The Ninth Age: Episode 4 – Die Unterschiede zwischen T9A und WHFB

Alle Angaben beruhen auf bestem Wissen und Gewissen. Alle Bilder sind, sofern nicht anders angegeben, mit freundlicher Unterstützung des The Ninth Age Projektes zur Verfügung gestellt worden.

Als, wenn auch inoffizieller, Nachfolger von Warhammer Fantasy Battles (WHFB) bleibt ein Vergleich der beiden Systeme natürlich nicht aus. Deswegen möchte ich euch heute einen Überblick über verschiedene Aspekte geben, in denen sich The Ninth Age bereits in der ersten Edition von Warhammer Fantasy stark unterscheidet. Auf die Ausführungen zu Änderungen kleinteiliger Regelmechaniken werde ich hierbei aber verzichten und mich auf für mich offensichtliche Änderungen beschränken.

Titelbild des Regelwerkes von der ersten Edition The Ninth Age.

Hintergrund

Ich weiß, ich habe diesen Punkt schon oft erwähnt, komme aber dennoch noch einmal kurz dazu, damit dieser Artikel auch für sich alleine stehen kann. The Ninth Age übernimmt keine Eigennamen oder Hintergründe aus dem Universum um Warhammer Fantasy, sondern es wurde zum Teil bereits begonnen, den Hintergrund mit einem eigenen Universum zu füllen. Während Warhammer Fantasy über Hintergrundgeschichten in den Regelbüchern, Armeebüchern, Kampagnenbänden, Romanen, Comics, Videospielen und so weiter verfügt, gibt es bei The Ninth Age derzeit ein paar kurze Texte im Grundregelwerk, zwei ausgestaltete Armeebücher in der ersten Edition sowie ein weiteres in der zweiten Edition. Darüber hinaus sind in den Scrolls, der zweimonatig erscheinenden „Zeitschrift“, immer wieder kurze Hintergrundgeschichten enthalten. Kurzum: Nicht zu allen Völkern, 16 Armeen geschweige denn Einheiten gibt es Hintergründe, was sich wohl erst mit dem Fortschreiten der zweiten Edition und der damit verbundenen Überarbeitung der Armeebücher nach und nach ändern wird.

Zufallsfaktor

Wenn es eines zu Genüge gab in Warhammer Fantasy, dann war es Zufälle. Versteht mich nicht falsch, natürlich handelt es sich bei Warhammer Fantasy, wie bei so vielen Tabletop-Systemen, um ein Würfelspiel, weshalb ein gewisser Zufallsfaktor natürlich vorprogrammiert ist. Allerdings gab es bei Warhammer Fantasy sehr viele Mechaniken, die mit einem einzigen Würfelwurf bisweilen verheerende Folgen haben konnten. Manch ein Skavenspieler erinnert sich vielleicht noch an Situationen, als die Verdammnisrakete die eigene statt eine gegnerische Einheit in den Tod gerissen hat oder der Orks & Goblins Spieler daran, wie er gerade seine Einheiten für einen vernichtenden Angriff in Position gebracht hat, nur damit sich die Orks in der nächsten Runde in eine Rauferei untereinander verwickeln und der ganze Plan vor die Hunde geht. Weit von ihrem Ziel abweichende Kriegsmaschinen, die im schlimmsten Fall sogar die eigenen Einheiten treffen konnten, waren auch sehr beliebt.

Solche sehr stark auf den Zufall gestützten Ausrüstungsgegenstände, Mechaniken und Sonderregeln haben ihren Weg größtenteils nicht in das Regelwerk von The Ninth Age gefunden, um ein faireres und planbareres Spiel zu ermöglichen. Das wird allerdings nicht unbedingt nur positiv aufgenommen, geht mit dem Wegfall solcher Dinge auch ein gewisser Part der Individualität der unterschiedlichen Armeen verloren, die es nun gilt im Rahmen der Armeebücher der zweiten Edition neu zu erfinden.

Ablesen eines Abweichungswürfels, einem Zufallsfaktor der übernommen wurde.

