The Ninth Age: Episode 6 – Der Einstieg

Alle Angaben beruhen auf bestem Wissen und Gewissen. Alle Bilder sind, sofern nicht anders angegeben, mit freundlicher Unterstützung des The Ninth Age Projektes zur Verfügung gestellt worden.

Aller Anfang ist schwer, aber niemand muss ihn sich schwerer machen, als er eigentlich ist. Häufig bekomme ich gesagt, dass Leute die Optik oder das System mögen, die Einstiegshürde aber als viel zu hoch empfinden. Umfangreiche Regeln und die hohe Anzahl der benötigten Miniaturen waren hierbei meist ausschlaggebend. Ich versuche, in diesem Artikel einen Überblick über verschiedene Einstiegsmöglichkeiten in das System zu geben.

Miniaturen

Ich habe ja bereits gestern gezeigt, dass euch bei den Miniaturen jede Menge Hersteller zur Verfügung stehen, deren Preise zudem stark variieren. Letztendlich kommt es natürlich immer auf den persönlichen Geschmack an, denn wer führt schon gerne eine Armee in die Schlacht, die ihm optisch nicht zusagt? Dennoch finden sich bei dieser Vielzahl an Herstellern natürlich auch einige, bei denen es für schmales Geld viele Miniaturen auf einmal gibt. Auch benötigen die unterschiedlichen Völker und Aufstellungskonzepte unterschiedlich viele Miniaturen. Hier lohnt es sich auf jeden Fall, das Wiki, Galerien und das Forum von The Ninth Age erst einmal ein wenig zu durchstöbern und zu schauen, was einem gefällt und was es einem Wert ist.

Regeln

Mit 113 Seiten und nur 6 Seiten davon Zusammenfassungen wirkt das Regelwerk der ersten Edition natürlich erst einmal überwältigend und mit Sicherheit auch abschreckend (einen kurzen Überblick über einige Mechaniken habe ich hier gegeben). Hierzu ist aber auch zu sagen, dass versucht wird, wirklich jede Regel so unmissverständlich wie möglich festzuhalten und jede Menge „Was-wäre-wenn“-Fälle gleich mit abgedeckt werden. Als rein herunterladbares Regelwerk bekommt The Ninth Age auch keine Errata oder Ähnliches, sondern das bestehende Regelwerk wird im Bedarfsfall angepasst.

Um diesen vielen Regeln Herr zu werden und sich das System nach und nach anzueignen, bietet es sich gerade für komplette Neueinsteiger an, die zu berücksichtigen Regeln auf ein Mindestmaß einzustampfen. Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass viele Spieler gleich am liebsten alles haben wollen und die Liste ist direkt von der Punkteanzahl her turnierfähig (ausgemaxt am besten auch noch). Ich persönlich empfinde das eher als hinderlich und als jemand, der sich schwer damit, tut sich viele verschiedene Regeln zu merken (ein Grund warum ich eigentlich nur ein System spiele und Brettspiele nicht sonderlich mag), empfehle ich wirklich einen langsamen und organischen Aufbau der Armee und den damit einhergehenden Sonderregeln. Es spricht zum Beispiel nichts dagegen, die Armee mit einem Kommandanten und zwei Nahkampfregimentern zu beginnen. Hiermit lassen sich die grundlegenden Spielzüge und Mechaniken wie Bewegung und Nahkampf lernen. In einem nächsten Schritt könnte die Armee zum Beispiel um ein Regiment Fernkämpfer und danach um einen Magier erweitert werden und so kann man sich Schritt für Schritt die verschiedenen Aspekte des Spiels aneignen. Ein weiterer Nebeneffekt ist, dass für den Anfang deutlich weniger Miniaturen benötigt werden, was diese Einstiegshürde etwas erleichtern könnte. Dies setzt natürlich voraus, dass man einen Mitspieler hat, der bereit ist, auch in einer kleineren Größenordnung zu spielen oder aber man findet einen Mitspieler, welcher ebenfalls in das System einsteigen möchte und verständigt sich mit diesem auf so eine Form des Einstiegs.

Wer es natürlich nicht abwarten kann, kann natürlich auch direkt in die Vollen gehen 😉

Quick Starter

Neben dem Regelwerk zu The Ninth Age gibt es auch den Quick Starter, ein etwas vereinfachtes Regelwerk mit reduzierten Armeebüchern, welches darauf ausgelegt ist, insbesondere neue Spieler in das Hobby und The Ninth Age einzuführen. Mit 76 Seiten fällt der Quick Starter etwas schmaler aus als das eigentliche Regelwerk und ist derzeit nur in englisch verfügbar.

