Hobbytagebuch: Namensschilder

Moin moin liebe Hobbyisten,

In diesem Artikel möchte ich euch eine Art der Gestaltung von Namensschildern auf Minis näherbringen. Vor einiger Zeit habe ich mich damit befasst, als ich für meine Freebooters Fate Miniaturen eine einheitliche Kennzeichnung der Front- bzw. der Rückseite erstellen wollte. Insbesondere bei der Bruderschaft kommt es durch die dynamischen Posen gelegentlich vor, dass die Front nicht klar auszumachen ist. Um Diskussionen am Spieltisch vorzubeugen sollte eine Kennzeichnung her, die nicht zu sehr von der Figur selbst ablenkt, im besten Falle diese sogar noch aufwertet.

Ich habe mich dann für Namensschilder entschieden.

Mein erster Gedanke war, mir welche zu drucken oder zu bestellen. Unter anderem auf https://www.versatileterrain.co.uk/ lassen sich individuelle Namensschilder auf die gewünschte Basegröße erstellen. Diese haben aber in meinen Augen ein paar Nachteile. Zum einen verändern die Schilder die Ausmaße der Base, wenn auch nur etwas. Ein größerer Nachteil ist, das die Buchstaben Anzahl limitiert ist. Möchte man etwa “Königin der Schatten” auf ein Schild für eine 25mm Base drucken, wird man dabei leider enttäuscht (maximal 13 Zeichen). Zu guter Letzt muss man sich natürlich auch entscheiden, ob man zusätzlich Geld für ein Namensschild (+ Versand etc.) in die Hand nehmen möchte. Eine weitere Möglichkeit ist natürlich, die Namen mit dem Pinsel oder einem dünnen Stift einfach selbst auf die Base zu schreiben. Das habe ich für mich aufgrund meiner Handschrift aber ebenfalls ausgeschlossen :D. Die Alternative, die ich euch hier vorstellen möchte, hat keines der oben aufgeführten Nachteile und ist daher mein Mittel der Wahl: Die Übertragung von Bildern mittels Foto Potch.
Was ist Foto Potch?
Foto Potch ist ein Transfermedium, welches das Bild von einem Blatt Papier auf einen anderen Untergrund (in unserem Falle eine Plastikbase) überträgt. Es gibt eine Reihe von YouTube Videos, die das Prinzip erklären, wie Fotos auf Holz übertragen werden.
Was wird benötigt:
● Foto Potch
● Laserdrucker
● Alten Pinsel (zum Auftragen des Potch)
● Schwamm oder weiterhin den alten Pinsel
● Wasserbecher
● Schere
Anleitung:
Das zu übertragende Bild muss zunächst ausgedruckt werden. Um es am Ende richtig zu übertragen muss das Bild spiegelverkehrt gedruckt werden. Dies kann man beispielsweise in Word durch eine Textbox realisieren, die man um 180° auf der X-Achse rotiert. Es wird zudem darauf hingewiesen, dass das Transferieren nur mit Ausdrucken aus einem Laserdrucker funktioniert.

Wenn gewünscht kann man sich auch direkt eine Hintergrundfarbe heraussuchen. Ich habe bei mir nach Pergament gesucht um so die Optik von altem Papier zu haben.

Als nächstes schnappt man sich die Miniatur. Der Prozess funktioniert umso besser, je heller der Untergrund ist. Also habe ich zunächst die vordere Base Kante weiß bemalt.

Nun wird der gedruckte Name ausgeschnitten und die bedruckte Seite mit Foto Potch eingeschmiert. Dafür kann ein alter Pinsel genommen werden. Wichtig ist, dass der Name gründlich mit dem Medium bedeckt ist. Ebenso bestreicht man die weiße Stelle auf der Base mit Foto Potch. Dann wird der Zettel auf die Base gedrückt. Durch das Transfermedium bleibt der Zettel an der Base kleben. Jetzt heißt es erstmal warten …

Nach 1-2 Stunden sollte das Transfermedium vollständig eingezogen sein und man kann den weiteren Prozess fortsetzen (Ich lasse meins meist über Nacht einwirken, das muss aber nicht sein). Nun beginnt der etwas nervige Part. Man nimmt nun entweder einen kleinen Schwamm oder einen alten Pinsel, dippt ihn ins Wasser und bestreicht damit den Zettel. Der Zettel saugt nach und nach die Feuchtigkeit auf und die Schrift scheint bereits leicht durch. Auf diese Weise lässt sich das Papier mit dem Pinsel/Schwamm vorsichtig abreiben. Zwischendurch sollte immer mal wieder neues Wasser auf den Pinsel/Schwamm. Nach kurzer Zeit sieht die Base dann so aus.
Was man auf dem Bild nicht sieht, ist, dass die Base noch nass ist. Bevor man weiter macht sollte man diese zunächst trocknen lassen. Solange das Papier nass ist, ist es transparent, das kann problematisch sein. Erst wenn es trocken ist kann man sehen, dass noch Reste an der Base sind und man wiederholt den Vorgang dort nochmal.

 

Dieser Umstand ist es, der diesen Arbeitsschritt etwas nervig macht, denn: Drückt man zu stark auf riskiert man, dass sich nicht nur das Papier löst sondern auch wieder was von der Farbe. In meinem Fall ist das bei dem “u” passiert. Zudem sieht man auf dem Bild, dass ich zum Teil auch Papierreste oben auf die Base gestrichen habe. Diese lassen sich aber auch wieder mit Wasser und Pinsel abstreichen. Wenn dieser Arbeitsschritt getan ist folgen lediglich noch Details. Ich beschränke das Namensschild immer nur auf einen Teil der Base. Der Rest der Front wird dann wieder geschwärzt. Außerdem gehe ich meist noch mit 1-2 Washes darüber (“Light tone” und “Soft Tone” von Army Painter). Auf diese Weise fügen sich selbst die Stellen, an denen man die Farbe abgerieben hat wieder mehr ins Gesamtbild ein. So erstelle ich meine Namensschilder und bin bisher sehr happy damit :D. In meinem Anwendungsfall habe ich stets nur Eckbases. Bei Rundbases stellt sich die Sache vermutlich schwieriger dar. Wenn die Basekante senkrecht verläuft müsste das Verfahren ohne Weiteres funktionieren. Anders sieht es aus, wenn die Kante der runden Base ebenfalls abgerundet oder schräg ist. In dem Fall muss man den Text rotieren lassen, damit man ihn vernünftig angebracht bekommt aber da fehlt es mir bisher an Erfahrung. Ich hoffe, dass ihr mit der Anleitung ebenfalls zufriedenstellende Resultate erzeugen könnt.

Viel Spaß beim Ausprobieren 🙂

Alex

Über Gastautor

Dieser Beitrag stammt von einem Gastautoren und alle Magabotatos sind sehr dankbar für die Unterstützung. Wenn ihr auch einen Beitrag oder eine Idee für den Blog habt, schreibt uns gerne eine Email an blog@magabotato.de Vielen Dank!

Alle Beiträge von Gastautor →

2 Comments on “Hobbytagebuch: Namensschilder”

  1. Ich habe mir ein Bild einer Schriftrolle aus dem Netz gesucht, auf die passende Größe verkleinert und mit Schriftgröße 4 die Namen reingeschrieben. Das Ganze ausgedruckt, ausgeschnitten und einfach mit Mattlack auf den Baserand geklebt. Scheint mir einfacher zu sein, auch wenn das Ausschneiden etwas friemelig ist. Und ehrlich gesagt finde ich, es sieht besser aus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.