ein normales Whiteboard, aber durch die wiederbeschreibbaren Folien wird das Whiteboard zum Bilderrahmen für Karten, Spielpläne und Fotos. Mit Magneten (zum Beispiel Neodym) können obendrein Spielfiguren und Marker platziert und bewegt werden.
 
Für unsere Rezension haben wir eine Folie mit Quadraten, eine mit Hexagonen und eine Blankofolie bekommen. Alle drei sind passend zugeschnitten und lassen sich leicht in den Rahmen einspannen. Einfach an allen vier Seiten öffnen und die Folie in die richtige Position bringen. Dann, am besten im Uhrzeigersinn, rundherum die Seiten des Boards schließen und damit die Folie fest und plan einspannen. Wenn man vor der Folie noch einen Spielplan oder einen Ausdruck eingelegt hat wird dieser fest angedrückt und bleibt vollkommen sichtbar.


 
Ich habe für die Rezension mal eine grobe Skizze gemalt, sowohl auf dem Whiteboard als auch auf den Folien. Es empfiehlt sich aber die Skizze auf dem Whiteboard zu machen und nur Veränderungen (wie Pfeile oder Änderungen am Terrain) auf der Folie zu markieren, da diese sich deutlich schwerer reinigen lassen als das Board. Die Boardmarker ließen sich mit meinem Whiteboardschwamm nur mit Druck und vielen, kreisförmigen Bewegungen abreiben. Reiniger und klares Wasser haben hier nicht geholfen. Das Whiteboard zu reinigen ist hingegen ein Kinderspiel.


 
Zu Testzwecken habe ich mal eine Landkarte aus einem meiner DSA-Bücher eingerahmt. Die Magnete halten locker durch die Folie und die Karte am Whiteboard fest. Ein Aufhängen des Boards wäre also denkbar, aber auch gegen das Verrutschen durch Rüttler am Tisch ist man so gewappnet.
Die unterschiedlichen Muster können, je nach Spielsituation und verwendetem Regelwerk, genutzt werden und verwandeln eine einfache Skizze oder Kopiervorlage schnell in einen fertigen Spielplan.


Im Tabletop / Brettspielbereich


Für die meisten Tabletops die auf 48*48 Zoll gespielt werden ist das Gamerboard leider nicht geeignet. Skirmisher oder Spiele auf kleineren Tischgrößen hingegen können von den aufgemalten oder ausgedruckten Spielfeldern profitieren. Da man unter die Folien auch fertig bedruckte Matten einklemmen kann, lässt jedes beliebige Motiv für das Spielen leicht rastern. Leider fehlte mir eine entsprechende Matte mit Motiv, um es in der Review zu demonstrieren. Für Brettspiele die Quadrate oder Hexfelder benötigen kann man mit dem Gamerboard und der eigenen Fantasie schnell neue Spielfelder entwerfen und verwenden. Beispielsweise eine Fabrik für Robo Rally oder eine Map für das gute alte Frag!


Auch für eigene Spielideen und Entwürfe kann man das Gamerboard gut als Planungsgrundlage mit garantierter Wiederverwendbarkeit verwenden. Ich selbst denke darüber nach das Gamerboard für meine Ideen bei Maus und Mystik zu verwenden.


Tipp


Ich habe an meinen Whiteboard schon immer Buttons mit Portraits meiner Spielercharaktere verwendet. Der Standardbutton wie man ihn an der Kleidung trägt und häufig als Werbegeschenk bekommt, hat genau die passende Größe. Einfach mit dem Motiv des Helden bekleben und auf der Unterseite eine Magnetfolie oder einen Neodym anbringen und fertig ist der eigene Marker fürs Rollenspiel. Wer lieber mit richtigen Miniaturen spielt kann diese auf die gleiche Weise am Gamerboard befestigen. Die Button-Methode eignet sich auch super für Spielfeldmarker (hier das Segelschiff).

Ich besitze tatsächlich eine Buttonmaschine und noch einige 100 Rohlinge, um eigene Buttons produzieren zu können. Aber es gibt diverse Anbieter die günstig individuelle Buttonmotive anbieten und ansonsten bleibt das Überkleben von alten Buttons als veritable Möglichkeit.

Fazit


Das Gamerboard ist sicherlich nicht als Spieltisch für eine gepflegte Partie Warhammer 40k oder Infinity geeignet. Aber gerade kleine Spiele, Brettspiele und vor allem Pen & Paper Rollenspiele können vom beschreibbaren Wechselrahmen profitieren. Im Rollenspielbereich stellt das Board für den Spielleiter eine praktische Darstellungsmöglichkeit dar und bietet eine flexible Lösung den Spielern ihr Verderben vor Augen zu führen. Für Brettspiele lassen sich schnell und einfach neue Spielpläne konzipieren. Skizzen und Bodenpläne können durch die abwischbare Tafel wiederverwendet werden.


Die Verarbeitung des Boards ist sehr hochwertig und lässt keine Wünsche offen. Preislich liegt das Board mit 53,90€ über einem normalen Whiteboard, bietet aber durch das leichte Einlegen der gerasterten Folien und dem schnellen Auswechseln, ein so hohes Maß an Komfort und Flexibilität, dass der Aufpreis durchaus gerechtfertigt ist. Spielfiguren und Marker mit Magneten an Ort und Stelle halten zu können, Bodenpläne fürs Rollenspiel wiederverwenden zu können und die Beschreibbarkeit für Notizen und Skizzen im Spiel machen das Board zu einem hilfreichen Werkzeug im Rollenspiel. Kleinere Ausführungen eignen sich bestimmt für den Transport zum Spielort, die größeren Varianten wie das hier vorgestellte A1 Board sind jedoch eher stationär einzusetzen. Bei Gamerboard.at könnt ihr weitere Bilder und auch verschiedene Größen sehen.


Alles in allem handelt es sich also um ein nützliches Werkzeug für Rollenspiel und Brettspiele und einige wenige Tabletops die auf kleinen Feldern ausgetragen werden. Wir bedanken uns für das Bereitstellen des Boards und hoffen, ihr konntet euch einen Überblick verschaffen.


Bis zum nächsten Mal,
Tom






Kommentare (3)

  • ArcticSilence

    07 Januar 2016 um 12:28 |
    Puh, also für mich wäre das nichts, da kommt ja null Atmosphäre auf. Kann mir nur schwer vorstellen, dass es mir Spaß machen würde auf so einem Whiteboard zu spielen. Auch der Preis ist ein wenig zu hoch, da man für den Preis schon schöne Spielmatten bekommt, denen es zwar an Stabilität fehlt, dafür jedoch deutlich atmosphärischer und schöner anzuschauen sind. Aber nett mal von sowas zu hören, war mir bisher total unbekannt, danke!

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    • Tom

      07 Januar 2016 um 13:44 |
      Der Clou ist ja, dass du eine Spielmatte unter der dem Raster einklemmen kannst. So kannst du dann auch so ungerasterten Matten und Plänen schnell ein Spielfeld erzeugen. Ich hatte leider keine Matte da, aber hab versucht es mit der DSA-Karte zu erklären.

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  • van_Beld

    07 Januar 2016 um 18:01 |
    Könnte mir vorstellen das es was für kleinere MERCS Spiele (3 Figuren pro Spieler) eine gute Idee wäre....

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