Darüber hinaus gibt es auch bereits vorgefertigte Armeelisten für den Quick Starter. Diese nehmen Neueinsteigern die Erstellung der ersten Liste ab. Die Oger Khans bräuchten für die vorgefertigten Listen z. B. nur 9 Miniaturen, der Schwarm allerdings schon 76.

Im Prinzip wird bei dem Quick Starter auf einige tiefergehende Regelmechaniken verzichtet. Bei einem Umstieg vom Quick Starter auf das The Ninth Age Regelwerk bedeutet dies im Endeffekt zu schauen, wo Mechaniken hinzu gekommen sind. Hier muss jeder für sich selbst entscheiden, ob ein wie von mir vorgeschlagener „phasenweiser“ Aufbau der Armee oder der an sich abgespeckte Quick Starter einen einfacheren Einstieg bedeutet.

Erste oder zweite Edition?

Wie schon mehrmals angedeutet, befindet sich das Regelwerk von The Ninth Age derzeit in der Überarbeitung und die Änderungen sind, wie es bisher aussieht, in verschiedenen Bereichen tiefer gehend. Auch wird im Forum viel über die Beta diskutiert, Spielberichte ausgetauscht, Listen besprochen usw. Auch einige Turniere setzen bereits auf die Regeln der zweiten Edition. So stellt sich natürlich direkt die Frage, ob ein Einsteiger nicht direkt in die Beta der zweiten Edition einsteigen sollte, denn sobald die zweite Edition die Beta verlässt, ist vermutlich auch ein weiteres „Umlernen“ nötig. Angesichts der ständigen Änderungen innerhalb der Beta würde ich persönlich von einem Einstieg mit der zweiten Edition abraten und stattdessen erst einmal langsam mit der ersten Edition eine Armee aufbauen und – sobald die zweite Edition veröffentlicht wird – zu migrieren.

Aber auch das ist natürlich, wie alles andere, Geschmackssache. Dadurch, dass alle Bücher frei zugänglich sind, kann sich jeder auch mal beide Edition anschauen und sich sein eigenes Bild machen.

Was könnte für Einsteiger noch interessant sein?

Das Forum und der Blogbereich von The Ninth Age ist ein toller Fundus für Einsteiger und erfahrene Spieler. Hier finden sich Spielberichte, Analyse der einzelnen Völker/Einheiten, Besprechungen von Listen etc. Geschrieben wird meist in Englisch, allerdings gibt es auch Unterforen für mehrere Sprachen, so auch für deutsche Spieler. Auch gibt es mehrere Youtube-Kanäle mit Spielberichten und Podcasts…Nein, es gibt nur einen Podcast im Tabletopbereich. 😉

Einige nutzen zudem die Möglichkeit und verabreden sich im Forum, um online Schlachten über z.B. Universal Battle auszutragen oder sich das Spiel näher bringen zu lassen.

Fazit

Letztendlich legt jeder Spieler selber fest, wie schnell er sich in ein System einarbeiten möchte. Mit den richtigen Mitspielern ist es meiner Erfahrung nach gut möglich, sich angesichts des umfangreichen Regelwerkes und der Anzahl der benötigten Miniaturen nicht überwältigen zu lassen.

Morgen kommt dann noch der Abschluss der Serie in Form meines persönlichen Fazits zu The Ninth Age.

Über Jonas

Jonas stieß 2016 als Unterstützung des Newsteams zu Magabotato. Als beinahe einziger in der Redaktion tut er sich schwer mit Skirmishern und sieht sich eher im Rank & File Bereich beheimatet. Wobei Jonas kaum spielt und mehr Zeit mit Sammeln und ab und an mit dem Bemalen verbringt. Sein derzeitiges Hauptsystem ist The 9th Age.

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5 Comments on “The Ninth Age: Episode 6 – Der Einstieg”

    1. Danke für das Feedback!
      Und danke für den Hinweis zu dem Quick Starter Kickstarter (hach geht das gut von den Lippen). Den werden wir nächste Woche bei unseren Kickstarter News mit aufnehmen 🙂

  1. Erstmal vielen Dank für diese Artikel Reihe! Ich würde aber trotzdem allen Einsteigern empfehlen mit der zweiten Edition zu beginnen. In den letzten Updates wurden die Änderungen immer kleiner und es gibt nur noch ein Update mit marginalen Änderungen. Dies wird dann für einige Jahre fix bleiben und soll noch dieses Jahr kommen.

    1. Danke für das Feedback 🙂
      Die Information mit der zweiten Edition ist mir tatsächlich neu, auf jeden Fall ein Danke dafür. Ich denke unter diesem Gesichtspunkt empfiehlt es sich tatsächlich direkt mit der zweiten Edition einzusteigen und sich so ein erneutes Umlernen zu ersparen.
      Das passt mir auch ganz gut in den Zeitkram, da ich Frühjahr nächsten Jahres mit meinem EoS anfangen wollte 🙂

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