Basegestaltung – Einführende Worte

Gregor-fertig ist selbst über die Redaktionsgrenzen hinaus mittlerweile ein fester Begriff geworden. Doch der Vollständigkeit halber, hier noch einmal die Begriffserklärung:

Gregor-fertig: Bezeichnung für eine fertig bemalte Miniatur ohne jegliche Basegestaltung

Dies kommt daher, dass unser geschätztes Ex-Redaktionsmitglied niemals Bases gestaltet hat. Selbst vorgefertigte Bases und Basetopper, wie es sie von diversen Herstellern gibt, wurden maximal mit der Figur zusammen grundiert.
Wie die Umfrage zeigt, sehen es zwar viele Mit-Hobbyisten wie Gregor, aber es gibt auch andere Ansichten und Gestaltungsphilosophien. Meinen persönlichen Blickwinkel und einen kurzen Einblick in die Arten der Materialien und Bases möchte ich euch hier einmal kurz aufzeigen.

Ansicht

Für mich gehört die Basegestaltung mit zum wichtigsten Teil einer Miniatur. Erst durch einen schön gestalteten Untergrund kommt die Figur und deren Bemalung richtig zur Geltung. Man kann damit schön die Miniaturen für ein Projekt thematisch verbinden. Dies habe ich zum Beispiel bei meinem Frostgrave-Projekt angewandt. Hier habe ich Figuren von unterschiedlichsten Herstellern bemalt. Egal ob Monster, Konstrukt oder wildes Tier, alle Helden und Gefolgsmänner (und –Frauen) sind nun stimmig miteinander verbunden.

Da ich die Base immer als letztes bemale, ist die Gestaltung dafür umso befreiender, denn endlich ist eine Miniatur fertig und kann sich in die Vitrine zu den anderen Figuren gesellen.

Interessant ist auch, welche unterschiedlichen Wege die Firmen gehen. Je nach Verwendungszweck haben viele Hersteller ihre eigenen Designs für ihre Miniaturen. Manche nutzen Rechteckbases für ihr Rank & File System, andere wiederum haben Rund- oder Round-Lip-Bases für Skirmish-Systeme. Ganz schlimm hingegen finde ich die angegossenen Bases. Diese werden von mir sofort entfernt, so dass ich meine eigene Gestaltung vornehmen kann.

Je nach Einheitentyp kommen verschiedene Größen zum Einsatz. Besonders fällt dies bei den GW-Systemen auf. Hier werden auch gerne neue Größen eingeführt, die bisher noch gar nicht vertreten waren.
Oftmals wird einem aber die Arbeit der Gestaltung abgenommen. Gerade die neueren Releases von GW haben häufiger gestaltete Bases aus Plastik mit dabei oder man kauft welche von spezialisierten Herstellern. Hierzu empfehle ich euch, unsere Hersteller-Liste zu durchstöbern.

Möglichkeiten und Basearten

  • Fertige Bases
  • Blanke Bases (MDF Plastik)
  • Inlay (Freebooter)
  • Basetopper (Bsp. Blackstone Fortress)
  • Gestaltung
  • Angegossene Bases
  • Durchsichtige Acrylbases

Hier noch ein paar Beispiele:

Gestaltungsmaterialien

Bei der Gestaltung kommen unterschiedlichste Materialien zum Einsatz. So gibt es von einigen Firmen spezielle Produkte, welche extra dafür hergestellt werden.

  • Kork (Platten, Bruch und Schrot)
  • Gummiprofile (für Rohre)
  • Balsaholz
  • Vogelsand
  • Metallprofile
  • Plastikprofile
  • Strukturierte Plastikcard
  • Effektfarben (Crackle)
  • Gitter und Stacheldrahtrollen
  • Gipsreste
  • Juweelasteine
  • Blätter, Efeuranken
  • Tufts
  • Grasstreu
  • Schnee
  • Strukturwalzen oder -Platten
  • Ätztech

Hier weitere Beispiele:

Ähnlich wie im Geländebau kann man sich aber auch in der Natur bedienen und auch im eigenen Haushalt lässt sich allerhand finden. Jedweder Bastelrest wird gern genommen. Hier ein paar Ideen:

  • Strohhalme für Rohre
  • Zahnstocher für Palisaden
  • Innenleben kaputter Elektrogeräte
  • Zahnräder aus Weckern für Steampunk
  • Verpackungen (z.B. Gitter für Physalis)
  • alte Lockenwickler für Gitter und Leitern
  • Gussrahmen
  • Plastikcard
  • u.v.m.

Die Farbe des Baserandes macht ebenfalls viel aus. Vor einigen Jahren habe ich die Ränder mit Steellegion Drab bemalt. Bei neueren Miniaturen bekommen diese nun aber einen neutralen, schwarzen Anstrich. Die Wirkung der Figuren ist meiner Meinung nach eine völlig andere und der Fokus liegt mehr auf der Miniatur an sich. Daher habe ich bereits bei meiner kompletten Tau-Armee Pinsel angelegt und die Goblinpiraten für Freebooter’s Fate freuen sich auch über die Bearbeitung.

