Me Gussta – Fireforge Foot Sergeants & Medival Archers

Hallo und willkommen im Blog!

Nach längerer Pause kommt hier wieder ein Beitrag zur Serie Me Gussta – denn bekanntlich mag ich Plastikgussrahmen und kann auch kein Spanisch :)!  Auch bin ich heute wieder in meiner Funktion als einer der Redaktions-HistoSpacken™ unterwegs, denn „Lion Rampant“ hat bei mir ja etwas Begeisterung für historisches Mittelalter geweckt. Auch wenn ich die passenden Modelle wohl eher für Fäntelalter nutzen würde – seien es „SAGA – Age of Magic“ oder „Dragon Rampant„.

Heute soll es um zwei Gussrahmen von Fireforge gehen. Die „Medival Archers“ von 2016 und die „Foot Sergeants“ von 2012. Beide kommen aus dem hauseigenen 28mm Spielsystem „Deus Vult“ – da sich bekanntlich Miniaturen mit System leichter verkaufen lassen – stellen aber ganz allgemein Fußsoldaten des 12./13. Jahrhunderts dar, also Hochmittelalters. Das heißt, wir befinden uns in den Zeiten der späten Kreuzzüge, aber vor „großen“ Konflikten wie dem bei den Briten beliebten 100jährigen Krieg. Die Gussrahmen habe ich mal bei einem Kickstarter mitbestellt.

Die Gussrahmen

Moment – warum werden hier gleichzeitig Bogenschützen und Waffenknechte mit Speer, Handwaffe, Schild oder Armbrust besprochen? Aus einem ganz einfachen Grund: Die Gussrahmen sind zu 50% identisch. Köpfe, Torsi, Schwertscheiden und sogar die Bolzentaschen, welche die Bogenschützen ja eher nicht brauchen, sind eins zu eins übernommen. Für je acht Torsi sind zehn Köpfe enthalten, die hauptsächlich Tellerhelme/Eisenhüte oder Beckenhauben tragen. Sehr klassisch! Und in meinem LARP-Verein gilt ja auch die Regel: „Eisenhut steht jedem gut!“ Im Bogenschützenrahmen sind noch drei weitere Köpfe, davon zwei ohne Helm, enthalten. Auffällig ist dabei, dass alle Köpfe auch Gugel oder große Polsterhaube tragen. Man sieht also keine Ohren und auch kaum Genick. Das ist so schon ganz korrekt, geht aber gegen die Sehgewohnheiten von Vielen. Bundhauben sind sowieso toll und haben nichts mit Babymützen gemeinsam 🙂

Sehr typisch für einen Gussrahmen von 2012/16 sind an die Torsi noch Fußplatten angegossen, die auch alle die gleiche Form haben. Ich finde das nicht schlimm und kaschiere diese auf der Base oder gieße mir sogar Resinbases, in denen der Fuß verschwindet. Andere können sich aber an diesem Detail sehr stören und spätere Modelle von Fireforge haben dieses Feature auch nicht mehr.

Die Torsoposen sind nun nicht außergewöhnlich, zeigen aber alle Variationen von „still stehend“ bis „dynamisch ausweichend“ – teilweise etwas dynamisch für eine Einheit, aber nicht sehr dynamisch um die Modularität zu erhalten. Alle Modelle tragen Wappenrock plus Gambeson (meist längsgesteppt) und teilweise noch diese seltsamen (Leder)Schuppenpanzer

Der Bogenschützen-Rahmen macht dann sehr konventionell weiter mit acht Bögen und acht Hüftköchern. Die rechten Arme sind überwiegend offen und zeigen zusammen am ehesten einen gerade los gelassenen Schuss. Es gibt aber auch eher abwartende Armkombinationen oder das Nachziehen des Pfeils aus dem Köcher. Die Köcher sind alle als Hüftköcher ausgeführt. Das bedeutet am Ende, dass man doch eine eher militärische Schützeneinheit erhält als irgendwelche Freischärler oder Plänkler. Dafür sind jedoch auch ein paar recht dynamische Posen möglich.

