Citadel Contrast – Erste Eindrücke

Citadel Contrast – Die Revolution im Hobby?

Sie wurden als große Neuerung in unserem Hobby angekündigt – die Citadel Contrast Farben. Sie sollen mit nur einer Farbschicht auf einem grundierten Modell Schattierungen und Kantenakzente erzeugen. Erste Promobilder versprechen ja schon einiges. Dementsprechend hoch sind natürlich die Erwartungen und es wird heiß diskutiert.

Doch was taugt die neue Farbrange von Games Workshop wirklich? Hierzu habe ich mir zwei von den neuen Pötten besorgt und habe meine Bitsbox geplündert, um ein paar Testmodelle zu basteln.

Da ich noch etwas skeptisch bin, habe ich mir vorerst nur zwei Farben gegönnt. Plaguebearer Flesh soll meine dämonischen Horden wachsen lassen und da viele Leute mit Rot so ihre Probleme haben, wollte ich Blood Angels Red für euch testen. Die Größe der Farbpötte liegt mit 18 ml zwischen den normalen Farben (12 ml) und den Shades (24 ml). Die Contrast-Farben kosten aber genau wie die Shades ebenfalls 6,30 €.

Eine “Neuerung” ist schon mal, dass nun ein Produktionsdatum der Farbe aufgedruckt ist.

Fangen wir mit der Bemalung an. Für das Plaguebearer Flesh habe ich vier Seuchenhüter gebaut. Um die Wirkung der Farben zu testen, habe ich diese mit unterschiedlicher Grundierung versehen.

Schon auf der Nasspalette sieht man, dass die Farben sehr durchscheinend sind. Die Konsistenz ist aber ein wenig dicker als bei den herkömmlichen Shades.

Schon nach den ersten Pinselstrichen war ich erstaunt, wie deckend die Farben doch sind. Innerhalb von ein bis zwei Minuten ist die komplette Miniatur eingefärbt und erste Schattierungen lassen sich erkennen.

Zum Trocknen benötigten die Minis ca. zehn Minuten und dann sah das Ganze so aus:

Um den Effekt noch ein wenig zu verstärken, pinselte ich eine zweite Schicht über die Figuren. Das Endergebnis sah dann so aus:

Soweit bin ich mit dem Ergebnis echt zufrieden. Nun könnte man die Haut noch ein wenig akzentuieren und Details anmalen, aber für den Spieltisch wäre es schon mal ausreichend.

Aber wieso zeige ich nur die drei hell grundierten Modelle? Nunja… Auf schwarz funktioniert es, wie zu erwarten war, überhaupt nicht.

Zum Abschluss noch einmal alle vier nebeneinander.

Nun kümmern wir uns um die Space Marines. Auch diese wurden mit unterschiedlichen Grundierungen versehen. Da mir bewusst war, dass schwarz nicht klappen wird, habe ich diese weg gelassen. Da die Contrast Farben den Untergrund immer ein wenig durchscheinen lassen, wollte ich einen metallischen Effekt erzeugen, indem ich ich eine Miniatur mit Vallejo Metal Color Dark Aluminium bemalte.

Auch das Rot war absolut deckend, so dass die Marines ebenfalls in fünf Minuten ihre Farbe erhalten hatten.

Hier sieht man sehr schön, dass der Grundfarbton bei der grauen Grundierung wesentlich heller ist als bei der 2-K-Grundierung. Die Vertiefungen sind aber in beiden Fällen sehr ausgeprägt. Auch der metallische Effekt beim ersten Marine gefällt mir sehr gut.

Jedoch erkennt man stellenweise, dass die Farbe etwas fleckig austrocknet.

Auch bei den Figuren habe ich eine zweite Schicht aufgetragen und das fertige Ergebnis sieht dann so aus.

Hier noch einmal ein Gesamtbild.

Fazit

Im Grunde bin ich begeistert von den neuen Farben. Im Vorfeld habe ich viele Aussagen lesen können, in denen es hieß, das sind doch nur teure Washes. Im Prinzip stimmt das auch, allerdings weisen die Contrast Farben eine deutlich höhere Deckkraft auf, weshalb man wirklich innerhalb kürzester Zeit passable Effekte erzielen kann. Wenn man einen kompletten Zehn-Mann-Trupp bemalt, ist der erste getrocknet, wenn man beim letzten Modell angekommen ist. Nun kann man noch ein paar Details hinzufügen und hat einen passablen Tabletopstandard in relativ kurzer Zeit.

Gerade bei organischen Texturen wie der Haut der Plaguebearer funktionieren die Contrast Farben prima, um erste Ergebnisse zu erzielen. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass man Holzmaserungen mit den Farben schnell und effektiv umsetzen kann. Bei den Rüstungsteilen der Marines klappt es eigentlich auch ganz gut. Gerade mit dem Metallfarbton als Untergrund gefällt es mir ganz gut.

Sind die Farben nun eine Revolution? Nicht unbedingt, aber sie erleichtern gerade Neueinsteigern das Malen enorm und es geht extrem schnell. Wenn ich an meine ersten Miniaturen denke, an denen ich lediglich Grundfarben aufgetragen habe… naja… reden wir besser nicht darüber. Ich denke mit einer Mischung aus den Contrast Farben und “klassischen” Maltechniken wie Trockenbürsten kann man schon einiges herausholen. Gerade auf Turnieren ohne Bemalwertung hat man zuletzt meist nur grauen Einheitsbrei auf den Schlachtfeldern erlebt.  Ich bin mir sicher, dass sich dies durch die neue Farbrange ändern wird.