Ich finde man kann mit wenig Aufwand echt hübsche Bases gestalten. Hier ein paar Beispiele von Rohlingen und die Wirkung fertiger Bases an Miniaturen:

Der letzte Punkt, wieso Basegestaltung mir so viel Spaß macht, sind die Dioramabases. Ich nutze die Gestaltung sehr gerne, um mir kleine Dioramen zu basteln und die Miniaturen darin zu integrieren. Diese erzählen dann meist eine kleine Geschichte.

Wie ihr schon seht gibt es schier unendliche Möglichkeiten, wie man eine Gestaltung angehen kann. Wie ihr ebenso bemerkt haben werdet, kann ich Stunden mit der Gestaltung verbringen.

Im Laufe der Woche möchte ich euch ein paar einfach Möglichkeiten zeigen, wie ihr eure Bases gestalten könnt. Ebenso bastel ich ein Dioramadisplay für meine Freebooter-Minis und präsentiere euch ein paar fertige Bases diverser Hersteller. Aber auch Hannes und Sebbo werden ihren Beitrag dazu leisten.

Habt ihr Interesse an einem speziellen Thema? Dann lasst es mich gern wissen und schreibt es als Kommentar oder per E-Mail an Daniel@magabotato.de.

Wie handhabt ihr es mit der Gestaltung? Reicht euch Gregor-fertig oder tobt ihr euch richtig an den Bases aus?

Über Daniel "stix0r"

Seit 2000 im Hobby tätig. Angefangen habe ich mit Warhammer Fantasy und 40K. Neben Auftragsarbeiten male ich hauptsächlich für die Vitrine, aber spiele auch ganz gerne mal. aktuelle Projekte: Alien vs Predator, Death Guard, Tau, US & 8th Army für Bolt Action, Dropzone Commander UCM, US & British Army für Flames of War, Hydrophilia, Gelände und Monster für Frostgrave, Relic, diverse Großfiguren und Büsten Modelcount:  2016 - 115 / 2017 - 111 / 2018 - 211 / 2019 - 125 / 2020 - 88

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6 Comments on “Basegestaltung – Einführende Worte”

  1. Ich bin schon sehr gespannt auf den Rest der Serie und deine Gedanken, da wir ja durch aus Schnittmengen aber auch massive Unterschiede in unserer Herangehensweise und Zielsetzung haben.

    Ich beende meine Modelle auch meistens mit der Basebemalung, oft ist aber die Basegestaltung eines der ersten Dinge, die ich am Modelle mache.
    Da kommt aus meiner Philosophie, dass die Base auch immer ein Teil der Miniatur ist. Da ich aber meistens Spielfiguren bemalte, möchte ich gar nicht den Displaycharakter hervorheben. Daher mag ich zum Beispiel keine stark konstrastierenden Baseränder, sondern bemale die meistens nur in der reinen Grundfarbe der Base und grenze Spieltechnische Dinge wie Sichtbereiche (Warmachine, Freebooters) kontrastreich ab. Die Base ordnet bei mit das Modelle immer einer Fraktion zu.

    Meinen ganz eigenen Spaß habe ich durch das Giesen eigener Bases für Modelle mit Standfüßen (Northstar, Gripping Beast Plastik) entwickelt, wenn diese denn einheitlich sind.
    So haben meine Saga Schotten eine andere Base-Serie als meine Saga-Angeln oder meine Frostgrave-Plastikmodelle.

  2. Das ist eine tolle Idee für eine Reihe. Ich habe mir vom vorletzten Weihnachtskalender schon das Schleim Tutorial angeeignet. Jetzt bin ich mal gespannt, welche Ideen ich noch umsetzen kann. 😉

  3. Ahoi.

    Bei Freebooter’s Fate ist die Basegestaltung ja überwiegend vorgegeben. Was ich recht nett finde. Allerdings nutze ich zwischenzeitlich für die Kunststoffbases selbstgedruckte Exemplare, die eine kleine Anzeige für die Vorderseite sowie an der Unterseite eine Aufnahme für einen Neodymmagneten haben.
    Bei Carnevale nutze ich alternative Bases von TTCombat mit Strassenpflaster da ich sie für die Szenerie passender finde.
    Für andere Spiele werden die Bases mit Weißleim und Original-Nordseesand ™ versehen. Für ein Setting im Südwesten Nordamerikas im 19. Jahrhundert bleibt das dann ‘Natur’. Und für die düstere Zukunft in 38.000 Jahren soll es das dann auch jeweils sein. 😉 Da wird eh nur noch rumgeballert und keiner räumt hernach auf.

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