Interessanter finde ich da den Foot Sergeant Gussrahmen, der mehr Optionen bietet. Der Hingucker waren für mich beim Basteln die Armbrustschützen, die ich persönlich sehr mit Tellerhelmen verbinde. Allerdings sind die Angüsse für die Armbrüste direkt am Armbrustbogen angebracht, wo man sie wirklich abschneiden muss und nicht einfach nur mit einem Entgrater entfernen kann. Ganz lustig finde ich aber einen Arm der die Armbrust nur in einer Hand hält und nicht anlegt.

Schilde sind in vier Varianten vertreten: Klassische Wappenschilde und drei Varianten von  Langschilden (rund normannisch, Kite und Dreieck). Im  Gussrahmen finden sich jeweils zwei davon, so dass acht Schilde enthalten sind. Wer also eher einheitlichere Schilde für sein Trupp möchte, freut sich darüber, dass in der Box auch sechs Gussrahmen enthalten sind. Oder mischt halt wild, gerade bei den Langschilden fallen die Unterschiede kaum auf. Die Schilde sind auf den acht Armen frei positionierbar, wobei die Arme sehr unterschiedliche Schildhaltungen zeigen, auf die man die Waffenpose anpassen sollte

Jeder Rahmen enthält auch sechs Arme für Speere. Die sind schon gut, allerdings fehlen mir hier Arme im Umkehrgriff, so dass man sie über Kopf und über den Schild führen könnte- gerade in Formation ist das nach meiner praktischen Erfahrung sehr beliebt. Das hatte Gripping Beast im Dark-Age-Bereich schon besser gelöst.

Bleiben noch die sechs Arme mit Handwaffen (je zwei Schwerter, Äxte und Streitkolben). Hier finden sich alle klassischen Kampfposen, so dass nichts falsch, aber auch nichts Außergewöhnliches gemacht wird.

Fazit

Ich mag etwas kritisch bis ernüchtert klingen, bin ich aber nicht. Die Fireforge Foot Sergeants sind keine Monoposen-Bausätze voller Dynamik, sondern erschwingliche modulare Masseninfanterie für das Hochmittelalter. Der Reiz der Gussrahmen erschließt sich vor allem, wenn man mehrere oder weniger einheitliche Einheiten baut, durch die großzügige Anzahl von 48 Modellen in der Box, komme ich spielend mit nur einer aus. Die  Medival Archers sind zielgerichteter, teilen sich aber viele austauschbare Teile mit den Foot Sergeants. Die Gussrahmen bieten alles nötige um die Modelle zu bauen, aber auch keine großen Extrateile. Der Reiz liegt vor allem im Spielen von Massensystemen oder wenn man günstige generische Modelle für Squad-Systeme sucht.

Ich freue mich drauf, die Modelle nun für Saga (Magie/Kreuzzüge)und (Lion/Dragon) Rampant aufzubauen, weiß, dass Fireforge aber bessere Modelle hergestellt hat.

Wie steht ihr zu generischen Mittelaltermodellen und was haltet ihr von Plastikgussrahmen?
Wir freuen uns auf eure Kommentare.

Über Christian

Christian begann als Gastautor und bissiger Kommentator, wurde dann Redakteur im Blog und gehört inzwischen zu den "Großen Alten" Trotzdem ist es immer noch für sein zu schnelles Reden bekannt und für seine Klugkoterei berüchtigt. Obwohl er kein Historischer Wargamer ist, ist er einer der beiden "HistoSpacken" der Redaktion. Sein Fokus im Hobby liegt auf Freebooter's Fate, Geländebau (aktuell gerade 1:1 Maßstab) und Hobbyphilosophischem. Ganz allgemein spielt er lieber Skirmischer als Rank&File-Massensysteme

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10 Comments on “Me Gussta – Fireforge Foot Sergeants & Medival Archers”

  1. Finde gut, dass auch mal was über historische Minis aus dem MA kommt.
    Gerne wieder mal. Da bekomm ich sonst wenig Einblick, finde es aber sehr spannend.

    1. Bitte schön!

      Mal sehen was der nächste Fireforge Kickstarter+ Bonus, bzw. Perry/Osprey/Warlord-Aupacken&Wiederfinden hochspült.

      Für mich war einfach interessant zu sehen, wie stark sich Modelle innerhalb von 10 Jahren verbessern können.