Magie

Während in Warhammer Fantasy einige der Armeen eigene Pfade der Magie hatten, welche ebenfalls den Hintergrund und Eigenheiten einer Armee widerspiegelten, gibt es in The Ninth Age derzeit 10 allgemeine Pfade der Magie, auf welche die Armeen unterschiedlichen Zugriff haben. Dieser Schritt sollte es vereinfachen, die Kräfte der Armeebücher aneinander anzugleichen.

Generell wurden der Magie im Vergleich zu Warhammer Fantasy ein paar Zähne gezogen. So gab es dort z.B. einen Zauber, welcher eine 3-Zoll-Schablone bis zu 30 Zoll bewegt hat und jedes Modell, welches sich unter dieser Schablone befand, musste gleich oder niedriger seines Initiativewertes würfeln oder wurde sofort aus dem Spiel als Verlust entfernt. Das ist super, wenn man eine Armee wie Oger oder Orks & Goblins spielt, die teilweise mit Initiativen von 2 herumlaufen. Ja, so etwas gab es!

Die 10 Pfade der Magie

Schablonen

Einige Kriegsmaschinen und Zauber in Warhammer Fantasy verwendeten Schablonen, um zu ermitteln wo ein Geschoss landet und wie viele Modelle dadurch getroffen werden. Dies hatte zur Folge, dass teilweise Spieler mit Millimeterpapier ermittelten, welches Modell sich denn noch tatsächlich unter der Schablone befindet und welches schon nicht mehr. Jeder Lebenspunkt zählt.

In The Ninth Age gehören Schablonen nun der Vergangenheit an und stattdessen wird ähnlich normalen Beschusses ermittelt ob eine Kriegsmaschine ihr Ziel trifft und dann gegebenenfalls entsprechend ihrer Sonderregeln abgehandelt.

Fazit

Natürlich sind das bei weitem nicht alle Unterschiede zwischen den beiden Regelsystemen, aber es waren auf jeden Fall Unterschiede die mir bei meinem Umstieg als erstes oder besonders aufgefallen sind. Viele weitere Änderungen finden sich in den einzelnen Regeln, Sonderregeln und Armeebüchern, sodass auch Umsteiger das Regelwerk aufmerksam lesen sollten.

Über die Art der Änderungen kann man geteilter Meinung sein. Aus Sicht der Balance ist es zu begrüßen, dass der Zufall nicht mehr so einen großen Teil des Spiels einnimmt. Auf der anderen Seite geht damit natürlich auch einiges an Individualität der Armeen verloren. Ich bin großer Fan der Warhammer Fantasy Armeebücher von Jeremy Vetock, wie z.B. Skaven, Orks & Goblins oder Echsenmenschen, welche alle sehr „fluffige“, aber auch teilweise sehr zufällige Sonderregeln enthalten. Das fehlt mir in der ersten Edition von The Ninth Age doch schon noch merklich und ich hoffe, dass das Projektteam bei der Neugestaltung der Armeebücher es schafft, auf ihrem Wege jeder Armee einen persönlichen Touch zu verleihen.

So, das waren die Unterschiede von Warhammer Fantasy im Vergleich zu The Ninth Age für heute. Morgen geht es mit den Modellen weiter, die sich in The Ninth Age einsetzen lassen.

Über Jonas

Jonas stieß 2016 als Unterstützung des Newsteams zu Magabotato. Als beinahe einziger in der Redaktion tut er sich schwer mit Skirmishern und sieht sich eher im Rank & File Bereich beheimatet. Wobei Jonas kaum spielt und mehr Zeit mit Sammeln und ab und an mit dem Bemalen verbringt. Sein derzeitiges Hauptsystem ist The 9th Age.

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2 Comments on “The Ninth Age: Episode 4 – Die Unterschiede zwischen T9A und WHFB”

  1. Danke Jonas für die Reihe zu T9A.
    Aus meiner Sicht hat Warhammer in der 8ten Edition viel von dem Spiel verloren.
    Durch eine Rüstungsspirale die in Sonderregeln über Sonderregeln sich so dermaßen unspielbar gemacht hat. Wir haben dann einfach auf eine Mischung aus 6-7 Edition mit Hausregeln gewechselt.

    Ich werde mir jetzt T9A durch deine Review genauer anschauen.

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