Wie gesagt, handelt es sich lediglich um meine ersten Eindrücke, aber ich werde noch ein wenig mit den Farben herumexperimentieren. Momentan werde ich die Farben nur als erste Grundschicht bei meinen Plaguebearers einsetzen, um einen ersten Eindruck der organischen Struktur zu erhalten und danach mit weiteren Shades und Highlights arbeiten. Für den Rest sind sie mir zu unkontrollierbar. Wobei ich mir auch vorstellen könnte, diese bei ein paar Effekten wie Feuer und gespenstischem Leuchten einzusetzen.

Habt ihr schon Erfahrungen mit den neuen Farben gemacht? Wie seht ihr diese denn? Ich würde mich auch über ein Bilder eurerseits freuen. Diese könnt ihr gerne per E-Mail an Daniel@magabotato.de senden.

Über Daniel "stix0r"

Seit 2000 im Hobby tätig. Angefangen habe ich mit Warhammer Fantasy und 40K. Neben Auftragsarbeiten male ich hauptsächlich für die Vitrine, aber spiele auch ganz gerne mal. aktuelle Projekte: Alien vs Predator, Death Guard, Tau, US & 8th Army für Bolt Action, Dropzone Commander UCM, US & British Army für Flames of War, Hydrophilia, Gelände und Monster für Frostgrave, Relic, diverse Großfiguren und Büsten Modelcount:  2016 - 115 / 2017 - 111 / 2018 - 211 / 2019 - 50

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9 Comments on “Citadel Contrast – Erste Eindrücke”

  1. Moin,
    am Samstag gleich 5 Testfarben geholt und mit Gryph-Charger Grey auf einen AT Warhound und Space Wolves Grey auf einen SM Modell gestestet. Bisher durchweg enttäuscht. Die Farben waren trotz minutenlangen Schüttelns (mit und ohne Kugel) nicht dicker wie nicht GW Washes, die Deckkraft vergleichbar mit den GW Washes und nach dem aufbringen musste ich gleich alle Farbnasen mit dem Pinsel aufnehmen, da es sonst echt hässliche Flecken gab (so passiert am Warhound). Dazu noch der extrem hohe Preis.
    Ich werde es noch einmal auf organischen Flächen versuchen, ggf. kommen die da besser rüber.

    1. War der Pinsel den du genutzt hast vielleicht zu dünn?
      Ich hab ähnliches gehabt wenn ich Zuwenig Farbe auftragen konnte, aber sobald ich nen entsprechenden Pinsel nutzt durchweg nur gute Erfahrungen gemacht. Es gibt natürlich Dinge wofür sie nicht gut sind, große Flächen z.B.

      1. Hallo Feralus,
        es war schon ein recht großer Pinsel, DaVinci 3 oder 5 (bin mir nicht mehr sicher).
        Welche GRöße führte bei dir denn zu guten Ergebnissen?
        Gute der Warhound hat vergleichsweise große Flächen, der Marine ist allerdings das klassische Beispiel und sollte ja gut gehen.

    2. GW sagte sogar, dass sie Farben nicht für große glatte Objekt taugen ^^
      Die sind für organisches.

      Ich bin mit meinen zufrieden, sie vollbringen keine Wunder, aber setzen die bemalzeit pro Horden Miniature auf 2-3 Minuten

  2. Kurze Frage an Daniel:
    Hast du beim Modell mit der Metallic-Grundierung nicht alle Stellen des Models mit den Contrast-Farben bearbeitet oder hat die Farbe dort nicht überall gedeckt?

    Die beiden Modelle mit der 2K-Grundierung scheinen zu matt auszutrocknen, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Der Dämon hat aber mit der richtigen Grundierung schon schöne Akzente und Schattierungen!

    Beim Spaß-Marine gefällt mir leider garkeine der Varianten wirklich!
    Ich werde wohl doch beim zeitaufwändigeren Pinseln bleiben! 😉

    1. Ich habe nur nicht alle stellen getroffen. Die Farbe ist schon sehr deckend.
      Ja durch die 2-k-grundierung ist es schon ein wenig Matt, da die minis am Ende aber sowieso versiegelt werden, ist das für mich nicht so schlimm.

  3. Hmm haut mich jetzt ehrlich gesagt nicht so sehr vom Hocker.
    Mag zum schnellen erzielen “guter” Ergebnisse ok sein…Aber da halte ich Quick Shades tatsächlich immer noch für um einiges besser.
    Ict aber eine interessante Farbe mit der sich durch Kombinationen mit anderen Techniken sicherlich klasse Sachen machen lassen.

    Dennoch danke für den Test-Bericht! 🙂

  4. Hat das schon mal jemand probeweise durch die Airbrush gejagt? Würde mich mal interessieren …

    Würd’ mich mal interessieren ob die Farben dann gleichmäßiger trocknen oder ob man zu sehr in den “Fluss” der Farben eingreift. (Luftdruck+beschleunigte Trocknung)

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