  2. Hm, nicht meine Epoche, nicht meine Modelle.
    Zu schreibst ja, dass, das es schon ältere Modelle sind, mit welchen Neueren von Fireforge ziehst du denn den Vergleich?
    Für die Gussrahmenbilder, könntest du noch die Belichtung diffuser gestalten, in der Vorschau irritieren mich die Schatten.

    Bin auf jeden Fall auf weitere Reviews gespannt – und der Titel tut immer noch weh …während ich grinse 😉

    1. Danke fürs Feedback
      Mit den Bildern bin ich nicht ganz glücklich, ich hoffe die nächsten werden mit der neuen Beleuchtung besser.
      Als Vergleich sehe ich Modelle aus dem Forgotten World Kickstarter – dazu plane ich noch was.

  3. Ich habe etwa 70 von den Kerlen für eine Armee bemalt. Die gebeugten Körper sind was nervig und eignen sich von der Haltung her fast nur für die Armbrustschützen, aber von denen braucht man ja in der Regel nicht so viele. Wer spielt schon eine Armee nur aus Plänklern?
    Die Bogenschützen habe ich auch, sie am Ende aber als Spießträger zusammengebaut. Die bekommt man gar nicht sinnvoll in Formation mit ihren abenteuerlichen Posen.
    Habe am Ende einfach Bogenschützen aus der WHFB-Grundbox der 5. Edition genommen und ihnen teilweise Köpfe von Fireforge verpasst.
    Sind auch nicht optimal, weil die Tunika was zu kurz ist für die Zeit, aber passt schon.
    Klingt jetzt auch schlimmer als es ist. Als Spießer und Armbruster sind die Modelle nämlich wirklich gut geeignet und leisten den Grafen von Mark und Berg in meiner Sammlung treue Dienste.

    1. also ja – für einen koordinierten Pfeilhagel in Formation sind die Modelle weniger geeignet und man merkt auch das die Bogenschützen einfach eine „low hanging fruit“ auf Basis des Sergant-Gussrahmen waren, und keine dezidierte Neuentwicklung.
      Stört mich aber null, weil ich ja eher den Fokus auf kleineren Konflikten habe.

      Vielleicht sage ich auch mal was über die 100jährigen/Rosenkriegsbogenschützen von den Perrys. Aber die Modelle sind halt auch alt – aber nimmer noch top.

      1. Das ist halt der Knackpunkt. Ich spiele ja das hauseigene System von Fireforge und ausgerechnet deren eigenen Bogenschützen sind da so gar nicht für geeignet. ;D

  4. Ein weiteres gutes und ausführliches Review. Gut daß Du die Gußrahmen in großer Auflösung zeigst, so kann man sich die Details gut ansehen, leider ist das ja oft bei den Produktbildern nicht zu sehen. Die beiden Boxen wollte ich mir auch noch holen, aber die Plastic Wars of the Roses Infantry Box hat dann erst mal das Rennen gemacht, die gefällt mir etwas besser, auch wenn es bei Fireforge mehr Waffenoptionen gibt.

    1. Danke! Das mit den Bildern war ja genau die Intention hinter der Reihe.
      Rosenkriegs-Infanterie vs. späte Kreuzzüge/frühes Spätmittelalter ist halt eigentlich ein ganz anders Setting. Schildwall vs. (Gewalt)Haufen ist halt vor vs. nach der Infanterie-Revolution des Spätmittelalters.
      Kommen wir noch in der Geschichtstunde drauf 😉

      1. Das stimmt, für Spieler historischer Systeme ist das auf jeden Fall wichtig, daß die Truppen die richtige der Epoche entsprechende Bewaffnung, bzw. Rüstung/Kleidung haben. Ich habe in erster Linie Fußsoldaten für meine Bretonen für Warhammer Fantasy gesucht. Die originalen Bretonen wurden ja auch von den Perrys entworfen, von daher passte das besser. Die verschiedenen Epochen des Mittelalters finde ich auch sehr interessant so auch das von Dir angesprochene Spätmittelalter mit seinen Neuerungen, in der Schule haben wir diese Epoche leider nur sehr kurz behandelt.

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